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Nach der umfangreichen Erweiterung und Neugestaltung unserer Kirche im Jahr 1728 mit dem Anbau des Turmes wurde die Kirche innen geprägt von einem Kanzelaltar, von zwei Emporen, die über beziehungsweise hinter der Kanzel begannen, sich an der Nordseite bis zum Orgelraum hinzogen, die zweite Empore noch bis über den Orgelraum und durch die Kapellen des 1843 errichteten Anbaus.

Die beiden Kronleuchter, die jetzt noch unsere Kirche zieren, stammen aus dem Jahr 1881. Einer war ein Geschenk, der zweite wurde von der gleichen Firma dazu gekauft. Im gleichen Jahr entfernte man den Ziegelboden der Kirche und ersetzte ihn durch Zementplatten. Interessant ist der Hinweis, dass die alte Schönberg'sche Gruft hinter dem Altar, in der sich zwei Kindersärge befanden, ebenfalls mit Zementplatten abgedeckt wurde. Dazu wird später vermerkt: "Schönberg'sche Gruft dürfte vielleicht eine irrtümliche Annahme sein, denn diese Gruft war sicher unter der Herrschaftskapelle. Unter der Sakristei war annehmbar das "Barthel'sche Erbbegräbnis".

Von einer umfangreichen Restaurierung des Kircheninneren wird erst wieder 1885 im Zusammenhang mit der Anschaffung des neuen Geläutes berichtet.

Trotz dieser umfassenden Restaurierung des Kircheninneren wird 3 Jahre später, also 1888, ein schlimmer Zustand geschildert: in der Kirche zeigt sich an vielen Stellen der Schwamm. Man ging gründlich dagegen vor. Alle Dielen und Läger wurden herausgerissen, durch neue ersetzt und die Säulen angeschuht. Die neuen Holzteile wurden mit Schutzmitteln imprägniert.

Ein langgehegter Wunsch der Kirchgemeinde ging 1891 durch den Einbau einer Kirchenheizung in Erfüllung. Die Heizung bestand aus zwei Öfen und vier Systemen, wobei jeder Ofen die Rohre von zwei Systemen beheizte.

Vom Einbau neuer Kirchenfenster wird 1903 berichtet. Das Altarfenster stiftete Fabrikbesitzer Kommerzienrat L. Hermsdorf. Auch weitere Fabrikbesitzer spendeten ansehnliche Beträge. Eine Folge des Fenstereinbaues war, dass die Wände der Kirche neu gestrichen werden mussten.

Bei einer Kirchenvisitation im Jahr 1911 fiel von der zweiten Empore eine Wachskerze ins Kirchenschiff, ohne dort Schaden anzurichten. Dieser kleine Vorfall war jedoch Anlass, sich nunmehr ernsthaft mit einer elektrischen Beleuchtung der Kirche zu befassen. Noch im laufenden Jahr wurde die elektrische Anlage eingebaut. Die Installation der beiden Kronleuchter stiftete ein Gemeindemitglied.

Im Jahr 1921 erfolgte eine umfangreiche Renovierung des Kircheninneren. Die Emporen über und hinter der Kanzel wurden entfernt, die zweite Empore auch über dem Chorraum, um Platz zu machen für den Prospekt der neuen Orgel. Die beiden Emporen wurden vom Orgelraum aus mit einem Aufgang verbunden. Hinter dem Altar wurde eine Wand errichtet und die entstandene Nische mit einem Bogen abgeschlossen. Die sogenannte Jägerkapelle erhielt ein Gestühl und eine hölzerne Wandverkleidung. Die Decke wurde gelbgrau und die Wände graublau gestrichen. Die Emporen und das Gestühl erhielten einen braunen Farbanstrich.

Im Jahr 1934 wurde eine neue Kirchenheizung eingebaut und das Kirchenschiff erhielt das zwar bequeme, aber doch recht unschöne "Kinosesselgestühl".

Eine umfassende, mit wesentlichen Änderungen des Kircheninneren verbundene Renovierung erfolgt 1953. Die zweite Empore wurde gänzlich entfernt, der Chorraum vergrößert und neue Kirchenfenster eingesetzt. Die Decke und alle Wände und Nischen erhielten einen hellen, fast weißen Farbanstrich. Die Kirche bekam dadurch gegenüber dem bisherigen, etwas düsterem Graublau ein helles und freundliches Aussehen.

Für die Kirchenheizung musste 1958 ein neuer Heizkessel eingebaut werden.

Der Kanzelaltar, der die Kirche seit der Erweiterung 1728 prägte, musste 1976 auf baupolizeiliche Anordnung hin entfernt werden, da er vom Schwamm befallen war. Die sogenannte Jägerkapelle wurde später zum Kircheninneren hin verkleidet und diente als Mitarbeiterraum. Die Rittergutskapelle war im nachhinein Ehrenloge für die Kriegsgefallenen und dient heute während des Gottesdienstes als Familienraum.

Da der alte Heizungskessel defekt war und nicht mehr repariert werden konnte, wurde 1995 eine Gasheizung installiert.



Im vergangenen Jahr (2000) wurde der Altarplatz mit dem Einbau des 1991 renovierten Buntglasfensters "Christi Himmelfahrt" in die Nische hinter dem Altar und einer zum Fenster passenden Tür zur Sakristei umgestaltet, und in diesem Jahr steht die gründliche Renovierung kurz vor dem Abschluss.

Aufgezeichnet von Dr. Reinhard Müller im September 2001

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