Orgelreparatur

Ergebnisse und wie weiter?

Wir sind dankbar für die geleisteten Arbeiten in Höhe von ca. 2.200 Euro. Es war eine gute Zusammenarbeit, deshalb planen wir für Frühjahr und Herbst 2026 gleich 2 weitere Teilprojekte ein.
Hier finden Sie etwas zu den Details der ausgeführten Arbeiten.

20.-23.10.25, Orgelreparatur - 1. Teilprojekt

So der erste Einsatz ist erfolgreich beendet und der nächste Einsatz gegen Ende 2026 ist bereits geplant. Demnächst erhalten wir mit der Rechnung sicher eine Aufstellung der geleisteten Arbeiten. Und Sie können es dann hier nachlesen...

Seit dem Kirchenumbau gibt es erhebliche Mängel an unserer Orgel. Nur mit Einschränkungen ist das Instrument zu spielen. Im März konnten wir den Orgelbaumeister und Sachverständigen Andreas Voigt von der Südbrandeburger Orgelwerkstatt (Bad Liebenwerda) gewinnen, sich an 2 Tagen die Orgel genauer anzusehen. Ein Gutachten und auch ein allgemeines Angebot liegen uns vor. Von den Verantwortlichen der Landeskirche haben wir das OK zur schrittweisen Reparatur der Orgel über eine Art "Wartungsvertrag" erhalten.

Wir freuen uns, dass dieses erste Teilprojekt heute starten konnte. Dietmar Ullmann, Orgelbauer und ehemaliger Wittgensdorfer, unterstützt Herrn Voigt dabei ehrenamtlich. Vielen Dank lieber Dietmar.
Ohne Geld geht natürlich so eine Reparatur nicht vonstatten, deshalb würden wir uns sehr über Ihre Spende (Zweck: Orgelreparatur) freuen – herzlichen Dank.

Hier ein paar Bilder von den ersten Stunden:

3.-4.3.25, Orgelgutachten

Um zu planen, wie es mit unserer reparaturbedürftigen Orgel weitergehen soll, haben wir den Sachverständigen für das Orgel- und Harmoniumbauer-Handwerkes Andreas Voigt von der Südbrandeburger Orgelwerkstatt (Bad Liebenwerda) beauftragt ein Gutachten über den Zustand und eine Aufstellung nötiger Reparaturen zu erstellen. Am 3. und 4. März war er vor Ort und hat folgendes Gutachten erstellt:

Ohne Geld geht natürlich so eine Reparatur nicht vonstatten, deshalb würden wir uns sehr über Ihre Spende (Zweck: Orgelreparatur) freuen – herzlichen Dank.

Orgelgeschichte von 1739 bis 2012

Eine Orgelreparatur erfolgte 1822 und im Jahr 1845 wurde eine neue Orgel von der Firma Mende aus Leipzig eingebaut.

Eine umfangreiche Orgelreparatur machte sich in den Jahren 1894 bis 1896 erforderlich. Die Orgel bekam neue Bälge, sämtliche Register wurden neu intoniert, da die Orgel einen ganzen Ton zu hoch stand und die Disposition bekam drei neue Register, einige Register wurden erneuert.

Schließlich baute die Firma Jehmlich aus Dresden 1921 unsere jetzige Orgel ein.

Bei einer Orgelrenovierung 1953 wurde leider eine Dispositionsänderung nicht mit vorgenommen, wie der damalige Kantor Helbig beklagte. Schon 1965 machte sich erneut eine Reparatur der Orgel erforderlich. Dabei wurde unter anderem auch die Disposition barockisiert.

Ergänzungen durch unseren Kantor Harry Münsel im Advent 2012:

Unsere Kirchenorgeln in Wittgensdorf

Bereits im 18. Jahrhundert gab es in Wittgensdorf eine Orgel. Wie ein Bericht über die Orgel in Maxen überliefert, hat die Kirchgemeinde Wittgensdorf 1739 die Maxener Orgel erworben. Diese mechanische Orgel hat bis mindestens 1840 ihren Dienst hier getan.

Die nächste Orgel wurde 1845 von der Leipziger Firma Mende erbaut und büßte während des ersten Weltkriegs 1917 ihre gesamten zinnernen Prospektpfeifen ein, die vermutlich im Sommer 1917 beschlagnahmt wurden.

Unsere heutige pneumatische Orgel ist 1921 von den Gebrüdern Jehmlich aus Dresden gebaut worden. Sie hatte damals 30 Register. Herr Kirchenmusik-Direktor Meinel als verpfl. Orgelsachverständiger schreibt in seinem Bericht von 1921, dass die Orgel einen Wert von 235 000 M hatte. Es wird auch erwähnt, dass der Fabrikant Steinbach eine Summe von 200 000 M beschaffte. Die Disposition der damaligen Orgel war romantisch. Sie besaß Register wie Violine 8´, Äoline 8´ oder Violoncello 8´.

1965 wurde unsere Orgel repariert, das Fernwerk stillgelegt und in Zusammenarbeit mit dem Orgelsachverständigen Günter Metz eine Barockisierung der Disposition vorgenommen. Die o.g. Register wurden entfernt und Register wie Glöcklein 1´, Sesquialtera 2 fach und Zimbel 3 fach eingebaut. Das Zungenregister aus dem Hauptwerk wurde verkauft und das Zungenregister aus dem Fernwerk in das Schwellwerk umgesetzt. Der streichendere Klang der Orgel von 1921 wurde durch einen strahlenderen Klang, der der gern gespielten Orgelliteratur um den bedeutendsten deutschen Komponisten und Organisten Johann Sebastian Bach entgegen kam, ersetzt.

Bei einer Orgel sind natürlich immer wieder Nachstimmungen und auch Reparaturen erforderlich. Aber bei einer Orgel mit pneumatischer Traktur und Registratur müssen etwa im Abstand von 30-40 Jahren die Ziegenlederbälgchen, die durch den Orgelwind aufgeblasen werden und die Ventile zu den Pfeifen öffnen und beim Abstellen des Registers oder der Taste wieder zusammenfallen und die Ventile schließen, erneuert werden.

So wurden um das Jahr 2006 bereits erste Kostenvoranschläge von drei Orgelbaufirmen eingeholt. Nach der grundhaften Sanierung unseres Pfarrhauses konnte dann Dank der Unterstützung durch den Wittgensdorfer Heimatverein, besonders durch Herrn Schneider, die Generalreparatur unserer Orgel in Angriff genommen werden. Schon seit etwa dem Jahr 2000 wurden Vermächtnisse und größere Spenden von ehemaligen und gegenwärtigen Gemeindegliedern für die Orgelreparatur gegeben. Der Heimatverein, der durch die Veranstaltung „Große Kunst in kleinem Ort“ über viele Kontakte verfügt, organisierte in Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden Wittgensdorf und Auerswalde ein Orgelkonzert mit Matthias Eisenberg, das nicht nur einen musikalischen, sondern auch einen finanziellen Gewinn erbrachte. So wurden weitere Fördermittel beantragt, die Kostenvoranschläge aktualisiert, Spenden gesammelt, die Voten vom Orgelsachverständigen und vom Kirchenmusikdirektor Siegfried Petri eingeholt, bis am 07.06.2011 mit dem Orgelbaumeister Georg Wünning ein Orgelbauvertrag abgeschlossen werden konnte.

Am 12.9.2011 um 13.00 Uhr begann dann mit einer Bauanlaufberatung die Generalreparatur unserer Orgel. Mit dem Orgelsachverständigen Herrn Böhmig-Weißgerber und dem Orgelbaumeister wurden kleine, aber sehr sinnvolle Dispositionsänderungen abgesprochen. Die Stiftung Orgelklang und das Sächsische Denkmalspflegeamt, die unsere Reparatur mit unterstützen, waren besonders an der Wiederherstellung des Fernwerkes interessiert. Durch die vorgeschriebene Dekontaminierung der Orgel vom giftigen Hylotox und durch den starken Befall durch Holzwürmer stiegen die Kosten bis auf über 108 000 €.

Als Einschub und Ergänzung hier ein Zwischenbericht von W. Schneider (Kultur- und Heimatverein) Anfang 2012.

Am 25. Mai 2012 erfolgte im Beisein des Orgelsachverständigen, des Denkmalpflegeamtes , des Kirchenmusikdirektors, des Kirchenvorstandes und des Kantors und des Heimatvereins die Orgelabnahme. Nun steht der Kirchgemeinde Wittgensdorf wieder eine intakte Orgel zur Verfügung, die am Pfingstsonntag das erste Mal nach achtmonatiger Bauzeit wieder zum Lob Gottes erklang.

Ein Orgelkonzert mit dem Ausnahmeorganisten Matthias Eisenberg am Pfingstmontag lockte ca. 450 Zuhörer in unsere Kirche.

Am 27.11.2012 fand ein weiteres großes Konzert mit Prof. Ludwig Güttler und KMD Friedrich Kircheis in einer vollbesetzten Kirche statt. Sogar im Altarraum wurden Stühle gestellt.

Am 20.11.2012 verfasste der Orgelsachverständige den abschließenden Bericht über die Abnahme der generalüberholten Orgel der Kirche zu Wittgensdorf.