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Andachten und Informationen von Pfarrer Gerald Brause
Seit der Ankündigung am 29.3. hat unser Pfarrer Gerald Brause täglich eine Andachts-Mail verschickt. Sie sind wochentags der fortlaufenden Tageslese (siehe z.B. Herrnhuter Losungen) gefolgt. Viele haben das gerade jetzt in dieser Zeit als große Hilfe empfunden und haben das auch mehrfach mir gegenüber zum Ausdruck gebracht.
Deshalb Dir, lieber Gerald, auch im Namen der vielen Leser deiner Andachten,
ein herzliches Dankeschön!

Die vielen wertvollen Gedanken und Zusammenhänge zu:
Markus 14-16; 1. Korinther 15+16; 1. Pertus; 1. Timotheus; 2. Timotheus
bleiben ja zum Nachlesen auf unserer Internetseite (Veranstaltungsarchiv 2020/April) erhalten.
B. Ulbricht

Fr., 5. Juni, Ich glaube - 2.Timotheus 4, 9-22

Ihr Lieben,
schon wieder ein Briefende, wie so oft mit persönlichen Details und Hinweisen zu und Grüßen an verschiedene Personen: 2.Timotheus 4,9-22.

Die genannten Personen kann man in zwei Spalten einteilen: Für oder gegen Paulus bzw. die Sache des Evangeliums. Das wird schlicht als Tatsache festgestellt, gar nicht groß bewertet geschweige denn Lobpreisungen oder Verdammungen ausgesprochen. So hilft es einerseits, den Tatsachen ins Gesicht zu blicken und mit Personen und Situationen umzugehen, stellt sich andererseits aber unter Jesu „richtet nicht“ und lässt Raum für Gottes veränderndes Handeln.
Andere in Schubladen zu stecken oder selbst in eine gesteckt zu werden geht oft ganz schön schnell. Der bessere Weg ist, die Dinge Gott zu überlassen. In den tiefsten und letzten Angelegenheiten können Menschen ohnehin nichts verrichten. „Der HERR aber stand mir bei und stärkte mich“ (V. 17).

„‘Ich glaube‘ ist der Schlüssel zur Hilfe“. Mit diesem Verweis auf die Jahreslosung aus dem Bericht über den Vater mit dem schwerstkranken Sohn, die sich in ihrer Not an Jesus wenden, hatte ich am 29. März diese täglichen Bibelimpulse begonnen. Heute schicke ich den letzten in die Runde.
Wir haben große Bewahrung erlebt. Mit den Bibeltexten über Kreuz und Auferstehung und denen aus den neutestamentlichen Briefen, wie die junge Christenheit ihren Weg durch alle Herausforderungen gefunden hat, hatten wir Felsen- und Orientierungswort in nie dagewesener Zeit.

Hoffentlich war es eine kleine Hilfe in den Zeiten der Isolation und hat ein wenig Lust gemacht, weiter oder wieder regelmäßig Bibel zu lesen. Wir bleiben verbunden, miteinander und in Gottes starkem Wort. Wir können uns wieder treffen in den Gottesdiensten und Gemeindegruppen. Sehr freue ich mich auf die nächsten Bibelabende. Die Fundamente für einen krisenfesten Glauben und für eine lebendige, starke, bunte, ausstrahlende Gemeinde hat Jesus alle gelegt. Immer werden wir Wachstum und Frucht erleben, wenn wir mit unserem „Ich glaube“ zu Jesus kommen. Mag es uns manchmal klein und unzureichend vorkommen – es ist die Tür zu Hilfe und Segen.

In Jesus verbunden,
Euer Pfarrer Gerald Brause

Gebet:
- für unsere Gemeinden
- für Stärkung und Orientierung durch Gottes Wort
- um Gottes Schutz und Begleitung auf all unseren Wegen

(Zur Tageslese: ERF: Bibel heute)


Do., 4. Juni, Ich glaube - 2.Timotheus 4, 1-8

Liebe Geschwister,
als letztes Inhaltliches in diesem Brief ermahnt Paulus Timotheus zur Treue im Dienst als Lehrer und Prediger des Evangeliums. Er tut das mit allem Nachdruck, „inständig vor Gott und Christus Jesus“, und im Licht von Gericht, Wiederkunft und Reich Gottes: 2.Timotheus 4,1-8.

Was für Timotheus in seiner besonderen Berufung zu Lehre und Verkündigung galt, gilt im Grunde immer und in allem, wo Christen ihren HERRN Jesus Christus bezeugen, mit oder ohne Worte: es ist und bleibt das Evangelium, was da bezeugt wird, es ist gesunde, heilsame Lehre, es ist die Wahrheit. Und wenn hundertmal Menschen es abweisen, wenn sie lieber sonst was für Sachen glauben – „sei nüchtern, leide willig, richte dein Amt redlich aus“. Paulus kann schon eine gewisse Summe seines Lebens ziehen. Er ist sich ziemlich sicher, dass es nur noch eine Frage kurzer Zeit ist, bis er sein Leben lassen wird wegen seines Glaubens. So kommt es ja auch. Aber er tut es in der großen Gewissheit auf die „Krone der Gerechtigkeit, die ihm der HERR geben wird“.

Welch ein Segen, wenn ein Leben so klar auf den Fundamenten Gottes ruht und wenn es mit so viel Hoffnung und Freude seinem Ziel in der Ewigkeit zustrebt. Das gilt nicht nur für Paulus und Timotheus!
Und wie nötig ist es, sich eindeutig und ohne Ausflüchte der Autorität des Wortes Gottes zu unterstellen, als Lehrer/ Zeuge und als Hörer/ Leser und eben nicht das zu sagen/ nur hören zu wollen, wonach einem „die Ohren jucken“. Damit bewegen sich die Christen immer schon gegen den allgemeinen Trend und ernten mehr oder weniger heftig Unverständnis und Anfeindung. Bitte nicht irre machen lassen!

Gott befohlen!
Euer Gerald Brause

Gebet:
- um eine in Christus und seinem Wort gegründete Lehre und Verkündigung in unseren Gemeinden
- für unsere Familien, besonders die mit kleinen Kindern
- Dank für weitere Rückkehr in die Normalität ab dem Wochenende und Bitte, dass keine neuen Infektionsfälle auftreten
Information:
Ich glaube, es lohnt sich, all die Dinge festzuhalten, die uns in der Corona-Zeit neu wichtig geworden sind, persönlich, in den Familien, in den Firmen, im Zusammenleben, in der Gemeinde.
Was euch für unser Miteinander in der Gemeinde aufgefallen ist, sagt bitte uns Mitarbeitern und Kirchvorstehern.


Mi., 3. Juni, Ich glaube - 2.Timotheus 3, 10-17

Liebe Bibelleserunde,
heute sind wir bei 2.Timotheus 3,10-17.

Die Bösewichter und Verführer von gestern tauchen noch einmal kurz auf. Der Textabschnitt heute erfreut uns nun aber mit zwei konkreten Hinweisen, wie man diesen negativen Einflüssen begegnen kann.

Als erstes traut sich Paulus einfach mal so zu sagen: Timotheus, du bist mir gefolgt und das war gut so.
Ist das nicht ziemlich eingebildet von ihm? Muss er sich beweihräuchern lassen? Wir müssen natürlich vollständig lesen: Du bist mir gefolgt in der Lehre, im Leben, im Glauben, in der Liebe usw. Das haben wir immer gemeinsam gemacht, miteinander, Schritt für Schritt, auch in den Zeiten, wo es uns Leid und Verfolgung eingebracht hat. Bei den beiden ist Paulus immer das Vorbild geblieben. Oftmals wechseln auch die Rollen.
Es ist ein geistliches Grundprinzip, einander Vorbild im Glauben zu sein. Wer ist / war dein geistliches Vorbild? Bist du eins?

Als zweites nennt Paulus die Wegweisung, Korrektur und Stärkung durch die heilige Schrift.
Es ist eine wahrhaft gute Idee, sich hinein zu vertiefen in die Welt- und Lebenssicht der Bibel, in all die dort dokumentierten Erfahrungen, in ihre Gedankenwelt und vor allem in die Botschaft aus Gottes Herzen, die sie uns vermittelt. Es geht dabei letztlich nur nebenbei darum, große Bibelkenntnis zu haben. Zuerst bringt sie uns Lebenskenntnis, Lebenstüchtigkeit. Wir können die Bibel gar nicht intensiv genug studieren! Und wenn wir dann noch vom Leser und Hörer zum Täter des Wortes geworden sind - welch ein Segen! Wer waren die Bibellehrer des Timotheus (V 14)? Sicher Paulus. Genauso aber auch seine Mutter und seine Oma (V. 15 und schon Kap.1 V.5)!
Wir tun ein unfassbar gesegnetes Werk, wenn wir unseren Kinder und Enkeln (und anderen mehr…) die Bibel lieb und vertraut machen! Die Verse 16 und 17 unterstreichen das.

Herzlich grüßt Euch
Euer Gerald Brause

Gebet:
- Dank und Fürbitte für unsere Vorbilder im Glauben und die Bitte, dass wir selbst eins sind
- Dank, dass wir mit geistlicher Weggemeinschaft und der Bibel solch wirkungsvolle und bewährte Werkzeuge haben in aller Zerrüttung der Zeit
- für die Kranken und Trauernden
Information: Noch bis zum Ende dieser Woche feiern wir jeden Morgen 8.30–9.00 Uhr in der Kirche Auerswalde den täglichen Bittgottesdienst in der Corona-Pandemie. Ab nächste Woche kommen wir in dieser Zeit dann wieder zum Morgengebet zusammen. Danke für allen Segen, den Gott darauf legt.


Di., 2. Juni, Ich glaube - 2.Timotheus 3, 1-9

Ihr Lieben,
hattet ihr ein schönes Pfingstwochenende? Und war der Heilige Geist unterwegs? Hat eure alte Tür gequietscht (das verstehen jetzt nur die, die am Pfingstmontag im Gottesdienst waren)?
Leider konfrontiert uns der heutige Bibelabschnitt gleich wieder mit den Niederungen des Lebens. Schlimme Zeiten werden angekündigt und viel Verdorbenheit unter den Menschen: 2.Timotheus 3,1-9.

Diese schlimmen Zustände sind ein Endzeitmerkmal („letzte Tage“, V. 1). Die biblischen Zukunftsankündigungen gestatten nie die Illusion, dass es mit der Welt und der Menschheit irgendwie grundsätzlich aufwärts gehen könnte. Das ist schon deprimierend. Andererseits: gut, dass man’s weiß!

Zugleich ist menschliche Verkommenheit auch bereits gegenwärtige Erfahrung (Timotheus soll solche Menschen meiden, V.5). Geredet wir hier nicht von der bösen Welt, sondern von Zuständen in der Gemeinde! Auch da gelingt keine „heile Welt“. Schade. Erinnern möchte ich jedoch daran, dass eine solche biblische Aussage nicht andere biblische Aussagen zum gleichen Sachverhalt außer Kraft setzt. Gemeinde bleibt immer noch und zugleich Licht und Salz und Leib Jesu und kann überwinden bis ans Ende und die Krone des Lebens bekommen. Man kann ja auch außer dem heutigen Lasterkatalog mal schnell Galater 5,22f lesen. Da steht, welches Charakterbild der Heilige Geist in Menschen formt.

Jannes und Jambres (V. 8) sind nach jüdischer Überlieferung die Namen der ägyptischen Zauberer aus 2. Mose 7, 11 u. 22, die tatsächlich eine Weile effektreich gegenhalten konnten gegen göttliche Wundertaten, die Mose vor dem Pharao tat (wir glauben aus solchen Gründen ja auch nicht an Wunder, sondern an den, der Wunder tut).

Gebet:
- Dass wir gern und ausdrücklich den Heiligen Geist unseren Charakter formen lassen
- Um einen von Gott geprägten Umgang mit menschlichen Fehlhaltungen

Einen schönen Tag wünscht Euch
Euer Gerald Brause


Mo., 1. Juni, Ich glaube - Pfingstmontag

Liebe Gemeinde,
gestern hatten wir den Wochenspruch des Pfingstfestes bedacht, heute schauen wir auf einen der Predigttexte:
Johannes 20, 19-23.
Wieder ist es ein Bibelwort, das chronologisch vor der „Ausgießung des Heiligen Geistes auf alles Fleisch“ zu Pfingsten einzuordnen ist, diesmal allerdings nur Tage und nicht Jahrhunderte wie gestern. Wir sehen daran, dass es das Wirken des Geistes Gottes nicht erst seit Pfingsten, sondern bereits von Anbeginn der Schöpfung gibt. Mit Pfingsten hat dann aber die bis zu uns heute reichende Ära begonnen, in der Gott bevorzugt und sozusagen „in der Fläche“ durch seinen Heiligen Geist handelt. Das sollte uns bitte immer bewusst sein. Es blockiert Entscheidendes, wenn wir den Heiligen Geist gewissermaßen mit spitzen Fingern behandeln.

Vier Dinge will ich kurz ansprechen:

  • Der Geist weht bekanntlich, wo er will. Die Wahrscheinlichkeit ihm zu begegnen, hängt nun aber doch auch ein ganzes Stück davon ab, ob ich ihn suche und etwas mit ihm zu tun haben möchte. Die Jünger hatten sich nach dem großen Schreck der Kreuzigung dann doch recht schnell wieder gesammelt und haben es nicht zugelassen, dass die Nachfolgegemeinschaft untereinander und mit ihrem HERRN zerbricht.
  • Jesus bleibt untrennbar verbunden zugleich der Gekreuzigte wie der Auferstandene und der Erhöhte, der über den Geist Gottes verfügt. Das kann und darf man nicht voneinander trennen, passiert aber leider oft.
  • Es gibt im Leben eines Jüngers offensichtlich beides: mal ist man (nur) „angeblasen“ vom Heiligen Geist, mal „erfüllt“. Beides vom HERRN. Beides zu seiner Zeit.
  • Erste Sendung und Bevollmächtigung der Jünger ist die, im Namen Jesu Sünde aufzudecken und bei Bußbereitschaft zu vergeben. Das ist und bleibt erstrangiges Gottesgeschenk, heilend, ja lebensrettend. Von dort aus kann Jesus dann weitergehen.
Gebet:
- Dass Jesus hinter verschlossene Türen tritt
- Dank für die Kraft des Heiligen Geistes
Information:
Das für Donnerstagnachmittag in der Auerswalder Kirche geplante Familien-Mitmach-Konzert mit Amadeus und Gabriele Eidner mussten wir coronabedingt leider absagen.

Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist leite und erfülle uns.
Euer Pfarrer Gerald Brause


So., 31. Mai, Ich glaube - Pfingstsonntag

Liebe Gemeinde,
wir Menschen haben (oder finden notfalls …) allerlei Gründe zu feiern. Vermutlich gibt es aber kaum einen großartigeren Feier-Grund als das Pfingstereignis:
Der große Gott stellt uns kleinen Menschen seinen Geist zur Verfügung. Also die Kraft, die in ihm wohnt, mit der er das Universum geschaffen hat, durch die Jesus eins war mit dem Vater. Kann man sich das überhaupt vorstellen? Gottes Geist in mir? Wir werden das immer nur bruchstückhaft erfassen können. Aber viele von uns können ergreifende Geschichten erzählen, was Gottes Geist in ihnen bewegt hat.

„Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth“ ist der Wochenspruch von Pfingsten. Dieses alte biblische Prophetenwort (Sach 4, 6b) übermittelte bereits die Botschaft von Pfingsten. Gottes Geist macht es. Du kannst da nichts tricksen, manipulieren oder durchdrücken. So geschieht nichts. Und auf keinen Fall erreicht man so Herzen, niemals. So findet keiner zu Gott. Aber du kannst es erleben, dass auf den bescheidenen Landeplattformen, die wir menschlich bauen können (und auch sollen...!), eine geheimnisvolle, große, im wahrsten Sinne des Wortes „heilige“ Kraft am Arbeiten ist: der „Heilige Geist“, „Kraft aus der Höhe“, ein Geist der Wahrheit, der Kraft, Liebe und Besonnenheit, ein Tröster, Ratgeber und Beistand.

Sicher, es sind immer wieder zunächst Anfänge. Die müssen ihre Fortsetzung finden und im Leben reifen. Das Pfingst-Prophetenwort richtet sich an kraft- und mutlos Gewordene mit zerbröckelnder Hoffnung. Sie sahen ihre kläglichen Anfänge und einen Riesenberg von Problemen. Da zeigt ihnen Gott, was aus diesen Anfängen werden und auf welche Weise es gelingen wird.

„Ich glaube, weil mir der Glaube Kraft gibt und es fantastisch ist zu wissen, dass jemand immer da ist und auf meine Probleme Antwort weiß.“ „Ich glaube, weil ich von Gott überzeugt wurde“, „weil ich in Jesus den Sinn meines Lebens sehe“ und „weil ich in ihm einen Freund habe, der immer zu mir hält“. „Ich glaube, damit ich lebe“, „damit ich im Leben sicher stehe“, „damit wir nach dem Tod nicht ins Leere gehen“.
Das haben mir mal Konfirmanden aufgeschrieben (in einer anderen Gemeinde, man muss also nicht rauskriegen wollen, wer das war …). Hoffentlich durfte der Heilige Geist an ihnen wirken.

Und heute feiern wir das Geschenk des Heiligen Geistes und lassen ihn bei uns wirken!
Euer Pfarrer Gerald Brause.

Gebet:
- Um ein kraftvolles Wirken des Heiligen Geistes unter uns und bei bislang Unerreichten
- Dass ich es akzeptieren kann, auf welche Weise Gott zum Ziel kommen will, und dass ich ausreichend viel davon immer erkenne
- Eine neue Erweckung
Information:
Heute und morgen 9.00 und 10.30 Uhr Gottesdienste in der Auerswalder Kirche, dazwischen 10.00 Uhr Abendmahlsfeier.


Sa., 30. Mai, Ich glaube - 2.Timotheus 2, 14-26

Liebe Geschwister,
ein geist-reiches Pfingsten wünsche ich Euch allen! Erwartet Ihr es noch/ wieder/ ganz neu, dass die Kraft aus der Höhe, der Beistand, der Tröster, der Erklärer, der Anleiter in alle Wahrheit usw. usf., also der Heilige Geist da ist und wirkt?

Wir lesen 2.Timotheus 2,14-26.
Der Heilige Geist wird hier nicht explizit erwähnt, aber letztlich macht er es im eigentlichen erst möglich, wozu hier Timotheus aufgefordert wird: unnütze Diskussionen und fruchtlose Fragestellungen zu meiden und stattdessen immer wieder den festen Grund Gottes zu suchen. Zuerst für sich selber, und immer auch als Dienst an den Menschen an seiner Seite. In seinem Lehr- und Leitungsamt ist das doppelt wichtig.

Wird hier verboten, dass in der Gemeinde diskutiert, gefragt und gerungen wird und es auch mal möglich ist zu zweifeln, ohne dass einem gleich der Stuhl vor die Tür gestellt wird? Nein. Aber wenn es nicht deswegen geschieht, dass Fundamente, wirkliche Wegweisung und geistliche Zielbestimmung klar werden, sondern um zu verwirren, zu manipulieren, Irrlehre zu verbreiten, Streit zu schüren oder Rechthabereien zu pflegen, dann muss ein Stopp gesetzt werden. Gemeinden können daran zerbrechen. Damit treibt nur zu gern der Teufel sein übles Werk (V. 26).
Es kann aber auch einfach nur unreif sein (so werden hier die „Begierden der Jugend“ in V. 22 zu verstehen sein). Wie sehr brauchen wir bis heute die „rechtschaffenen und untadeligen Arbeiter“ (V. 15), die hier in den Gemeinden dienen und helfen, den in V. 24+25 markierten Weg hindurch zu finden.

Bemerkenswert, dass solche klugen und wichtigen Menschen wie Paulus und Timotheus von solchen einfachen Wahrheiten her denken (V. 19): Gott kennt mich. Oder: Wenn ich seinen Namen im Mund führe, kann ich nicht zugleich Ungerechtigkeiten verbreiten. Bei anderer Gelegenheit werden weitere genannt. Immer wieder zum Zentrum und dem eigentlichen Fundament zu finden, hilft in allem Diskutieren und Tasten. So bewältigt auch die Gemeinde ihre Herausforderungen.

Gebet:
- Heiliger Geist, schenke Klarheit, Durchblick und Unterscheidungsvermögen.
- Dass in unseren Gemeinden das Wort der Wahrheit klar und reichlich ausgeteilt wird – und die Menschen es auch hören (wollen)
- Um Erweckung und Erneuerung durch die Kraft des Heiligen Geistes
- Für die Einsamen
Information:
Kirchturm Wittgendorf: die Denkmalförderung ist diese Woche präzisiert und offiziell angekündigt worden, allerdings mit einigen tausend Euro weniger als ursprünglich geplant. Danke für alle Unterstützung (Gebet, finanziell, Planung und Organisation, Arbeitseinsätze).

Ein wunderschönes Pfingstfest voller Kraft des Heiligen Geistes wünscht Euch allen
Euer Pfarrer Gerald Brause


Fr., 29. Mai, Ich glaube - 2.Timotheus 2, 1-13

Ihr Lieben,
heute sind wir bei 2.Timotheus 2, 1-13.
Mit Jesus zu leben bedeutet nahezu automatisch, kämpfen und oft auch leiden zu müssen. Gut, wenn das einem klar gesagt wird. „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen (1Tim 6,12)“, hat Timotheus lange schon von Paulus gehört. Es ist ein lohnender Kampf! Weil es um das ewige Leben geht, für mich selbst und für die Menschen an meiner Seite. Alles wirklich Wichtige im Leben kostet Einsatz und ist den auch wert. Und in diesem Fall doch besonders, oder?

Die andere Seite derselben Medaille ist und bleibt, dass es ein Riesen-Geschenk Gottes ist, dass wir glauben und zu Gott gehören dürfen, dass ER uns Vergebung schenkt, dass wir Gaben erhalten haben und Aufgaben, dass das Leben hier durch IHN erst in seine Bestimmung kommt und dass ER uns zu sich zieht in die ewige Herrlichkeit.

Wir sind also zugleich Kämpfer und Glückspilze. Eins davon abspalten zu wollen zerstört letztlich auch das andere. Mitten darin stehen solche wunderbaren Zusagen wie in V 6 oder in V 13.

Und ebenfalls Teil dieser Gedankenführung ist eines der wichtigsten Gemeindewachstumsprinzipien: V 2. Die kostbare und erlösende Rettungsbotschaft von Jesus Christus soll weitergegeben werden an Menschen, die sie dann ihrerseits weitergeben (die Bibelstelle lässt sich gut merken durch die drei Zweien).

Gebet:
- dass wir heute den guten Kampf des Glaubens bestehen
- dass wir klar unterscheiden können, wofür es wert ist zu kämpfen, und was Nichtigkeiten sind
- für die vielen Glaubensgeschwister in der Welt, die um ihres Glaubens willen verfolgt oder benachteiligt werden
Information:
Herzliche Einladung zu den Pfingstgottesdiensten! Wieder jeweils 9.00 und 10.30 Uhr in der Kirche Auerswalde, dazwischen 10.00 Abendmahlsfeier.

Ein Tag voller Kraft von unserem HERRN und Heiland Jesus Christus!
Euer Gerald Brause


Do., 28. Mai, Ich glaube - 2.Timotheus 1,13-18

Liebe Geschwister,
also, es geht darum, sich zu Jesus zu bekennen und dem Evangelium treu zu sein, nötigenfalls dafür auch zu leiden.
Wie konnten die Christen der damaligen Zeit denn eigentlich wissen, was genau „das Evangelium“ ist? Wir heute können ja nachschlagen in den 4 neutestamentlichen Evangeliums-Berichten oder der Wirkungs- und Klärungsgeschichte in den Briefen und der Apostelgeschichte nachgehen und obendrein zwei Jahrtausende theologische Präzisierung und Forschung nutzen. (Wissen wir es dadurch dann genau??)

Ja sicher, es geht um Jesus, um das Kreuz, die Auferstehung, seine Herrschaft im Himmel und die Wiederkunft, seinen Ruf zur Buße und in die Nachfolge. Wie aber bekam das immer wieder seine lebendige Gestalt?

Wir lesen 2.Timotheus 1, 13-18.
Drei miteinander verwobene Dinge transportieren das Evangelium, das heilsame, gesunde Wort, das kostbare Gut (V. 13+14):

  • es wird verkündigt. Am Vorbild/ „Muster“ des Paulus soll sich Timotheus orientieren
  • im Glauben, in der Liebe, in Christus wird es angenommen. D.h. ohne Glauben oder wenigstens die Bereitschaft zu glauben bleibt es verschlossen. Dem Glauben erschließt sich das Evangelium und das Evangelium stärkt den Glauben.
  • der Heilige Geist muss es uns öffnen und bewahren. Ihm müssen die Herzenstüren geöffnet sein, damit er dort wohnen kann.
Wir können höchst dankbar sein über das in unserer Bibel dokumentierte Evangelium. Wirksam und lebensverändernd wird es jedoch auch für uns noch genauso durch diesen dreifachen Zugang. Den müssen wir immer wieder suchen und üben. Nun ja, und die positiven und negativen Beispiele dafür gab es auch schon immer.

Gebet:
- für eine klare und gesunde Verkündigung des Evangeliums, für uns und andere – und durch uns(!). Haben wir unseren Freunden, Kindern, Enkeln … ein Vorbild, ein Muster mit auf den Weg gegeben?
- für die Wittgensdorfer KV-Sitzung heute
- Heute Abend kann man sich an einer länderübergreifenden Online-Gebetsaktion beteiligen, bei der im Vorfeld des Pfingstfestes um Gottes Beistand durch den Heiligen Geist gebetet wird: gemeinsamvorpfingsten.org
Information:
In Wittgensdorf fehlen zur Bereitstellung von Handdesinfektion noch kleine Pumpspender. Bitte bei Kloses melden, wer einen zur Verfügung stellen kann.

Einen gesegneten Tag wünscht Euch
Euer Gerald Brause


Mi., 27. Mai, Ich glaube - 2.Timotheus 1, 1-12

Ihr Lieben,
heute beginnen wir den zweiten Brief des Paulus an Timotheus, an seinen Sohn im Glauben, einen seiner verlässlichsten Mitarbeiter . Er ist ein ganzes Stück persönlicher gehalten als 1. Tim. Während dort doch viele dienstliche Fragen im Vordergrund standen, ist 2. Tim „Seelsorge am Seelsorger“.
Der Brief wurde von Rom aus geschrieben. Dort ist Paulus unter Arrest wegen seines Glaubens an Jesus Christus (das ist die Kurzfassung, die ganze Geschichte kann man nachlesen in Apostelgeschichte 21,27 bis 28,31). Es wird nicht erwähnt, wo Timotheus im Moment ist. Das spielt allerdings für die angesprochenen Themen auch keine Rolle.

Wir lesen 2.Timotheus 1,1-12.
Wie gut und wie wichtig, dass Menschen, die miteinander im Glauben unterwegs sind, sich so etwas schreiben und sagen: Es weiß jemand, wie mir’s geht (Tränen). Es weiß jemand, was in mir steckt (Gabe in dir). Wir teilen vergleichbare Erfahrungen (Glauben in der Familie). Es kann mir jemand die wirklichen Prioritäten zurechtsortieren. Wozu sind wir berufen?

Das ist ja alles nichts Neues. Aber ich muss es mal wieder hören oder lesen.
„Christus hat dem Tod die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.“ „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ „Ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiss, dass er bewahren kann, was mir anvertraut ist.“
Haben wir jemanden, mit dem wir so eine geistliche Zweierschaft leben? Wem kann ich heute etwas sagen zur Glaubensvergewisserung?

Und danken wir dem HERRN, dass er uns berufen hat. Jesus geht mit uns, wie gut! Euer Gerald Brause

Gebet:
- für meine Schwester, meinen Bruder im Glauben … (Name)
- dass uns Gottes Prioritätensetzung nicht wegrutscht
- für die Wirbelsturmopfer in Indien und Bangladesch (500.000 wurden obdachlos!) und dass Hilfe hinkommt trotz Corona-Beschränkungen


Di., 26. Mai, Ich glaube - 1.Timotheus 6, 17-21

Liebe Bibelleserunde,
heute lesen wir die letzten Zeilen des ersten Timotheusbriefs:
1.Timotheus 6,17-21.
Nach dem „Amen“ von gestern hängt Paulus zwei kurze Anmerkungen an, die erste zu „Reichtum“, die zweite zu „Heidnische Religiosität“. Diese beiden Themen haben die junge Christenheit offenbar besonders herausgefordert. Letztlich tun sie es heute immer noch.

Reichtum:
Wir waren schon darauf gestoßen, dass Glaubens- und Lebensfragen in der Bibel unterschiedlich oft und ausführlich behandelt werden, auch sehr zentrale. Die Thematik Hab und Gut/ Reichtum/ Verhältnis zum Besitz hat dabei einen Spitzenplatz. In der Bergpredigt widmet Jesus ihr den meisten Platz (Matthäus 6, 19ff), mit solchen markanten Sätzen wie „Niemand kann zwei Herren dienen. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ oder „Sammelt euch Schätze im Himmel. Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“ oder „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“. Es gibt kaum noch etwas in dieser Welt, das uns mehr in Beschlag nimmt als das, was wir besitzen (… oder vielleicht gern besitzen würden…). Verlässlicher Grund zur Hoffnung kann Reichtum nicht sein, er bringt auch nicht das wahre Leben. Ein Armutsideal wird hier aber auch nicht aufgerichtet, sondern ein verantwortungsvoller und dankbarer Umgang mit dem Besitz ans Herz gelegt einschließlich der Möglichkeiten, damit Gutes zu tun.

Heidnische Religiosität
Damals war es die Gnosis (= „Erkenntnis“). Bis heute ist es manchmal kaum zu fassen, woran die Leute glauben, wenn sie nicht an Gott glauben.

Gebet:
- um einen christusgemäßen Umgang mit unserem Besitz
- um einen lebendigen echten Glauben, der uns selbst hilft und ausstrahlt in alles Suchen nach Religiosität
- dass die Verantwortungsträger im Staat das richtige Maß der Corona-Lockerungen finden

Information:
Unsere Eigenmittel bei den großen Bauvorhaben in Wittgensdorf haben wir für die Turmdeckung und den Schwamm-Rückbau beisammen und sind auf gutem Weg im Blick auf den reinen Wiedereinbau des Fußbodens. Offen ist im Moment, ob die zugesagten Zuschüsse auch wirklich so ausgereicht werden können.
In den nächsten wenigen Wochen müssen wir die Frage beantworten, was wir uns leisten wollen/können von all den vielen wunderbaren Ideen bzgl. der Funktionsanreicherung der Kirche …

Die Gnade sei mit euch, wie Paulus so schön sagte.
Euer Gerald Brause


Mo., 25. Mai, Ich glaube - 1.Timotheus 6, 11-16

Ihr Lieben,
einen guten Start in die Woche wünsche ich Euch!
Auch wenn morgen noch mal ein kleiner Nachklapp im 1. Tim kommt, den eigentlichen, recht feierlichen Schluss lesen wir heute: 1.Timotheus 6,11-16

Ganz am Ende steht ein sichtlich aus tiefstem Herzen kommendes Amen, davor ein ehrfürchtiger Lobpreis auf den heiligen Gott. Wie gut, wenn man etwas auf dieser Welt in dieser Weise zu Ende bringen kann, ob es nun ein Brief ist oder vielleicht sein ganzes Leben!

Als abschließende Hinweise des Paulus an Timotheus lesen wir noch einmal die Bekräftigung, sich von fruchtlosen Lebensentwürfen zu distanzieren (das waren z.B. die Seuche der Fragen und Wortgefechte und die Geldgier), stattdessen ausdrücklich immer wieder alle Kraft in Lebenshaltungen zu investieren („nachjagen“), wie sie wirklich einem erlösten Gotteskind und dem Geheimnis des Glaubens entsprechen. Als „Gottesmensch“ soll Timotheus das so tun. Hinter diesem Ausdruck steckt eine gewaltige Anerkennung und große Ehre. Wir finden so eine Bezeichnung selbst bei den größten biblischen Gottesmännern nur ganz selten (z.B. für Mose oder Samuel). Bestimmt wird Timotheus gleich ein Stück gewachsen sein, wenn sein großer Glaubensvater, Lehrer und Mentor Paulus ihn so nennt. Es ist ja aber wahr. Und immer baut das auf, wenn wir ein Gotteskind, eine Schwester, einen Bruder, eine Mutter im Glauben auch mal so ansprechen.

Noch einmal herausgehoben bekommt Timotheus den Auftrag, bis zum Ende der Tage „dem Gebot“ treu zu sei. Damit ist der generelle Auftrag gemeint, der jedem Jesus-Nachfolger geboten ist, nämlich sich zu Jesus zu bekennen und das Evangelium zu bezeugen in Wort und Tat. Interessant, dass Paulus das Ende der Tage eher gesetzt sieht durch die Wiederkunft Christi als durch das Sterben. Im Neuen Testament ging man in aller Regel von einer Naherwartung des Weltendes aus. Dadurch werden die Aussagen natürlich konzentrierter und radikaler. Wir müssen immer mal wieder aufpassen, sie nicht zu verwässern oder eben nicht richtig ernst zu nehmen. Rein mathematisch sind wir näher dran am Weltende als die ersten Christen!

Gebet:
- dass wir es von Herzen wollen und es uns heute möglichst gut gelingt, als Gottesmenschen zu leben
- Dank für unsere Lehrer und „Geburtshelfer“ im Glauben
- für das, was diese Woche Schwieriges vor uns liegt

Bleibt behütet,
Euer Gerald Brause


So., 24. Mai, Ich glaube - Sonntag Exaudi

Liebe Gemeinde,
bei der jüngsten Revision der gottesdienstlichen Lesungen und der Neuordnung der Gottesdienstthemen hat man sehr überlegt, ob der Sonntag zwischen Himmelfahrt und Pfingsten nun noch zum Osterfestkreis (weiße Altarbehänge, für die genauen Beobachter) gehört oder schon zur Pfingstzeit (rot) – oder zu den Zeiten der Prüfung, Besinnung und Buße (violett) wie vor Weihnachten und vor Karfreitag/ Ostern gezählt werden sollte.
Letzteres hätte am besten der Schwerpunktsetzung dieses Sonntags entsprochen. Man ist aber bei „weiß“ geblieben. Der Sonntag Exaudi thematisiert besonders das Spannungsfeld zwischen dem „schon jetzt“ und dem „noch nicht“, in dem wir Christen zeitlebens stehen.

Wir lesen den Predigttext Jeremia 31, 31-34.
Die Botschaft Gottes in den Prophetenworten ist immer eine spannende Sache. Sie hat jeweils ihren unmittelbaren ersten Sinn in der Ursprungssituation - und meistens darüber hinaus einen tieferen Sinn und oft dann einen noch tieferen.
Die Ersthörer der prophetischen Verheißung waren die verschleppten Israeliten in der babylonischen Gefangenschaft. Sie konnten dankbar einen Haken an diese göttliche Verheißung machen, als sie wieder zurückkehren konnten ins Gelobte Land. Dankbar erlebt das Gottesvolk, mit welcher Kraft und mit wie viel Treue Gott seinen Bund mit Israel wieder aufrichtet.

War das dann aber tatsächlich schon der „Neue Bund“? War wirklich das göttliche Gesetz den Menschen „ins Herz geschrieben“? Waren die Sünden umfassend vergeben?
Das sind eigentlich alles Kernaussagen des Neuen Testaments. In Jesus Christus werden diese Dinge tatsächlich war. Der „neue Bund“ ist ja, genau besehen, auch immer noch derselbe erste ewige Bund zwischen Gott und seinen Menschen: Ich, der heilige Gott, bin euer Gott, mit meiner ganzen Allmacht und Barmherzigkeit, Gnade und Liebe. Und ihr seid mein Volk.
In Christus wird das wirklich und wahr. Er formt Herzen. Er zieht dort ein. Er verändert unser Sinnen und Trachten. Er ermöglicht Vergebung für alles.
Auf unsere Bibelstelle wird im Neuen Testament mehrfach Bezug genommen (Römer 11, 27; 2. Korinther 3,3; Hebräer 10, 16) und immer auf Christus hin gedeutet.

Und wie ist das nun mit dem „schon jetzt“ und dem „noch nicht“? Für mich ist klar: Die Aussagen unseres Bibelworts gelten und wirken definitiv für uns schon jetzt. Wir brauchen nicht daran zu deuteln, dass wir aus der Vergebung leben, in einem heiligen Bund mit dem großen Gott stehen und er seine Weisungen uns ins Herz legt. Gott sei Dank!

Einen gesegneten Sonntag wünscht Euch
Euer Pfarrer Gerald Brause

Gebet:
- Dass wir in den unzerstörbaren Bund mit Gott eingetreten sind und wir in jeder Situation zulassen, dass dieser Bund unser Leben trägt
- Für Israel um Schutz und Bewahrung und dass es Jesus als seinen Messias erkennt
- Um gesegnete Gottesdienste
Information:
Für Christi Himmelfahrt und Pfingsten haben wir einen kleinen Hör-Gottesdienst produziert. Er kann >>hier<< heruntergeladen oder direkt angehört werden. Manche haben ihn auch als kleinen Gruß ins Haus bekommen. Danke an die Mitwirkenden.


Sa., 23. Mai, Ich glaube - 1.Timotheus 6, 1-10

Liebe Geschwister,
schon wieder ein letztes Kapitel. Ein Sachthema wird noch kurz angesprochen: Verhalten der Sklaven. Dann setzt Paulus zum Schluss an. 1.Timotheus 6,1-10

Auch für die Sklaven gibt es keine andere Ansage als für jede bisher behandelte Personengruppe auch: Lebe in deiner Situation als gottesfürchtiger Mensch, so, dass du damit vor Gott bestehen kannst und du ihm auch nach außen sichtbar die Ehre gibst und keine Schande machst („Und der will Christ sein …“). Zuerst nötigenfalls sich selber ändern, nicht etwa die Umstände.
Ob den Sklaven damals diese Botschaft gefallen hat? Gefällt sie uns heute? Ist das erstrebenswert, „sich genügen zu lassen“? Einfach als gottesfürchtiger, frommer, dankbarer, zufriedener Mensch zu leben?
Solche Fragen klären sich oft ganz schnell, wenn man sich mal kurz überlegt, ob man vielleicht besser das Gegenteil möchte, hier also ein Mensch zu sein, der nie genug bekommt, gottvergessen, undankbar, unzufrieden. Will das jemand?

Zwei entgegenstehende Lebensentwürfe werden kritisiert: die „Seuche der Fragen und Wortgefechte“ und die Gier nach Reichtum. Beides macht Menschen kaputt. Die Geldgier wird sogar als Wurzel alles Übels bezeichnet. Darüber kann man mal nachdenken.
Ach übrigens: Dadurch dass Christen in ihrer jeweiligen Situation im Gehorsam gegenüber Gott und im Vertrauen auf sein Wort gelebt haben, sind sie an wichtigen Punkten des Weltgeschehens zu einem entscheidenden Faktor für gesellschaftliche Veränderungen geworden, z.B. bei der Abschaffung der Sklaverei, im Widerstand gegen Hitler, bei der Entwicklung von Systemen gegen Armut und Ausgrenzung, im Bildungswesen, in der Wende 1989 …

Gebet:
- dass wir immer und immer wieder unser Schicksal in Gottes Hand legen
- um ein klares Erkennen, was „sich genügen lassen“ in meiner Situation heißt
- Dank für alle bisherige Bewahrung in der Corona-Bedrohung
Information:
- Morgen 9.00-9.45 und 10.30-11.15 Uhr Gottesdienste in der Auerswalder Kirche, dazwischen 10.00-10.15 Uhr Abendmahlsfeier.
- Je nach Mentalität kann man in den früheren oder in den späteren Gottesdienst gehen, gleich ob man aus Auerswalde oder aus Wittgensdorf kommt.

Herzlich grüßt euch
Euer Gerald Brause


Fr., 22. Mai, Ich glaube - 1.Timotheus 5, 17-25

Ihr Lieben,
heute lesen wir etwas über die Ältesten in der von Timotheus begleiteten Gemeinde in Ephesus. Man hätte erwartet, dass hier und auch sonst in den neutestamentlichen Schriften ausführlicher über dieses Leitungsteam geschrieben worden wäre, das es wahrscheinlich in jeder christlichen Gemeinde ziemlich von Anfang an gegeben hat und bis heute gibt. Aber so ist das nun mal. Die Bibel ist kein am Schreibtisch ausgearbeiteter systematischer Leitfaden für Glauben und Gemeinde, sondern „ein zur Literatur geronnener Prozess“, wie es mal einer meiner Bibellehrer ausdrückte, eine Dokumentation der Wirkungsgeschichte Gottes in dieser Welt und unserem Leben. Wenn etwas normal und unaufgeregt läuft, muss nicht großartig darüber geredet werden. Wir finden im Neuen Testament z.B. kaum etwas über Gottesdienst und wenig über Taufe und Abendmahl. Das heißt aber nicht, dass die nicht wichtig wären.

Also die Ältesten, 1.Timotheus 5,17-25.
Leider erfahren wir hier wenig darüber, welche Anforderungen an einen Ältesten gestellt werden und welche Aufgaben er hat. Zwei Themenfelder werden besprochen: die Ehrung/ Anerkennung des Ältestendienstes und das „Beschwerdemanagement“. Die „doppelte Ehre“ für einen engagiert arbeitenden Ältesten meint durchaus eine materielle Vergütung. Das Bild vom Ochsen, der den ganzen Tag den Dreschschlitten durch das Getreide zieht und der dann wenigstens auch davon fressen darf, finden wir schon in 5.Mose 25,4. Jesus sieht das genauso und wird zitiert (Lukas 10,7).

Mit Kritik an Ältesten soll äußerst sensibel umgegangen werden. Wenn sie allerdings berechtigt ist, muss gehandelt werden. Worauf sich die Zurückhaltung beim Händeauflegen bezieht, ist nicht ganz klar. Gemeint ist offensichtlich die Einsegnung bei der Übertragung eines Amtes. Es könnte die Wiedereinsetzung eines Ältesten nach einer Verfehlung und zeitweiligen Dienstenthebung gemeint sein (in Anknüpfung an das davor Geschriebene) oder die Neueinsetzung eines Ältesten oder es hat mit den Ältesten gar nichts mehr zu tun und bezieht sich auf segnende Handauflegung allgemein („wir können nicht segnen, was Gott nie gesegnet hat“).
Die folgenden Verse sprechen bereits wieder andere Themen an. Nett, dass Timotheus zum Weintrinken ermutigt wird. Und abschließend noch der Verweis, dass wir Menschen eben nur sehen können, was vor Augen ist, Gott aber …

Danke an die Kirchvorsteher unter uns für ihren Ältestendienst. Und Ihr alle: Bitte betet für sie, und auch um eine gesegnete Neuwahl der Kirchenvorstände im September.

Gebet:
- Siehe oben
- Für die Wittgensdorfer wäre jetzt Gemeinderüstzeit. Der HERR schenke Euch –und uns allen – „Rüstzeit zu Hause“.
- Für die christlichen Rüstzeitheime und Tagungshäuser, dass sie die Zwangsschließzeit überstehen

Einen gesegneten Tag wünscht Euch
Euer Gerald Brause


Do., 21. Mai, Ich glaube - Christi Himmelfahrt

Liebe Gemeinde,
bei den ersten Jüngern hat es 10 Tage gedauert, bis sie „Himmelfahrt“ begriffen haben, also bis Pfingsten, als sie von der Kraft aus der Höhe, dem Heiligen Geist, erfüllt wurden. Jesus hatte es versprochen, dass er ihnen vom Himmel her diesen Beistand schicken würde (darum geht es auch noch mal im Gottesdienst am kommenden Sonntag).

Es wäre richtig sehr gut, wenn möglichst viele Menschen möglichst viel von Himmelfahrt verstehen könnten. Nach meiner Wahrnehmung haben sehr viele Menschen eine diffuse Ahnung und eine große Sehnsucht, dass da über uns etwas ist und dass jemand über uns wacht. Es wäre so wunderbar, wenn wir den richtigen Faden dafür in die Hand bekämen. Darum wollen wir beten, für uns selbst und für die anderen. Danach wollen wir uns auch ausdrücklich ausstrecken, es durchbuchstabieren, es immer wieder erwarten – auch wenn es vielleicht schon ganz schön viel länger braucht als die 10 Tage bei den ersten Jüngern.

Wir lesen den für Christi Himmelfahrt vorgegebenen Predigttext, Johannes 17,20-26.
Dieser Abschnitt stammt aus einem zu Herzen gehenden Gebet Jesu für seine Jünger kurz vor der Kreuzigung. Es lohnt sich, Kapitel 17 im Ganzen zu lesen.
Der Sohn Gottes betet für die Gotteskinder, die er an seine Seite geholt hat, für seine jüngeren Geschwister also. Er weiß, was in sie hineingekommen ist von dem Moment an, als sie ihr Leben in die Hände Jesu gelegt hatten:

  • eins sein mit Gott, dem Vater
  • teilhaben an der himmlischen Herrlichkeit
  • gesandt zu sein wie Jesus
  • in Vollmacht Gottes Wort weitersagen zu können
  • in der Gegenwart Jesu leben zu können
  • von Gott geliebt zu sein
Das ist tatsächlich „nicht von dieser Welt“ (V 14+16). Das ist mehr und stärker und besser als alles, was uns die Welt je bieten kann. Und es ist wirklich und echt, kein Wunschdenken, sondern von Gott gesetzte Realität. Gewiss, das sprengt unser Denken. Soll es doch auch und muss es letztlich, wenn „Himmel“ Teil unseres Lebens ist!
Der HERR schenke uns ein ganz neues Verstehen dieser Realität, mitten in dieser erschütterten Welt, mitten in unserem verletzlichen Leben, mitten hinein in alles Gedankenchaos.
Euer Pfarrer Gerald Brause

Gebet:
- wir beten den dreieinigen Gott an in Ehrfurcht, Dankbarkeit und Lobpreis
- um ein ganz neues Verstehen unserer Himmelsbürgerschaft
- Um einen fröhlichen, gesegneten Feiertag heute, ohne Männertagsunfälle
Information:
Wir arbeiten in den Kirchenvorständen und der Mitarbeiterschaft intensiv an unseren Kirchgemeinde-Hygienekonzepten. Für die Gottesdienste sind sie soweit klar. Für die Treffpunkte von Gemeindegruppen bitten wir noch um etwas Geduld. Das Konzept muss erst vorschriftsgerecht und in der Praxis umsetzbar erarbeitet und z.T. sogar behördlich genehmigt sein, bevor Gruppen und Kreise sich treffen können.
Kann uns jemand bei der Beschaffung von Desinfektion helfen (Hand, Flächen)?


Mi., 20. Mai, Ich glaube - 1.Timotheus 5, 3-16

Liebe Geschwister,
im heutigen Abschnitt begegnet uns ein Bereich des organisierten Gemeindelebens, den wir so nicht kennen:
die „Gemeindewitwen“.
Deren Aufgabe war der Gebets- und Besuchsdienst. Sie wurden von der Gemeinde versorgt, wobei die Fürsorgeverpflichtung der Familien nicht beendet war und es auch dankbar angenommen wurde, wenn jemand es als seine persönliche Aufgabe ansah, die Gemeindewitwen zu unterstützen.

Wie schon für die Bischöfe und Diakone und übermorgen dann noch für die Ältesten braucht es gewisse Regularien für den Stand der Gemeindewitwen. Lesen wir nach in 1.Timotheus 5,3-16.

Ich möchte dazu heute nichts weiter sagen. Gerne würde ich aber noch ein paar Gedanken mit euch teilen zu der dahinterliegenden Herausforderung, die immerzu vor der konkreten Gemeinde Jesu vor Ort und ihren Gliedern steht, und mit der ein riesiges Potential aktiviert oder stillgelegt wird. Und zwar: Wie finden die vom HERRN den Gemeindegliedern anvertrauten Gaben und Möglichkeiten bestmöglich zusammen mit den Aufgaben und Diensten der Gemeinde?

Was für ein Segen, wenn durch die Gemeindewitwen Beterinnen, Seelsorgerinnen und Fürsorgerinnen zur Verfügung standen. Und andererseits waren die Witwen versorgt und in der Gemeinde geschützt und rechtlich abgesichert (was sie sonst als alleinstehende Frauen in damaliger Zeit nicht gewesen wären). Sicher, wir haben es gelesen, läuft nicht immer alles auf der Ideallinie. Es „menschelt“. Aber an und für sich ist das doch genial!! Gemeindeintern ein gesegnetes Geben und Nehmen. Und eine wunderbare Voraussetzung, dass die Gemeinde ihrem Auftrag, in Wort und Tat Jesus zu bezeugen und einzuladen in die rettende Gemeinschaft mit ihm gerecht werden kann.

Sind mir meine Gaben bewusst (s. gestern 4, 14f)? Jede Gabe befähigt zu einer Aufgabe. Welche Möglichkeiten eröffnet mir gerade meine Lebenssituation?
Und gelingt es uns in den Gemeinden, den Gaben und Möglichkeiten der Gemeindeglieder Raum zu geben? Offensichtlich gehört doch beides zum Pulsschlag unserer Gemeinden im Sinne des HERRN! Wenn jetzt nach der Corona-Zwangspause das Gemeindeleben wieder Fahrt aufnimmt, ist vielleicht eine besonders gute Gelegenheit, das einmal zu prüfen.

Gebet:
- Dank an Gott für meine Gaben und Möglichkeiten, verbunden mit der Frage an ihn: Was hast du damit vor?
- Dass die Dienste, Arbeitsbereiche und Treffpunkte unserer Gemeinden jetzt wieder gut anlaufen
Information zu unseren nächsten Gottesdiensten:
- Christi Himmelfahrt jeweils 10 Uhr in der St.-Ursula-Kirche Auerswalde und auf dem Pfarrhof Wittgensdorf.
- Weil die Baustellengottesdienste in der Wittgensdorfer Kirche untersagt worden sind, wollen wir ab kommenden Sonntag folgendes Konzept versuchen:
jeweils 9.00-9.45 und 10.30-11.15 Uhr Gottesdienste in der Auerswalder Kirche, dazwischen 10.00-10.15 Uhr Abendmahlsfeier.
- Das sind beides Gottesdienste von uns Schwestergemeinden Auerswalde und Wittgensdorf und man kann also je nach Mentalität eher oder später gehen. Wir schauen, wie es funktioniert…

Ein herzlicher Gruß an Euch Begabte und Beschenkte aus dem Auerswalder Pfarrhaus von
Eurem Gerald Brause


Di., 19. Mai, Ich glaube - 1.Timotheus 4, 6-16 und 1.Timotheus 5, 1-2

Liebe Bibelleser,
der heutige Abschnitt ist gespickt mit Hinweisen an Timotheus, wie er täglich im Glauben wachsen und seinen Dienst gut verrichten kann: 1.Timotheus 4,6-16 (und 1.Timotheus 5,1-2)

Die Hinweise sind zwar konkret an den Gemeindemitarbeiter Timotheus gerichtet, vieles gilt aber allgemein für jeden Christen. Wir können sie mit Gewinn durcharbeiten, jeder für seine Situation.
Auf drei 3 davon will ich hier kurz eingehen.

V 8: Dass leibliche Übungen wenig nützen, darf nicht als biblische Argumentationshilfe von Sport- und Bewegungsmuffeln missbraucht werden. Gemeint ist damit eine religiös überhöhte Askese, wie sie schon anklang in V. 3. Ihr gegenüber gestellt wird die Frömmigkeit (= gottesfürchtiges Leben). Die Mühen im Bereich der Körperlichkeit können das nicht leisten, was es bringt, auf Gott zu hören. Letzteres nützt mir nämlich tatsächlich in allen Dingen. So steht mein Leben unter Gottes segensvoller Verheißung, auf Erden und in Ewigkeit. Paulus setzt die schon bekannte Merksatzmarkierung hinzu (V 9).

V 14: Es ist manchmal sehr hilfreich (und offensichtlich dann und wann nötig), dass einen jemand erinnert an die geistliche(n) Gabe(n), die einem von Gott anvertraut sind. Jeder Christ hat eine oder mehrere (nie alle). Aus ihrem Zusammenspiel baut Gott den geistlichen Organismus der Gemeinde, vgl. 1. Kor 12. Welche Gabe konkret Timotheus hat wird nicht benannt. Sie hat aber offensichtlich mit seiner Befähigung als leitender Gemeindemitarbeiter zu tun. Die Ältesten werden erwähnt und prophetische Weissagung im Blick auf die Gabe und das Handauflegen. Daraus kann man keinen Mechanismus ableiten, wie ein Gotteskind eine geistliche Gabe erhält. Der Geist weht, wo und wie er will. Aber es ist sehr schön, wenn auf diese Weise insbesondere eine gemeindeleitende Begabung in den Dienst genommen wird.

V 15 +16: Jedes Gotteskind kann und soll geistlich wachsen, lebenslang. Darauf soll man achten und dafür Sorge tragen. Das ist wichtig und Teil unseres Gerettet-Seins, für uns persönlich, aber auch als Vorbild und Ansporn für die, „die dich hören“ oder sehen oder mit dir auf dem Weg sind.

Gebet:
- Um ein gesundes persönliches Wachsen in der Frömmigkeit
- Um gute geistliche Weggemeinschaft in unseren Gemeinden
Information:
Zu Himmelfahrt scheitert ein gemeinsamer Gottesdienst an der mit den Corona-Abstandsregeln möglichen Personenzahl. Wir feiern Gottesdienste 10.00 Uhr in der Kirche Auerswalde und zusätzlich ebenfalls 10.00 Uhr im Pfarrhof Wittgensdorf, dort mit Susan Ullmann und Stengers + JG-Leuten.

Bleibt behütet!
Euer Gerald Brause


Mo., 18. Mai, Ich glaube - 1.Timotheus 4, 1-5

Ihr Lieben,
weiter geht es mit den Hinweisen und Regeln für ein Leben als Christ, persönlich und als Gemeinde. Heute wird auf einen sehr wichtigen Aspekt eingegangen, nämlich dass durchaus fromm anmutende Regeln gar nicht aus der Mitte in Jesus, dem Geheimnis des Glaubens, abgeleitet sind, sondern aus rein menschlichen Ideen herrühren können, ja sogar aus teuflischer Verführung. 1.Timotheus 4, 1-5.

Zwei Beispiele werden genannt: „Du sollst nicht heiraten“ und „Du sollst bestimmte Speisen meiden“. Das wird ganz klar zurückgewiesen. Als grundsätzliche geistliche Regel, als Gottes Wille gibt es das nicht. Es darf also so, angeblich im Namen Gottes, niemand daherkommen. Allerdings kann es - auf der Verbindlichkeitsskala mehrere Etagen tiefer - im konkreten Fall und auch im Gehorsam gegen Gott durchaus richtig sein, nicht zu heiraten oder etwas nicht zu essen. In den Kapiteln 7 und 10 des 1.Korintherbriefs geht Paulus ausführlicher darauf ein.

Wie kann man das unterscheiden?
Zuerst wird die Angst genommen: Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut. Gott führt in die Freiheit und nicht in die Enge, Kleingeistigkeit und Ängstlichkeit.
Dann finden wir 3 Kriterien:
1. Kann ich Gott dafür danken?
2. Entspricht es Gottes Wort?
3. Bete ich dafür?

Damit kommen wir bereits ein ganzes Stück. Der Geist redet deutlich (V 1). Das von Jesus geformte Gewissen, also eins ohne entstellendes und beschmutzendes Brandmal (V 2), ist ein guter Kompass. Wir heute haben darüber hinaus den großen Vorteil, den Timotheus, Paulus und alle Personen der Bibel noch nicht hatten, das in der Schrift dokumentierte Wirken Gottes als umfassende Norm und Entscheidungsgrundlage zu Rate ziehen zu können.

Unser Erkennen wird Stückwerk bleiben, wir werden unser Leben lang immer mal wieder auf Falsches hereinfallen und Richtiges übersehen. Aber noch mehr stehen wir doch in der Schule Gottes, immer gehorsamer, dankbarer, empfindsamer für seinen Willen, zugleich nüchterner und gelassener wie erwartungsvoller werden zu können, immer gespannter darauf, was Gott tut, welche Wunder und Lösungen er schenkt.
Dorthin wollen wir unsere Herzen und Sinne heute ausrichten.
Euer Gerald Brause

Gebet:
- Um Bewahrung vor einer falschen Gesetzlichkeit
- Um die richtige Einstufung der Corona-Regeln
Information:
Beim Baueinsatz in der Wittgensdorfer Kirche am Sonnabend wurde auch eine Flaschenpost gefunden, die beim Einbau des Holzpodestes und der Klappstühle 1934 deponiert wurde. Fotos hier auf der Kirchgemeindeseite (Stand der Kircheninnenerneuerung).


So., 17. Mai, Ich glaube - Sonntag Rogate

Liebe Gemeinde,
heute also noch einmal so ein Nach-Oster-Ausrufezeichen-Sonntag:
Rogate = Betet!
Zusammen mit den anderen beiden – Freut euch!, Singt! – gehört das zu den Grundäußerungen des Glaubens. Ein Christ redet mit seinem himmlischen Vater, bringt alles vor ihn und übt sich im Hören auf seinen HERRN. Das ist unser Vorrecht. Prinzipiell wird es uns klar sein. Weil „prinzipiell“ aber erst dann hilft, wenn es auch gelebt wird, nehmen wir heute die Erinnerung und Aufforderung gern an.

Vermutlich werden wir in den letzten Wochen mehr gebetet haben als sonst, oder? Überlegen wir kurz, welche Gründe uns dazu gebracht haben – sind die nur in Corona-Zeiten da oder doch eigentlich immer?! Wir sehen sie im Moment nur genauer. Und wir sind klug beraten, wenn wir es beibehalten verstärkt zu beten, auch wenn die äußeren Umstände sich wieder normalisieren.
Wie wäre es, wenn wir uns einen Zettel machen mit der Überschrift „In den Corona-Tagen habe ich gelernt:“? Kräftig und ausdrücklich zu beten steht dann drauf und mit Sicherheit noch jede Menge weiteres sehr Wichtiges für unser Leben.

„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Ps 66, 20)“ ist der Spruch für diese Woche. Wir feiern das in den Gottesdiensten und wollen es hineinnehmen in unser Alltagsleben: Gott hört mein Gebet!

Gott segne uns alle aus dem Reichtum seiner Gnade.
Euer Pfarrer Gerald Brause

Gebet:
- Um vollmächtige Verkündigung von Gottes Wort heute in den Gottesdiensten
- Dank, dass wir beten dürfen und Gott uns hört
- Dass Beten ganz normal zu unserem Alltag gehört
- Dass morgen der Start in den Schul- und Kindergartenalltag gelingt und keine neuen Ansteckungen auftreten
Information:
- Es zeichnen sich weitere Lockerungen nun auch für die Gemeindegruppen und –kreise ab. Voraussetzung ist ein praktikables örtliches Hygienekonzept. Daran werden wir zügig arbeiten.
- Danke für den Arbeitseinsatz gestern in der Wittgensdorfer Kirche. Das Holz im Fußbodenbereich ist nun entfernt, die Fachleute sehen das komplette Schadensbild und können nun entsprechen planen, schlimme weitere Schwammherde tauchten nicht auf.


Sa., 16. Mai, Ich glaube - 1.Timotheus 3, 14-16

Ein schönes Wochenende Euch allen!
Alle Sorge um gute Regeln und Ordnungen in der Gemeinde wird dann richtig, wenn sie sich herleitet aus der Mitte des Evangeliums und dem Ziel dient, dass die Gemeinde als Ganze immer mehr geistlich wächst in allen Stücken hin zu ihrem Haupt Jesus Christus. So hatte es Paulus bereits an die Gemeinde in Ephesus geschrieben (Eph 4, 15f; 2, 19-22).
Nun unterstreicht er es noch einmal für das Wirken von Timotheus in Ephesus: 1.Timotheus 3, 14-16

Warum soll man sich all die Mühe mit guten Regeln in der Gemeinde machen?
Weil sie es verdient! Sie ist Haus Gottes, Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit, alle Mühe wert, sie zu hegen und zu pflegen. Das ist sie gewiss nicht aus sich selber heraus. Sie ist es, weil sie um das „Geheimnis des Glaubens“ weiß. Diese merkwürdige Formulierung tauchte gestern schon auf (3,9. Die Diakone sollen es bewahren). Mit „Geheimnis“ ist mitnichten ein verborgenes Geheimwissen gemeint, sondern das, was den Glauben zum Glauben macht, und ohne das er keiner wäre: Jesus Christus. „Er“ steht nur im Text.

Also: Das beste Regelwerk, die solideste Ämterordnung, die – ich erweitere mal – altehrwürdigste Liturgie, das ausgefeilteste Gemeindeleitbild, die effektivste Organisationsstruktur usw. bringen uns nicht wirklich voran, wenn nicht Jesus in der Mitte steht.

Ähnlich wie in unserem Glaubensbekenntnis werden 6 Bekenntnisaussagen über Jesus genannt, genauer 3 Paare, die jeweils einen gewaltigen inhaltlichen Bogen schlagen:
Fleisch – Geist, Engel – Heiden, Welt – (himmlische) Herrlichkeit.
Wahrscheinlich wird ein Hymnus zitiert. Die beiden wichtigsten Jesus-Aussagen sind gar nicht dabei: gekreuzigt und auferstanden. Keinesfalls dürfen wir das so deuten, dass das ja dann nicht so wichtig sein kann. Keine Bibelstelle kann alles sagen. Auf biblischem Fundament stehen wir, wenn wir die Schrift im Ganzen im Blick haben und an ihrem roten Faden bleiben.

Wollen wir uns heute von Herzen zu unserem HERRN bekennen,
Euer Gerald Brause

Gebet:
- Dass wir in all unserem Tun und Entscheiden die Mitte in Jesus bewahren
- Dass es uns Christen gelingt, etwas von dem wunderbaren Geheimnnis, an Jesus glauben zu dürfen, auszustrahlen
Information:
- Schön, dass wir uns morgen wieder zum Gottesdienst treffen können.
- Es gelten weiterhin die Corona-Beschränkungen (verkürzt, Singen reduziert, Abstand, Mundschutz usw.).
- 9.00 Uhr Auerswalde/ der Wittgensdorfer Gottesdienst ist 10.30 Uhr ebenfalls in Auerswalde.
- Der Fahrdienst steht bereit: Tel 037200/ 80309 und 88653


Fr., 15. Mai, Ich glaube - 1.Timotheus 3, 1-13

Ihr Lieben,
weiter geht es mit Hinweisen von Paulus an Timotheus zu bestimmten Personen/ Personengruppen in der Gemeinde: 1.Timotheus 3, 1-13

Es gibt also bereits Bischöfe und Diakone in den christlichen Gemeinden in der 1. Generation. Typisch menschlich, dass man gern möglichst bald Zuständige haben möchte, Regeln und Ordnungen. Das kollidiert immer mal mit dem Wirken des Heiligen Geistes. Wir brauchen beides.

Folgen werden noch die Ältesten (Kap 5). Allesamt stehen sie im Dienst der Verkündigung und Gemeindeleitung, die Diakone z.T. überlappend mit praktischen Hilfsdiensten. (Die Frauenfrage von gestern taucht übrigens noch mal kurz auf: in V 11 steht im Urtext einfach „die Frauen“. Luther macht daraus die Ehefrauen der Diakone. Andere – ebenfalls seriöse! - Bibelübersetzungen sprechen von Diakoninnen. Manche halten sich raus und schreiben halt wie im Urtext „die Frauen“.)

Die Messlatte liegt ganz schön hoch! Meines Wissens wird dieser Text nicht verwendet bei den heutigen Einführungen von Bischöfen (und Pfarrern. Der „Bischof“ in unserem Text entspricht dem Ortspfarrer.) Gott sei Dank leben wir alle aus der Vergebung.

Es fällt auf, dass überwiegend Kriterien der bürgerlichen Moral aufgeführt werden. Warum nur andeutungsweise die doch viel wichtigeren geistlichen Voraussetzungen? Ganz protestantisch lautet die Antwort: weil es nicht geistlich – noch geistlicher – am geistlichsten gibt! Jeder wahre Christ ist in den Stand des berufenen und erlösten Gotteskindes versetzt, geliebt, begnadigt, bevollmächtigt. Das wird hier schlicht vorausgesetzt. (Bei den Bischofskriterien steht ja nicht mal, dass er vielleicht sinnvollerweise glauben sollte. „Hauptsache ein anständiger Kerl, nicht vorbestraft und einigermaßen lebenstüchtig, also kann er Bischof werden“ - so verbiegt man Bibeltexte, wenn man sie aus dem Zusammenhang reißt. Wir wissen, dass der Teufel dieses Werkzeug sogar gegen Jesus zu nutzen versucht!)

Am ehesten hätte ich hier noch den Verweis auf die geistlichen Gaben erwartet, die der HERR nun mal unterschiedlich verteilt. Es hat nicht jeder eine Leitungs- und Verkündigungsgabe. Das finden wir an anderer Stelle der Bibel.
Das mit dem „Geheimnis des Glaubens“ heben wir uns mal für morgen auf.

Sind Dir Deine Gabe und Dein Platz in der Gemeinde klar?
Euer Gerald Brause

Gebet:
- Für unseren Bischof und alle in einem geistlichen Leitungsamt
- Dass immer wieder Geschwister eine Berufung in den Gemeindedienst erleben und annehmen
- Für alles, oft ziemlich chaotische Hin-und-Her in den Corona-Auflagen
Information:
Am Sonntag feiern wir wieder Gottesdienst, weiterhin unter den Corona-Einschränkungen:
- In Auerswalde 9.00 – 9.45 Uhr.
- Von 10.30 - 11.15 Uhr sind die Wittgensdorfer in der Auerswalder Kirche zu Gast, weil sie ihre Kirche an diesem Tag nicht nutzen können.


Do., 14. Mai, Ich glaube - 1.Timotheus 2, 8-15

Liebe Geschwister,
1.Timotheus 2, 8-15 ist unser heutiger Abschnitt.

Da ist es ja schon wieder, das Thema mit den Fettnäpfchen … Hat Paulus ein Problem mit Frauen? Das kann man bei dem erklärten Junggesellen nicht ganz ausschließen. Er bleibt auch Kind seiner Zeit. Immerhin unterscheidet er zwischen seiner Sicht der Dinge und dem bestätigten Wort des HERRN (hier einleitend in V. 8 und 12, besonders augenfällig in seinen Ausführungen zu Ehe, Ehelosigkeit, Scheidung usw. in 1. Kor 7: „ich sage“ / „der HERR sagt“). Niemals aber würde er den Kern des Evangeliums verdrehen, nämlich dass ein Mensch gerettet ist durch die Gnade Gottes, ohne Ansehen der Person, allein durch Jesus und seinen Tod am Kreuz, durch Buße und Glauben des Menschen.

Ist aber dann V 14 nicht eine heftige Irrlehre: die Frau wird gerettet durch Kinder-Gebären? (Und über die gängigen jüdischen Lehrmeinungen in V 13 + 14 sehen wir mal großzügig hinweg: die Frau von Schöpfung an nachgeordnet und dann noch diejenige, die als die zuerst Verführte zur Verführerin wird.)

Ich habe in den Bibelkommentaren als Erklärung gefunden:
In der Gnosis, der Mode-Religion der damaligen Zeit, von der auch die christlichen Gemeinden ziemlich unterwandert wurden, waren bevorzugt Frauen die spirituellen Leitfiguren. Sie konnten göttliche Offenbarung verkünden und den ersehnten Weg der Erkenntnis weisen, aber nur dadurch, dass sie der Welt entrückt waren, alle Leiblichkeit abgestreift hatten, herausgehoben waren aus Familie, Ehe, Lust und überhaupt allem Weltlichen. Offensichtlich bestand in den Gemeinden die Gefahr, dass in dieser Weise Frauen dort in einer falsch verstandenen christlichen Spiritualität so auftraten.

Das leuchtet mir einigermaßen ein als Hintergrunderklärung zu den anstößigen Aussagen zur Rolle der Frau. Aus dem Text selbst lässt sich das nicht erschließen. Sehr schade finde ich, wenn aus so einer zwiespältigen Aussage eine andauernde Zurückstufung von Frauen in den Gemeinden abgeleitet wird.
Vielleicht erklärt Ihr Euch das auch noch ganz anders? Auf gar keinen Fall haben wir es hier mit einer Kernfrage des „Evangeliums von der Herrlichkeit Gottes“ und der heilsamen, gesunden Lehre (1, 10+11) zu tun.

Ihr lieben Frauen wie Männer, in Dankbarkeit, dass Gott uns lieb hat, grüßt Euch
Euer Gerald Brause

Gebet:
- Dass wir unsere Identität entdecken und entfalten, auch die als Frauen und Männer
- Dass alle Leitenden in Gemeinde und Kirche treu sind in der Jesus-Nachfolge und gern, klar und zur rechten Zeit das Evangelium vermitteln
- Um ein gutes Gelingen der Corona-Lockerungen, gerade auch um weitere Schäden des gesellschaftlichen Zusammenlebens und in der Wirtschaft zu verringern


Mi., 13. Mai, Ich glaube - 1.Timotheus 2, 1-7

Ihr Lieben,
wir lesen 1.Timotheus 2, 1-7.
Christen sollen treue Beter sein für die Menschen um sie herum. Damit haben sie teil an der Mittlerschaft Jesu. So wie Jesus in den Riss getreten ist und im Kreuz die Kluft überbrückt hat, die für keinen Menschen jemals überwindbar gewesen wäre, baut im kleinen jedes Gebet ein Stück am Zugang Gottes zu den Menschen.

Wieder werden ausdrücklich Menschen mit Einfluss und Verantwortung genannt. Das ist so wichtig, dass sie Wegweisung von Gott erleben! Natürlich soll jeder Mensch Gottes Hilfe erfahren und erkennen, was wahr ist, insbesondere aber sie. Schnell wird kritisiert und geschimpft (was ja auch manchmal nötig ist …). Noch schneller soll von uns Christen jedoch für sie gebetet werden.
Wenn der andere von sich aus auch selbst alle Dinge vor Gott bringt - doppelt schön! Wenn nicht, haben wir die Lücke ein bisschen kleiner gemacht.

Es gibt nicht nur Christenlehre, sondern auch Heidenlehre (V. 7). Wo heute, bei uns? Es wird ja sicher nicht nur mal ausnahmsweise der Dienst des Paulus gewesen sein.

Gebet:
- Für die Verantwortlichen in Regierung, Wirtschaft, Bildung, Medien, Kirchen …
- Um Gottes Hilfe und Erkenntnis der Wahrheit für die Menschen in unserem Umfeld, bei denen uns gar nicht gefällt, was sie gerade tun
- Für die Schulen und Kindertagesstätten, dass der Start in den eingeschränkten Regelbetrieb unter Corona-Einschränkungen gelingt, insbesondere für unseren Auerswalder Kindergarten „Sonnenschein“

Der HERR leite uns durch diesen Tag,
Euer Gerald Brause


Di., 12. Mai, Ich glaube - 1.Timotheus 1, 12-20

Ihr Lieben,
bei der gesunden Lehre zu bleiben, beim herrlichen Evangelium mit der Liebe im Zentrum (siehe gestern), ist überhaupt keine Frage von Besserwisserei, lebensferner Theorie oder irgendwie rechthaberisch. Es geht um die Rettung aus Irrtum, Sünde und Verlorenheit. Was das bedeutet, hat Paulus intensivst selbst erlebt. Dazu lesen wir heute 1.Timotheus 1, 12-20.

Paulus war einst ein übles Beispiel für eine aggressive Ablehnung von Jesus und des christlichen Glaubens. Dann stellte sich ihm Jesus in den Weg, liebte ihn heraus aus seiner Verbohrtheit, schenkte ihm barmherzig und gnädig die Umkehr in ein neues Leben. Aus dem Verfolger wird ein Nachfolger. Dass ein Mensch so etwas erleben kann, echt und mitten im Leben, dafür ist Paulus ein Vorbild und Lehrbeispiel bis zum heutigen Tag.
Für diese kostbare Botschaft soll Timotheus eintreten und unbeirrt kämpfen.

Dass jemand am Glauben scheitert, ist traurig genug (V. 19). Das Klügste wäre, in der Gemeinde zu bleiben und um einen Neustart zu kämpfen, hoffentlich mit der Unterstützung der Schwestern und Brüder. Meistens bleibt man weg. Wenn jemand wie die beiden in V.20 Genannten, wenn wir das richtig schlussfolgern, in der Gemeinde bleibt, aber dort den Glauben verlästert, dann muss die Gemeinde(leitung) handeln. „Dem Satan übergeben“ (=Gemeindeausschluss) heißt nicht, sie mögen endlich zur Hölle fahren, sondern geläutert werden.

Mehrfach in den Pastoralbriefen stoßen wir auf die Wendung „gewisslich wahr und ein Wort des Glaubens wert“ (V. 15). Damit werden Kernsätze, Merksätze hervorgehoben. Durchaus lohnend, sie auswendig zu lernen. Hier: Jesus ist in die Welt gekommen, die Sünder zu retten.

Gebet:
- Dank, dass Jesus uns begegnet
- Um gute Weggemeinschaft in unseren Gemeinden
- Für gute Entscheidungen bzgl. der Coronamaßnahmen in dieser Woche
Information:
In dieser Woche läuft die Ausschreibungsfrist für die Arbeiten am Wittgensdorfer Kirchturm ab. Wir hoffen auf gute Angebote von qualifizierten Firmen. Es folgt baldmöglichst die Feinplanung für die Schwammsanierung im Kirchenschiff.

Herzliche Grüße,
Euer Gerald Brause


Mo., 11. Mai, Ich glaube - 1.Timotheus 1, 1-11

Liebe Geschwister,
in der fortlaufenden Bibellese folgen von heute an die sog. Pastoralbriefe:
1. und 2. Timotheus, Titus und Philemon.
Der Apostel Paulus schreibt sie nicht an Gemeinden, sondern an einzelne Mitarbeiter. Sie tragen weniger Lehrbrief-Charakter und sind logischerweise insgesamt persönlicher gehalten. Die Grundsatzaussagen des Glaubens bleiben natürlich die gleichen.

Wir starten mit 1.Timotheus 1, 1-11.
Timotheus ist einer der engsten und verlässlichsten Mitarbeiter des Paulus. Früh hat Paulus in dem deutlich jüngeren Timotheus die Berufung und Begabung für den Missions- und Gemeindedienst erkannt und gefördert. Er ist für ihn ein „Sohn im Glauben“. In Apostelgeschichte 16, 1-3 lesen wir, wie die beiden zueinander gefunden haben. Die historischen Details der Pastoralbriefe lassen sich nicht hundertprozentig aufklären und etwa mit den Berichten in der Apostelgeschichte in Einklang bringen. Die theologischen Aussagen sind hingegen klar und typisch Paulus. Wir haben von einer Phase auszugehen, in der die Gemeinden bereits so ihre Geschichte (und Geschichten) haben und nach der ersten, heißen Phase der Bekehrung zu Christus und dem lebensverändernden Wirken des Heiligen Geistes doch sehr herausgefordert sind in der Abgrenzung zu allerlei religiösen Strömungen ihrer Zeit.

Das war hier besonders die Gnosis. Sie hat einige Ähnlichkeit mit heutigen esoterischen Strömungen. In möglichst mysteriösen Geschichten, ebenso doppelsinnig verstanden wie z.B. Geschlechtsregister oder andere Chronologien suchte man den Gottesfunken, der den Menschen dann die Erleuchtung, die wahre Erkenntnis (= Gnosis) brachte. Paulus redet sich regelrecht in Rage und knüpft an dieses Abirren von der gesunden Lehre noch eine Reihe anderer, wesentlich primitiverer Verfehlungen an. Dieses Fehlverhalten ist offenbar tief in die Gemeinde eingedrungen, verbunden mit einem massiven Missbrauch des Gesetzes (= der alttestamentlichen Schriften. V.8). Das Evangelium von der Herrlichkeit Gottes, die heilsame Lehre (V. 10+11), die mit dem Ratschluss Gottes den Glauben stärkt (V.4), muss wieder in die Mitte gestellt werden. Ihr Zentrum ist die Liebe (V.5). Es gibt da keine Toleranz.

Das ist noch nie ein einfacher Weg für die Gemeinden gewesen. Verunklarung und Aufweichung der eigenen Fundamente ist aber der schleichende Tod. Und was für ein Segen ist es, wenn Geschwister sich dabei beraten, ermutigen und unterstützen!

Gebet:
- Um ein gutes Erkennen der „gesunden Lehre“, persönlich und in unseren Gemeinden und Kirchen
- Insbesondere dass wir erkennen können, was in Bezug auf Corona (göttliche) Wahrheit ist und was Verschwörungstheorie oder Ignoranz
- Um Gottes Gnade, von falschen Wegen wieder umkehren zu dürfen

Gott segne uns alle,
euer Gerald Brause


So., 10. Mai, Ich glaube - Sonntag Kantate

Liebe Geschwister,
drei der Nach-Oster-Sonntage haben ein Ausrufezeichen in ihrem Namen:
Freut euch! Singt! Betet!
Sind Befehlsform und Ausrufezeichen nicht unpassend bei solchen inneren Angelegenheiten?
Letztlich fordert ja Gott selbst so nachdrücklich zu diesen Lebenshaltungen auf. Gewiss nicht, um hier krampfhaft irgend einen Anschein zu wahren, sondern weil sich darin das neue Leben in Christus äußert, das aus der Osterkraft. Es ist vergleichbar mit dem „Iss was“, „trinke ausreichend“, „bewege dich“ usw. für unser irdisches Leben. Es nimmt Schaden und verkümmert, wenn wir das nicht tun.

„Singt Gott dankbar in euren Herzen“ (Kolosser 3, 16). Über diesen kurzen Satz aus der Epistellesung wird Matthias Kaube heute predigen. Falls die Unmusikalischen unter uns vielleicht schon befürchtet haben, bei der heutigen Sonntagsaufforderung ganz schlechte Karten zu haben, so gesehen kommt ihr auch zum Zuge: Im Herzen singen, dankbar, zu Gott. Hört ja keiner. Aber – und das steht fest! – die anderen merken das, ob im Herzen Dankbarkeit singt und klingt oder ob da anderes grummelt und rumort. Obwohl, das hörbare Singen bleibt gut und wichtig. Man muss ja vielleicht nicht gerade im Chor mitwirken, wenn man die Töne nicht richtig trifft. Aber ich glaube, dass die Aufforderung des HERRN zu singen wohl eher unsere Widerstandskraft gegen die Angriffe und Beraubungen des Teufels stärkt.

Kennt ihr das: Es ist gerade anstrengend und nervig – und da singt etwas in mir, laut oder leise, ich habe das gar nicht entschieden, aber da ist ein Lied in meinem Herzen. Und ich staune, wenn es mir bewusst wird, was ich da gerade singe. Himmelsbotschaft!
Meine Mutti, und auch meine Omi, sind solche Menschen, die immerzu vor sich hin gesummt haben. Ein ästhetischer Hochgenuss war das eher nicht - sie konnten beide eigentlich überhaupt nicht singen – aber so beruhigend und ansteckend friedvoll und irgendwie Teil davon, dass sie mir ja auch Mütter im Glauben sind!
Apropos: Einen herzlichen Muttertagsgruß, besonders an die unter euch, auf denen in diesen Coronatagen doppelt und dreifache Last liegt. Danke! Gott sei mit euch.

Mit dem Wochenspruch haben wir ein gutes Wort zum Hören und Tun:
Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder . Psalm 98,1

Einen wunderschönen Sonntag wünscht allen
Euer Pfarrer Gerald Brause

Gebet:
- Dank für alle Gottesdienste heute, die in den Kirchen und die in Radio, TV und Internet
- Für alle Mütter und ihren unersetzbaren Platz im Zusammenleben
- Für die Auerswalder Jubelkonfirmanden, deren Festtag heute wir verschieben mussten.
Information:
Ein bisschen wird es noch dauern, aber nach der Corona-Zwangspause werden sich unsere Chöre wieder neu treffen. Eine gute Gelegenheit zum Einsteigen!


Sa., 9. Mai, Ich glaube - 1. Petrus 5, 8-14

Ein schönes Wochenende in die Runde!
Wir lesen heute die letzten Zeilen aus dem ersten Petrusbrief, 1. Petrus 5,8-14.

Die Gemeinden werden noch einmal ermutigt und ermahnt, sich ganz an Jesus festzumachen. Das wird ihnen Standhaftigkeit und Überwinderkraft geben in allem Leid, allen Versuchungen und allen Angriffen. Es fällt auf, wie wenig Aufwand im ersten Petrusbrief getrieben wird, das Böse zu analysieren, und wie viel, das „Ich glaube“, das „in Christus“ zu unterstreichen. Wie oft machen wir das umgekehrt?!

In der Verankerung in Christus – und nur dadurch – können wir erkennen, was teuflisch ist und ihm widerstehen. Der Teufel geht wie ein brüllender Löwe umher, oft genug aber auch wie ein unsichtbarer Virus. Mit Vorliebe verschlingt er Gotteskinder. Jedes Mal verschluckt er sich elendiglich, wenn wir in Christus sind.
Die beiden genannten Mitarbeiter Silvanus (=Silas) und (Johannes) Markus tauchen mehrfach in der Apostelgeschichte und in den Briefen in den Missionsteams von Paulus und Petrus auf. Babylon ist symbolträchtiger Deckname für Rom, ebenso wie in der Offenbarung, dort ausdrücklich als antigöttlicher Machtsitz. Genau dort ist Petrus. Man vermutet, kurz vor seinem Märtyrertod für Christus.

Gebet:
- um göttliche Widerstandskraft bei Angriffen des Teufels und gegen teuflische Infizierung unseres Denkens und Seins
- Dank, dass Corona-Einschränkungen gelockert werden können, und Bitte, dass es funktioniert, gerade auch in den Schulen und Kindertagesstätten
Information:
- Am Sonntag sind bei uns wieder noch ein bisschen unnormale normale Gottesdienste (ich habe mich nicht verschrieben: normal zu den veröffentlichten Zeiten, unnormal wegen Corona-Einschränkungen). Bitte Mundschutz mitbringen.
- Ihr Wittgensdorfer habt es schon gehört: Baustellengottesdienst in der Kirche mit Matthias Kaube!

„Friede sei mit euch allen, die ihr in Christus seid“, und auch mit euch allen, die ihr euch danach sehnt. Gott weint vor Freude, wenn wir kommen.
Euer Gerald Brause


Fr., 8. Mai, Ich glaube - 1. Petrus 5, 1-7

Ihr Lieben,
und schon wieder sind wir beim letzten Kapitel des ersten Petrusbriefs, wieder am besten zu lesen unter der Überschrift „Was unbedingt noch gesagt werden muss“: 1. Petrus 5,1-7.

Heute geht es um die Ältesten, also um die mit der Aufgabe der Gemeindeleitung Betrauten. Ein ganz herzlicher Gruß an die etwa 40 Ältesten unserer Gemeinden, die jetzt mitlesen. Danke für eure Treue, euren Dienst, jeder mit der Gabe, die er/ sie empfangen hat (Kap 4, 10), euer Einstehen vorm HERRN … Der HERR segne euch!

Grundsätzlich ist das Ältestenamt unabhängig vom Alter. Obwohl es natürlicherweise oft von Älteren bekleidet wird, wegen ihrer Glaubens-und Lebenserfahrung, weil sie sich bewährt und Anerkennung gewonnen haben, weil sie Einfluss und Autorität haben (hier werden ihnen in V.5 die Jüngeren gegenüber gestellt). Sie werden von Jesus die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen. Das ist doch mal eine Perspektive!! Wem Gott da gerade was aufs Herz legt – im September ist bei uns Kirchenvorstandswahl …

Was haben Älteste zu tun?
Sie stehen im Auftrag Jesu im Hirtendienst in der Gemeinde. Sie sollen sie weiden und auf sie achten, freiwillig, gottgefällig, von Herzen, durch das Vorbild des eigenen Lebens, nicht um irgendeines Gewinns willen oder um sich als Herren aufzuspielen. Alles soll – und jetzt sind wieder alle in der Gemeinde angesprochen – in gegenseitiger Demut zugehen.
Ein Achtungszeichen: Es gibt im Grunde nichts, wodurch man Gott definitiv gegen sich hat, außer durch Hochmut/ Stolz (V. 5b).

Und zum guten Schluss noch die wunderbare Zusage unseres HERRN (V. 7): Alle eure Sorge werft auf ihn, Jesus, denn er sorgt für euch.
Das können wir doch gleich mal als Motto mit in diesen Tag nehmen.
Euer Gerald Brause

Gebet:
- für unsere Ältesten und ihren Dienst und für die bevorstehende Kirchenvorstandswahl in unseren Gemeinden
- für ein weiteres Abebben der Corona-Infektionen und um gutes Vorankommen bei der Entwicklung von Impfstoffen und Behandlungsmöglichkeiten
- am Gedenktag des Kriegsendes Dank für 75 Jahre Frieden in unserem Land
Information:
Gestern ist bei einer Paketanlieferung der Zaun an der Auerswalder Einfahrt gerammt worden und über fast die ganze Länge umgebrochen, inkl. Granitsäulen. Gar nicht schön! Aber wir hatten ja gerade den Tipp, was wir mit den Sorgen machen sollen …


Do., 7. Mai, Ich glaube - 1. Petrus 4, 12-19

Liebe Geschwister,
heute 1. Petrus 4,12-19.
Es ist normal, dass das Bekenntnis zu Jesus und eine Lebensführung nach seinem Willen irdisch auf Unverständnis stößt, auch dass mit Ausgrenzung, wenn nicht gar Repressalien darauf reagiert wird. Das mag man nicht so gern hören. Und wir haben hierzulande und heutzutage Gott sei Dank auch vergleichsweise minimal zu leiden.

Wer leidet wie Jesus, der wird auch verherrlicht wie Jesus. Das Leiden um Jesus willen ist auch ein Test, eine Echtheitsprüfung für den Glauben. Das meint „Versuchung“ in V. 12. Logischerweise werden wir in allem durchfallen, wo Leid resultiert auf eigenem Fehlverhalten. Bedenkenswert, was da beispielhaft aufgezählt wird: Anmaßung/ Übergriffigkeit in einem Atemzug mit Mord.

Der Gedanke der Echtheitsprüfung/Rüttelprobe wird fortgeführt mit dem Bezug zum Endgericht Gottes. Das ist gewaltig, aber eben auch nötig, gerecht und gut. Dass Gott es beginnen lässt „am eigenen Haus“, also an den Gläubigen, bereits in der Zeit, in der von uns Menschen noch reagiert und korrigiert werden kann, zeigt, wie sehr sich Gott wünscht, dass seine geliebten Menschenkinder durch das Gericht in die ewige Herrlichkeit eingehen. Gern will ich heute „meine Seele“ = mein Leben wieder Gott anbefehlen (V.19).

Gebet:
- um das richtige Einordnen der „Hitze“
- für unsere verfolgten Schwestern und Brüder
Information:
Am Sonntag gibt es auch in Wittgensdorf wieder Gottesdienst. Wir feiern mit Matthias Kaube einen Baustellengottesdienst in der Kirche!

Gesegnete Wege!
Euer Gerald Brause


Mi., 6. Mai, Ich glaube - 1. Petrus 4, 1-11

Liebe Gemeinde,
1. Petrus 4, 1-11 ist unser heutiger Abschnitt.
Schnell beißt man sich hier an Vers 6 fest. Die Mehrdeutigkeit lässt sich nicht ganz aufklären. In den unterschiedlichen Bibelübersetzungen wird der Text oft dann ziemlich zurechtgebogen. Es bleibt jedes Mal ein gewisser Anteil Spekulation, wenn Menschen sich äußern zu Gericht und Endzeit. Der einzige Erdenbewohner, der jemals dazu aus erster Hand Auskunft geben konnte, war Jesus. Und der hat sich hierzu in den Details immer sehr zurückgehalten.

Der Schwerpunkt heute liegt doch aber darauf, dass ein Christ wirklich sein neues Leben „in Christus“ lebt. Gern, bewusst, die „im Geist“ neu geschenkten Möglichkeiten nutzend. Das alte, bisherige Leben durfte ein Ende finden. Wir sind mit Christus gestorben (das meint m.E. hier der Ausdruck „gelitten im Fleisch“ in V. 1), wir sind der Sünde abgestorben, wir leben als Reben am Weinstock Jesus und dürfen/ können wunderbarerweise seine Frucht hervorbringen. Alles andere ist vertane Lebenszeit.

Wieder wird es nichts bringen, sich zu orientieren an dem, was „die Leute“ sagen. Das richtige Gegengewicht setzt auch nicht, wenn ich leise oder laut sage „Ich mache, was ich will“, sondern dass ich tue, was Jesus will. Schwierig, wenn „die Leute“ gleich in der engsten Familie sind… Beispielhaft sind ein paar Dinge aufgeführt, in denen das neue Leben in Christus deutlich wird. „Vor allem aber habt untereinander beständige Liebe“ (V. 8). So wird unser Leben gut, so dienen/ nützen wir wirklich, so ehren wir Gott.

Gebet:
- Dass es uns heute gut gelingt, in Gottes Willen zu leben
- Für uns nahestehende Menschen, die Jesus nicht kennen
- für unsere Regierungsspitzen in der heutigen Entscheidungsrunde
Information:
Noch eine gute Bau-Nachricht: Für die Rückbaumaßnahmen im Rahmen der Schwammsanierung in der Wittgensdorfer Kirche haben wir jetzt den Zuwendungsbescheid über die beantragte Denkmalförderung erhalten. Das ist dafür allerdings nicht so sehr viel. Die deutlich höheren Summen für den Turm und den Wiedereinbau stehen noch aus.

Gott behüte uns!
Euer Gerald Brause


Di., 5. Mai, Ich glaube - 1. Petrus 3, 18-22

Ihr Lieben,
vorab: weder Schreiber noch Empfänger des Petrusbriefes, also der Apostel und die Gemeinden, schwebten in einer heiligen Kapsel durch die Zeit. Sie mussten ihren Weg finden in der rauen Wirklichkeit, den (schmalen) Weg konkret gelebter Jesus-Nachfolge.

Das Leben gelingt, wenn die Fundamente klar sind und das Ziel. Halt und Wegweisung kommen gerade, wenn es kompliziert wird, nicht aus der momentanen Befindlichkeit, sondern aus den Grundlagen und aus der Zielbestimmung. Beides gut zu kennen hilft am meisten.

Mag sein, dass wir im heutigen Abschnitt den tiefschärfenden Gedanken von Petrus nicht komplett folgen können: 1. Petrus 3,18-22
Noch mal grundsätzlich: wenn man Bibelaussagen im Moment nicht versteht, dann nicht in die Tonne schlagen, sondern eher in die Ablage „Vielleicht für später“ legen. Es gibt ja durchaus immer genügend, was wir verstehen. Und wie oft fängt bisher Unverstandenes später auf einmal an zu leuchten!
Wir lesen ein gewaltiges Christus-Bekenntnis. Vieles finden wir genau so oder ähnlich in unserem Glaubensbekenntnis:

  • Der stellvertretende Sühnetod Jesu
  • Warum? Weil er uns zu Gott führen will!
  • Jesus ist gestorben im Fleisch und lebt im Geist
  • In der Vollmacht des Geistes gelangt Jesus überall hin, auch zu den Geistern in der Totenwelt
  • Selbst den in der Sintflut wegen ihres Ungehorsams Umgekommenen predigt Jesus
  • Gott straft (Sintflut), aber schenkt auch die Rettung (Arche)
  • Vergleichspunkt für die Taufe müsste logischerweise die Arche sein. Die Parallele „Sintflut-Wasser“ –„Tauf-Wasser“ ist wohl etwas verunglückt.
  • Eine richtig verstandene Taufe ist kein magischer Akt, sondern zutiefst verwoben mit Gehorsam (Noah), vertrauensvollem Hinwenden zu Gott (Bitte) und dem eigenen Bemühen um ein rechtschaffenes Leben (reines Gewissen). Ich brauche nicht zu bitten, wenn ich nicht auch selber will.
  • Und wieder: alles hängt an Jesus, dem Auferstandenen und Erhöhten
Jesus leite uns durch diesen Tag,
Euer Gerald Brause

Gebet:
- Dass unser Glauben und unser Leben in Einklang sind
- Dass der schwierigere Teil der Corona-Maßnahmen gelingt, das Wieder-Zulassen und Hochfahren, bei den Entscheidungsträgern und uns allen
Information, Neues von der Baustelle:
- Kirchturm Wittgensdorf: Z.Zt. erarbeiten interessierte Handwerkerfirmen ihre Angebote
- Glockenanlage Auerswalde: Die kirchliche Baugenehmigung ist da, inkl. eines Zuschusses der Landeskirche. Danke!


Mo., 4. Mai, Ich glaube - 1. Petrus 3, 13-17

Ihr Lieben,
einen guten Start in die neue Woche wünsche ich Euch. Wie könnte der besser gelingen als im Licht der Sonntagsbotschaft: Mein Halt, meine Hilfe, meine Kraftquelle, meine Hoffnung, meine Prioritätensetzung ist „in Christus“. Ich bin Rebe an Jesus, dem Weinstock. ER wird mich durch jeden Tag und ans Ziel bringen.

Welche Bibeltexte begleiten uns durch die Tage der Corona-Pandemie? Es sind bemerkenswerter Weise ausgerechnet die Berichte über die Fundamentlegung für unser Leben durch Jesus in Kreuz und Auferstehung, und Grundlagen-Ausführungen über das neue Leben in Christus, erlöst von der Macht der Sünde, von neuem geboren zu einem Leben in Heiligkeit und Rechtschaffenheit.

Dafür bin ich total dankbar. Es bedeutet mir viel mehr als dass da irgendwie so schillernde Seifenblasen aufsteigen, mal kurz schön, aber gleich wieder vergangen. Es rückt mich zurecht, sortiert die Gedanken und ordnet die Wichtigkeiten. Wie sehr brauchen wir das in diesen Zeiten, die die Welt noch nicht gesehen hat, wo uns so viel Rat- und Hilflosigkeit umgibt, so viele Ängste, so viele Spekulationen, so viel Verunsicherung …

Wir haben da etwas „nicht von dieser Welt“. Das ist heilig, kostbar, zum Staunen. Wir werden es oft genug selber kaum alles zu- und einordnen können. Aber es macht den Unterschied, den rettenden Unterschied. „Ich glaube!“ Menschen fern von Jesus haben das nicht. Und verstehen es nicht. Manchmal stutzen sie vielleicht und fragen. Öfter wird es schroff abgewiesen, und es werden die Christen sogar angegangen deswegen. Wie war das mit dem Felsen, auf dem man entweder steht oder an dem man zerschellt?
Wir lesen 1. Petrus 3,13-17.

Gebet:
- Dank für Gottes Fundamente
- Um eine neue Offenheit für Gottes Lebensgrundlagen
- Um tägliche Führung durch Gottes heiligen Geist in dieser Zeit, wo wir uns alle so sehr auf unbekanntem Terrain bewegen, wir selbst, die Regierenden, die Kirche, wir als Gemeinde, die Wirtschaft, Medizin usw.
Information:
- Die Kirchenvorstände werden in dieser Woche die konkreten Regelungen finden, wie ab kommenden Sonntag die Gottesdienste wieder bei uns vor Ort (in normalerer Form) stattfinden können.
- Außerdem warten wir sehr auf Lockerungen für Gruppen und Kreise, die nach wie vor nicht zusammenkommen dürfen.

Eine gesegnete Woche,
Euer Gerald Brause


So., 3. Mai, Ich glaube - Sonntag Jubilate

Liebe Gemeinde,
wieder so ein schöner Sonntagsname „Jubilate“. Den braucht man gar nicht zu übersetzen, eher vielleicht einfach machen:
Freut euch! Die Freude am HERRN ist gemeint, die unsere Stärke ist, die innere Geborgenheit, die tiefe Dankbarkeit, die Sicherheit in Christus.
Und wieder gibt es einen Schlüsselbegriff: „in Christus“. Der steht auch im Wochenspruch:
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“ (2. Kor 5,17).

Wir hören davon in der Evangelienlesung des heutigen Sonntags, Johannes 15, 1-8, in der Jesus sich den Weinstock nennt, an dem seine Jünger als Reben sind und dort bleiben sollen. So haben sie Halt, können wachsen und Frucht bringen. Ohne ihn verdorren sie.

Unvergesslich sind mir die Ausführungen eines niederländischen Referenten bei einem Seminar zum Thema „In-Christus-sein“, der uns das am Beispiel seiner Königin erklärte: die argentinische Bankangestellte Maxima wird durch die Liebe von Prinz Willem-Alexander und die Heirat mit ihm zur späteren Königin. „In Willem-Alexander“ ist sie die Königin der Niederlande! Nur in ihm.

„In Christus“ sind wir ein neues Geschöpf. Das bisherige Leben ist zu Ende gegangen, alles wird neu, durch die Liebe, die Jesus uns schenkt und die wir annehmen und durch den ewigen Bund mit ihm. Eine neue Realität zieht ein im Leben, die als Königskind! Darin bleiben wir und leben sie.

In diesem Glauben zu bleiben und zu wachsen hätten heute in vielen Gemeinden die Konfirmanden versprochen. Für ihre Familien und Gäste und uns als Gemeinde ist das ja immer Gelegenheit zu schauen, ob wir selbst da sind und bleiben und wachsen. Tun wir das heute trotzdem, ehrlich, dankbar und korrekturbereit. Und wir tauchen ein in die Freude am HERRN!
Euer Pfarrer Gerald Brause

Gebet:
- Dank, dass wir Rebe am Weinstock Jesus Christus sein können
- Für unsere Konfirmanden


Sa., 2. Mai, Ich glaube - 1. Petrus 3, 8-12

Liebe Schwestern und Brüder,
heute sind für mich als Mann nicht mehr so viele Fettnäpfchen bereitgestellt wie gestern.

Ihr Eheleute, hattet ihr gute Gespräche? Es geht ja darum, dass uns Gottes Wort täglich Lebensbrot und Licht auf unserem Weg ist. Nachdem an den letzten 3 Tagen jeweils ein bestimmter Bereich betrachtet wurde, in dem sich das Erlöst- und Geheiligt-Sein durch Jesus konkret auswirken sollte, wird im heutigen Abschnitt noch einmal der Blick auf alle gerichtet und eine grundsätzliche Lebenshaltung festgestellt:

1. Petrus 3,8-12
Vers 8 fasst zusammen, wozu ein Christ durch Jesus in die Lage versetzt wird:
„Schließlich sollt ihr alle einig sein, voller Mitgefühl und gegenseitiger Liebe. Seid barmherzig zueinander und demütig“ (Neues-Leben-Bibel). Wie gut gelingt uns das?

Und weiter in V 9: Auf Böses nicht mit gleicher Münze reagieren, sondern stattdessen segnen. Schon aus Klugheit um der Sache willen. Es klappt ja nie, dass wir Böses mit gleicher Münze beenden könnten. Vor allem aber um unser selbst willen – und um Gottes willen! - , weil unsere Berufung ja die zum Segnen ist, zum Segen und zum Segnen. Wir verlieren letztlich uns selbst, wenn wir instinkthaft bei Bösem zurückschießen.

Der ganze Gedankengang von Kapitel 2 und 3 lässt sich so zusammenfassen:
Du Gotteskind, du Diener/-in des Höchsten, lass dich nicht umtreiben von den Widerwärtigkeiten und Wichtigkeiten des täglichen Lebens. Dein Ankerpunkt, dein innerer Filter, deine Zielausrichtung ist das, was du bist im HERRN, der Wille Gottes, deine Berufung zum ewigen Leben.

Gebet:
- Dank, dass Gott uns seine Vorzeichen vor die Herausforderungen des täglichen Lebens setzt - und dass wir sie beachten
- Um Gottes Schutz in der Seuche
Information:
- Die neue Sächsische Corona-Schutzverordnung (gültig 4.-20. Mai 2020) hat bei den Regelungen für die Gottesdienste gelockert. Die mögliche Teilnehmerzahl ergibt sich nunmehr daraus, wie viele Personen mit 1,5 m Abstand auf die nutzbare Fläche passen. Wir geben Bescheid, was das für uns heißt. Auf jeden Fall werden in den Gemeinden wieder Gottesdienste in weitaus normalerer Form sein können. Morgen gilt noch die alte Regel.
- Gemeindeveranstaltungen bleiben weiterhin untersagt. In Auerswalde müssen wir aus diesem Grund die Jubelkonfirmation absagen.

Herzliche Grüße,
Euer Gerald Brause


Fr., 1. Mai, Ich glaube - 1. Petrus 3, 1-7

Euch allen einen schönen Feiertag heute!
Normalerweise wären eine ganze Reihe von den Auerswaldern heute miteinander auf Schloss Schilbach zur Rüstzeit, die Wittgemsdorfer dann in 2 Wochen (wer bei so etwas noch nie dabei war, einfach mal bei einer nächsten Gelegenheit überlegen mitzufahren. Das sind immer richtig gute Tage!). Neben fröhlicher Gemeinschaft und gemeinsamen Unternehmungen hätten wir dann auch mit der Bibel gearbeitet und darüber geredet. Besonders bereichert hätte uns erfahrungsgemäß die Auseinandersetzung mit solchen Texten, in denen es um die Anwendung der Glaubensfundamente im Alltag geht, wie jetzt gerade die unseren.

Heute lesen wir über das Verhältnis Frau – Mann. Eigentlich hätte ich heute mal eine Frau um ihre Gedanken bitten sollen, ist mir aber zu spät eingefallen.
1. Petrus 3,1-7.
Wir vergessen bitte die hinter unseren Passagen liegende Fragestellung nicht:
Wie leben wir im Alltag unseren Glauben richtig? Die Erlösung durch Christus, die Befreiung zu neuem Leben, Tag für Tag seinen Fußstapfen nachfolgen – wie äußert sich das praktisch?

Mit Sicherheit wird es nicht darum gehen, bei Frauen, bei Männern, bei Untergebenen, bei Chefs …, sich in Äußerlichkeiten zu verschleißen. Was Fassade, was Hülse ist, bröckelt schnell und wird durchschaut.
Christus werden wir regelmäßig nur dann gewinnend bezeugen, wenn er bei uns selbst die Nummer 1 ist, wenn wir unsere Herzen in die Waagschale werfen, echt, ehrlich, aufrichtig.

Beim Lesen solcher Texte helfen mir diese Fragen:

  • Was ist gute Ordnung Gottes in gesamtbiblischer Schau, was ist Zeitgeist (z.Zt. der Abfassung des Textes und bei uns heutigen Lesern)?
  • Wie gewinnen wir Menschen für den HERRN, mit und ohne Worte (V. 1)
  • Wie ehren wir unser Gegenüber, respektieren seine Würde und seinen besonderen Wert (V. 7)?
  • Steht über allem die Dankbarkeit für Gottes Gnade, die ich selber erfahre und die genau so dem anderen gilt (V. 7)?
Ist Bibellesen langweilig? Ich glaube nicht.
Euer Gerald Brause

Gebet:
- Für Schloß Schilbach und alle anderen christlichen Rüstzeithäuser
- Für unsere Ehepartner
Information:
- Leider gab es gestern noch keine neuen Freigaben seitens der Regierungsverantwortlichen für unsere Gemeindeveranstaltungen.
- Wer es grad noch liest: In Auerswalde ist nachher 8.30 Morgengebet, trotz Feiertag


Do., 30. April, Ich glaube - 1. Petrus 2, 18-25

Ihr Lieben,
wir lesen 1. Petrus 2,18-25.
Das „seid untertan aller menschlichen Ordnung“ von gestern wird hier konkretisiert für die Sklaven. Dass die Sklaverei abzuschaffen ist, gerade aus christlicher Begründung, war erst über 1 ½ Jahrtausende später auf der (göttlichen) Tagesordnung. Hier ist es kein Thema. Dass Menschen als Sklaven lebten, z.T. zeitlich befristet, weil sie z.B. eine Schuld nicht begleichen konnten, war alltäglich.

Es klingt wie ein Widerspruch in sich selbst, soll es aber gerade nicht sein: Wer als Sklave zu einem zur Freiheit berufenen Knecht Gottes geworden ist, soll trotzdem seinem irdischen Herrn gewissenhaft dienen. Auch dem „Wunderlichen“ (Luthers Formulierung in V 18. Das griechische Wort meint „falsch, tückisch“). In der sog. „Christlichen Haustafel“ in Eph 5+6 werden auch die Herren zu gleicher Haltung ermahnt (Eph 6, 5-9).

Es bleibt eine herausfordernde Mahnung. Ein Christ, der in einem Abhängigkeitsverhältnis lebt, soll das in tadelloser Weise tun, selbst wenn ihm Unrecht widerfährt (denkt jemand jetzt etwa an seinen Chef?). Bei der Begründung halten wir stolzen Menschen den Atem an: Wir sind damit bei Jesus und folgen seinen Fußstapfen, auch denen in Leiden und Sterben. Und das ist tausendmal wertvoller als jedes irdische Geschick. Wie vielen Glaubensgeschwistern auf der Welt ist das nicht nur ein verstörender Gedanke, sondern tägliches Erleben!

Gebet:
- Für alle, die in unfreien Verhältnissen und unter böser Herrschaft leben müssen
- Für unsere Regierungsspitzen um gute Entscheidungen heute in der Weiterführung der Coronamaßnahmen
- Um Regen
Information:
- In Auerswalde versuchen wir es am Sonntag wieder mit Minigottesdiensten so wie diese Woche: 9 und 10 Uhr in der St.-Ursula-Kirche, 9.30 Uhr in der Kapelle Garnsdorf (15 Teilnehmer, ca. 30 Minuten).

Herzliche Grüße aus dem Pfarrhaus,
Euer Gerald Brause


Mi., 29. April, Ich glaube - 1. Petrus 2, 11-17

Liebe Bibel-lese-Runde,
nach den Fundament-Aussagen über die Errettung durch Jesus schwenkt der 1.Petrusbrief mit dem heutigen Abschnitt um zu Auswirkungen auf das tägliche Leben. Das sollte so ja auch normal sein: Wir sind erlöst und geheiligt, nun leben wir auch so. Da wird es immer noch den Widerstreit geben zwischen dem, was man sich menschlich so denkt und wünscht („fleischliche Begierden“) und den Impulsen, die die geheiligte, auf Gott ausgerichtete Seele sendet. Wir kennen das …

1. Petrus 2,11-17
Die Christen sollen auf ihrer Pilgerreise zur Ewigkeit, als Fremde in dieser Welt, „rechtschaffen“ leben. Und das sowohl nach menschlichen als auch nach himmlischen Maßstäben. Offenbar gibt es eine durchaus respektable Schnittmenge von weltlich Gebotenem und vor Gott richtigem. Das ist ja gerade auch für uns in diesen Tagen ein wichtiges Thema.

Zu welchem Verhalten wird geraten?
- Gutes tun
- sich aller menschlichen Ordnung unterordnen, einschließlich der Personen, die sie setzen
- in der Freiheit, in der eine Christ als Knecht Gottes lebt (heißt: Richtmaß ist Gottes Wille, nicht meiner. Letzterer kippt schnell hin zu Eigensinn/ Trotz/ Besserwisserei usw. Hier ist Gottes Wille klar formuliert: ordne dich der Obrigkeit unter).

Das bleibt ein Spannungsfeld, hat aber das klare Vorzeichen, zunächst erst mal gute Staatsbürger zu sein. Das reizt jetzt zum Diskutieren, oder? Hoffentlich gibt es bald wieder die Möglichkeit dazu.
Die Grenzen werden in unserem Bibelabschnitt angedeutet:
- Wohlverhalten bewahrt nicht vor Verleumdung. Es geht also nicht um Feigheit oder Menschengefälligkeit.
- Im Entscheidungsfall haben wir Gott mehr zu gehorchen als den Menschen. Der Punkt ist sicher nicht gegeben bei der Maskenpflicht. Käme er bei einer übertriebenen Corona-App? Oder bei fortgeführtem Gottesdienstverbot?
Wichtig ist V. 17.

Gebet:
- Um ein gutes Erkennen, was unsere Freiheit als Knechte Gottes im konkreten Fall bedeutet
- Für Menschen mit Handicap, die es derzeit doppelt schwer haben
Information:
- Es laufen im Moment jede Menge vorbereitender Arbeiten an unseren Kirchenbaustellen:
Gutachtertätigkeit für die Auerswalder Orgelsanierung, in Wittgensdorf Arbeit an der Gebäudekonzeption, Anträge, Auftragsvergabe Turm usw.
- Hier noch ein konkretes Gebetsanliegen für Wittgensdorf: werden durch einen Haushaltsstopp die Fördergelder eingefroren, platzt die Finanzierung

Gott behüte uns!
Euer Gerald Brause


Di., 28. April, Ich glaube - 1. Petrus 2,1-10

Guten Morgen, ihr Lieben,
weiter geht es mit dem Gedanken der Neuen Geburt, worauf die steht und wozu sie uns macht.

1. Petrus 2,1-10
Wieder ein Abschnitt prallvoll mit Grundaussagen des Glaubens. Und hochtheologisch! Jede Menge Stoff zur Arbeit mit der Bibel.
Zwei Dinge möchte ich herausgreifen:

  • Die Gemeinde muss offenbar von den Anfängen bis heute immer mal wieder auf das Fundament ihres Glaubens hingewiesen werden, auf Jesus, den Eckstein, den Felsen, auf dem man entweder sicher steht oder an dem man letztlich zerschellt. Das ist alternativlos! Nur so wird ein Mensch ebenfalls „lebendiger Stein“, in der Lage, geistlich zu handeln und mit den Geschwistern zusammen zu einem geistlichen Haus zu wachsen.
  • Wie groß ist Gottes Gnade, zu erwählen und zu berufen vom „Nicht-Volk“ zu Gottes Volk. Könige und Priester sind wir dann, heilig, von der Finsternis ins Licht geholt, beauftragt, Gottes Rettungshandeln weiterzusagen.
„Könige und Priester“ im Sinne dieses Bibelworts hat sich eine der besten christlichen Bands unserer Tage genannt. Hier mal ein Hörbeispiel.

Mal nebenher: Es ist beeindruckend, wie sehr die frühen Gemeinden offensichtlich aus dem Wort Gottes lebten, obwohl es ja die Bibel und den bequemen Zugang zu ihr, wie wir das kennen, nicht ansatzweise gegeben hat. Die Bibel selbst gab es noch gar nicht. Das Neue Testament war erst im Entstehen, aber auch das Alte Testament wurde erst eine Generation später endgültig festgelegt. Die Kernteile des Alten Testaments (Mosebücher, Propheten und Psalmen) wurden im Judentum intensiv gelehrt und gelernt. Hier war ja auch die Wiege des Christentums. Selbst die „Heiden“ in Kleinasien hatten, wie wir sehen, sehr viel davon verinnerlicht. Hinzu kam die Lehre der Apostel, in der sie beständig blieben (Apg 2,42). Das können wir uns sehr zum Vorbild nehmen.

Gebet:
- Dass Gott uns offenbart, worin wir auf dem Felsen Jesus stehen und worin daneben, und dass wir dann die Chance nutzen, uns neu auszurichten, persönlich und als Gemeinde und Kirche
- Für die in der Corona-Isolation, deren Lebensumstände oder Charakter es ihnen doppelt schwer werden lassen

Wir stehen auf Felsengrund!
Euer Pfarrer Gerald Brause


Mo., 27. April, Ich glaube - 1. Petrus 1, 22-25

Ihr Lieben,
vom Gute-Hirten-Sonntag her fällt in diese Woche das Licht: Nichts und niemand in dieser Welt kann dich aus der Hand des Guten Hirten reißen. Wenn dein Leben bei ihm geborgen ist, dann ist es dort geborgen, was immer geschieht. Daran braucht es keinen Zweifel zu geben.
Die Frage taucht allerdings auf: Wie kommt mein Leben so klar und unbezweifelbar in Gottes Hand? Wie werde ich Schaf in seiner Herde? Das ist das große biblische Thema! Es klingt auch in unserem heutigen Bibelabschnitt an, 1. Petrus 1, 22-25.

Wir stoßen heute nochmals auf den Ausdruck „Wiedergeburt“. Den fanden wir schon gleich am Anfang in Vers 3. Das ist einer der wichtigsten biblischen Ausdrücke für den Beginn dieser völlig neuen Qualität zu leben, also in und mit Gott, völlig in seiner Hand. Immer ist in diesem Zusammenhang die Rede vom zunächst rein natürlichen Leben davor. Der gängige Ausdruck dafür ist „Fleisch“. Es ist vergänglich wie Gras. Es fehlt ihm das, was in der Schöpfungsgeschichte den Menschen im Vollsinn zum lebendigen Wesen gemacht hat, der "Lebensodem" Gottes, sein Geist (1. Mose 2, 7).

„Geist“ ist der biblische Ausdruck für das neue Leben. Es ist also ein Leben im Geist, im heiligen Geist, dem, der Gott durchströmt. Hier taucht er auf im Wort „unvergänglicher Same“. Das ist gewissermaßen die Genetik des neuen Lebens. Gott wurde hineingelassen. Er wohnt im Herzen. Er durfte an die zentralen Schalthebel. Die Seele wurde gereinigt (V 22). Ist das jetzt zu theoretisch? Als bloße Theorie und Gedankenspiel hilft es unserem Leben nicht. Jesus lädt uns heute ein: Kommt und seht! Kehrt um und glaubt! (Ein biblisches Beispiel für die Auseinandersetzung mit dieser Frage ist Nikodemus, Joh 3, 1-21.)

Gebet:
- Dank für das Geschenk des neuen Lebens in Christus und Bitte um die Bereitschaft, es wirklich anzunehmen
- Für die, die jetzt hart arbeiten an gangbaren Wegen zurück aus den Corona-Einschränkungen
- Für die Familien
Information:
- Wer noch einen Mund-Nase-Schutz braucht, in Auerswalde gibt es welche.

Der Gute Hirte leite, schütze und versorge uns,
Euer Gerald Brause


So., 26. April, Ich glaube - Sonntag Miserikordias Domini

Liebe Gemeinde,
zusammen mit den Schwestern und Brüdern in der ganzen Welt feiern wir heute wieder den Tag des HERRN. Überall gibt es die Gefahr durch Corona, überall gibt es Einschränkungen – und überall sehen die Geschwister auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens. Ca. ein Drittel der Menschheit versteht sich als christlich. Vielleicht sind wir noch zu oft ein schlafender Riese. Vielleicht aber erwacht auch gerade dieser Tage eine neue, bewusstere Sicht für unseren HERRN. „Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, … wird nicht müde noch matt… Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden“ (Jes 40, 28f) war Predigtwort über der letzten Woche. Unser Landesbischof Tobias Bilz hat gestern bei seinem Einführungsgottesdienst wunderbar darüber gepredigt.

Heute am Barmherzigkeits-Sonntag hören und schauen wir hier hin: Jesus ist der Gute Hirte.

Wochenspruch:
Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.
(Joh 10, 11a. 27-28a)

Das ist eins von den sogenannten Ich-bin-Worten Jesu (wie z.B. auch Licht, Brot, Weg oder Tür). Jesus ist der Gute Hirte, vorbildlich treu, klug, weitblickend, vorsorglich, einsatzbereit usw. für seine Herde, die Gemeinde. Brauchen wir so jemanden?
O ja! Wie ach so klug, weitblickend, stark … wir selber doch vermeintlich sind – der Zahn wird uns gerade gezogen. Meiner Ansicht nach hat jeder Mensch bewusst oder unbewusst so einen „Hirten“, eine Leitfigur. Daran orientieren wir uns. Wie wichtig ist es, den richtigen zu haben! Bedenken wir es doch heute mal für uns selbst oder auch miteinander, welche Erfahrungen wir mit dem Guten Hirten Jesus Christus gemacht haben.

Auf jeden Fall: Lasst uns hören auf seine Stimme und ihm folgen. Das bringt uns durch diese Tage und es bringt uns schließlich in die Ewigkeit.

Gebet:
- Um vollmächtige Gottesdienste heute und ein kraftvolles Wirken des Heiligen Geistes
- Um ein tiefes Vertrauen zu Jesus, unserem guten Hirten, und ein Ablegen von aller Störrigkeit
Information:
- Ich lade noch mal herzlich ein zu den täglichen kleinen Morgengottesdiensten mit Heiligem Abendmahl in der Auerswalder Kirche, Mo-Fr 8.30 – 9.00 Uhr.
- Gern kann anstelle der Kollekte eine Spende an die Gemeinde überwiesen werden. Bankverbindung siehe Kirchennachrichtenblatt oder Homepage.

Welch ein Schatz, dass wir mit dem Guten Hirten Jesus Christus unterwegs sein dürfen!
Euer Pfarrer Gerald Brause


Sa., 25. April, Ich glaube - 1. Petrus 1, 17-21

Ihr Lieben,
„Ich glaube“ steht nun seit 4 Wochen als Überschrift über unserem täglichen gemeinsamen Bibellesen. Gott über alle Dinge zu fürchten und zu lieben, dem treuen Gott, der uns so unfassbar liebt und alles für uns getan hat, hundertprozentig zu vertrauen, das ist uns Christen ans Herz gelegt. Darin sollen, ja müssen wir wachsen. Das ist der Anker in der Zeit und das Rettungsfloß in aller Erschütterung. Was den Christen damals in Vereinzelung und Gefahr geholfen hat, hilft genauso uns heute.
Davon spricht unser heutiger Abschnitt: 1. Petrus 1, 17-21

Zeiten der Erschütterung sind immer zugleich Bewährungsphasen für unseren Glauben. Dass wir mal wieder neu zu schätzen wissen, was wir an ihm haben. Dass abgeschüttelt wird, was nebensächlich oder unnütz ist. Dass ans Licht kommt, wo wir irgendwie auf halber Strecke verebbt sind und Nötiges vor uns her schieben. Wenn wir das zulassen, wird die Zeit der Erschütterung zu einer großen Gnadenzeit.

In den heutigen Versen lesen wir vom Erlösungshandeln Jesu, seiner kostbaren, liebevollen Hingabe für uns. Ob heute so ein Tag ist, an dem wir unsere Hingabe an Jesus neu festmachen, von ganzem Herzen, ohne Hintertürchen, dankbar, allen „nichtigen Wandel“ ablegen?

Gebet:
- Um eine tiefe Herzensberührung durch unseren HERRN, bei uns, unseren Lieben, all den Menschen um uns herum
- Um eine neue Sicht, wie sehr aus Gottvertrauen Leben und Hoffnung wächst
- Um geistliche Vollmacht, Weisheit, Kraft, Gesundheit und Segen für unseren Landesbischof Tobias Bilz
Information:
- Heute Mittag Einführungsgottesdienst unseres Landesbischofs.
- Gestern hat für die Muslime der Fastenmonat Ramadan begonnen, ebenfalls unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie. Wie in den letzten Jahren wird auch in diesem Jahr besonders eingeladen zum Gebet für Muslime und die islamische Welt, immer auch, dass sie Christus erkennen, gerade auch die Geflüchteten, und in diesem Jahr insbesondere , dass die Einschränkungen keine Eskalationen provozieren.
- Wieder der Hinweis auf die Sonntagsgottesdienste in Radio, Fernsehen und Internet.

Ein gesegnetes Wochenende,
Euer Gerald Brause


Fr., 24. April, Ich glaube - 1. Petrus 1, 13-16

Willkommen zum heutigen Abschnitt unseres gemeinsamen Bibelstudiums, 1. Petrus 1, 13-16, in Luther-Deutsch vermutlich etwas mühsam zu lesen, deswegen hier in der Fassung der Neues-Leben-Bibel:
13 Bemüht euch daher um ein klares, nüchternes Denken und um Selbstbeherrschung. Setzt eure ganze Hoffnung auf die Gnade, die euch bei der Wiederkehr von Jesus Christus erwartet. 14 Gehorcht Gott, weil ihr seine Kinder seid. Fallt nicht in eure alten, schlechten Gewohnheiten zurück. Damals wusstet ihr es nicht besser. 15 Aber jetzt sollt ihr in allem, was ihr tut, heilig sein, genauso wie Gott, der euch berufen hat, heilig ist. 16 Denn er hat selbst gesagt: »Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin!«

Was für eine starke Aussage: Ihr sollt heilig sein, heilig wie Gott! Wie soll das denn bitte gehen? Das schafft doch niemand! Ihr Lieben, wir sind am Knackpunkt der reformatorischen Erkenntnis! Nein, schaffen kann das niemand, auch nicht mit noch so großer menschlicher Anstrengung. Es ist frustrierend aussichtslos. Und die so wunderbare göttliche Aussage „Ihr sollt heilig sein“ wird zur Qual und zum Brandmal täglichen Versagens.

Was für ein Aufbruch, was für ein Aufatmen, was für eine Befreiung war es, als es den Reformatoren wie ein Kronleuchter aufging: Wir müssen uns das ja auch gar nicht erarbeiten. Wir würden immerzu scheitern. Gott schenkt es uns! Es ist seine Gnade. Es ist sein Erlösungshandeln. Er eignet es uns zu, schenkt es uns. Gott will, dass wir erlöst sind, selig, gerettet, seine Kinder, heilig. Und er macht es möglich, in Christus. Allein Christus, allein die Gnade, allein der Glaube, allein die Schrift.

Auf die Gnade in Christus setzen (V13), voll und ganz, das ist der Schlüssel. „Ich glaube!“ Verknüpft wird das eigenartigerweise mit Nüchternheit, Disziplin und Gehorsam. Ist das nicht dann schon wieder ein Widerspruch? Was nun, Gnade oder Gehorsam? Ich verstehe das so: Nehmt die Gnade in Christus wirklich ernst. Nehmt es für voll, dass Gott uns wirklich und wahrhaftig heiligen möchte. Seid darin gehorsam und klar. Lassen wir das nicht laufen auf der Ebene „netter Spruch“. Es ist Gottes Wille! Was ist in der gegenwärtigen bedrückenden Situation sinnvoller, als dem entschieden gehorsam zu sein und zu folgen?

Gebet:
- Dank für Gottes Gnade
- Bitte um Wachstum in der Heiligung
Information:
Die Einführung unseres Landesbischofs erfolgt nun doch auf seinen Wunsch morgen, am ursprünglich vorgesehenen Termin, allerdings unter den Einschränkungen der Corona-Regelungen. Der MDR überträgt diesen denkwürdigen Gottesdienst live aus dem Meißner Dom im Fernsehen. Hier gibt es weitere Informationen dazu.

Einen gesegneten Tag,
Euer Gerald Brause


Do., 23. April, Ich glaube - 1. Petrus 1, 1-12

Ihr Lieben in Wittgensdorf, Auerswalde, Garnsdorf usw.,
ab heute arbeiten wir in der täglichen Bibellese den 1. Petrusbrief durch. Er ist gerichtet an die Christen in Kleinasien (heutige Türkei). Es sind fast alle Provinzen aufgezählt außer denen ganz im Süden an der Mittelmeerküste. Das ist ein riesiges Gebiet. Dieser Art Schreiben der Apostel (oder in ihrem Namen) sollten in den weit auseinander liegenden Gemeinden weitergereicht werden, evtl. in Abschrift, zur Ermutigung und Unterweisung.

Die Christen leben als „Fremdlinge“ und „verstreut“, auch verfolgt und angefeindet, wie wir im weiteren Fortgang des Briefes erfahren. Aber vor allem sind sie von Gott Auserwählte.
Nach dem Eingangsgruß folgen Lob und Dank, mit intensiven Formulierungen, in hymnischem Charakter und sehr inhaltsschwer. Hier kann man lange verweilen, schon an einzelnen Halbsätzen.

Das Schlüsselwort in dieser Passage scheint mir „Seligkeit“ zu sein, die endgültige Rettung, das Leben als Erlöste beim HERRN.
In V 3-5 lesen wir, dass diese Seligkeit ein unverrückbarer Tatbestand im Leben der Glaubenden ist. Sie sind in sie hinein wiedergeboren. Durch Gottes Macht werden sie darin bewahrt. Auch wenn die Seligkeit während der Erdenzeit erst mal noch im Himmel aufbewahrt wird, als „unvergängliches und unbeflecktes und unverwelkliches Erbe“, haben die Christen sie bereits. Ihr Leben wird davon geprägt und daran ausgerichtet.
Das gilt auch und gerade in der „kleinen Zeit“ der Traurigkeit und Anfechtung (V 6). Dort wird sich der an der Seligkeit ausgerichtete Glaube bewähren und als kostbar erweisen.

Die Liebe zu Jesus, der Glaube an ihn, bringt das Leben ans Ziel. Eine unfassbare Freude wird das sein, wenn dieses Ziel erreicht ist (V 9). Dass Menschen in Ewigkeit errettet und erlöst sind, durch das Rettungshandeln Jesu und durch den Glauben an ihn, ist das brennende Anliegen Gottes durch die Zeiten hindurch. Das war der tiefste Auftrag an die Propheten. Und selbst die Engel kriegen große Augen, wenn sie das mit ansehen dürfen.

Wer noch ein paar Minuten Zeit hat – einfach diese großartigen Sätze mit ihren gewaltigen Aussagen noch mal lesen und das eigene Leben in dieses Licht stellen.

Gebet:
- Um die rechte Ausrichtung aller Dinge meines Lebens am großen Ziel, meiner Seele Seligkeit beim HERRN
- Um ein ausgewogenes Maß für die Lockerung der Einschränkungen wegen Corona
Information:
- Die Stadt Chemnitz hat die über die Denkmalförderung für Turm- und Schwammsanierung der Wittgensdorfer Kirche beantragten Mittel für 2020 in Aussicht gestellt. Dafür sind wir sehr dankbar, es bleibt aber ein Gebetsanliegen, dass sie auch wirklich ausgezahlt werden können.
- Im Auerswalder Kirchturm sind die Nistkästen gut belegt. Das hat nun aber leider zur Folge, dass die Arbeiten am Glockengeläut erst ab Juli erfolgen dürfen (Auflage Naturschutzbehörde). Deshalb schweigt so lange das Tagzeitengeläut.
- Ein Tipp um christliche Zeitschriften gratis zu lesen: Hier klicken.

In Dankbarkeit für Gottes Gnade und Errettung,
Euer Gerald Brause


Mi., 22. April, Ich glaube - 1. Korinther 16, 13-24

Ihr lieben Mit-Isolierten,
zum Glück nur körperlich voneinander, niemals im Herzen und noch weniger von unserem HERRN und Erlöser.
Heute lesen wir die letzten Zeilen des 1. Korintherbriefs. Ab morgen folgt der 1. Petrusbrief.

1. Korinther 16, 13-24
Unter der Rubrik „Was unbedingt noch gesagt werden muss“ lesen wir solche wichtigen und wunderbaren Aussagen wie „Wacht, steht im Glauben, seid mutig und seid stark“ und „Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen“ (Verse 13 und 14). Vielleicht hat das jemand als Konfirmations- oder Trauspruch. Wir können es uns in jedem Fall mitnehmen als Motto für diese Tage.
Dann gibt es in sehr wertschätzender Weise noch Grüße hin und her. Über die Personen wissen wir oft nichts weiter. Am meisten noch über das hochverdiente jüdisch-christliche Ehepaar Aquila und Priscilla (oder Priska), aus Rom stammend, wegen Judenverfolgungen nach Korinth gekommen, dort Weggefährten des Paulus der ersten Stunde und z.Zt.bei ihm in Ephesus. Nach denen lohnt es sich, in der Bibel auf die Suche zu gehen. Wer keine Wortsuche nutzen kann: Apg 18, Rö 16, 2. Tim 4.

Man zuckt richtig ein bisschen zusammen, dass in all der Wertschätzung Paulus ganz am Ende noch einen Fluch ausspricht, über die, die den HERRN nicht liebhaben. Damit sind nicht Menschen außerhalb der Gemeinde gemeint. Niemals verflucht die der Missionar und Heidenapostel Paulus gleich erst mal. Es geht um das schlimmste Defizit, was in der Gemeinde auftreten kann: Wir haben Christus nicht lieb! Das ist das Kriterium, an dem sich Segen oder Fluch entscheidet.
Maranatha (aramäisch = Sprache in Israel z.Zt. Jesu) heißt „Unser Herr komm (oder kommt)!“

Gebet:
- Dank für alles, was wir neu wertschätzen und lernen, wenn der normale Alltag ausgebremst ist
- Für die Verantwortungsträger in unserem Land
Information:
- Der Vortragsabend mit Dieter Leicht am Freitag muss abgesagt werden.
- Am Sonntag werden im Auerswalder Kirchgemeindegebiet 3 Kurzgottesdienste angeboten: 9 und 10 Uhr in der St.-Ursula-Kirche und 9.30 Uhr in der Kapelle Garnsdorf.

Bleibt behütet,
Euer Gerald Brause


Di., 21. April, Ich glaube - 1. Korinther 16, 1-12

Guten Morgen!
Lange Zeit habe ich die Schlusszeilen der biblischen Briefe immer nur schnell überflogen. Je länger je mehr finde ich die aber total interessant und aufschlussreich. Wenn man sie z.B. liest unter der Frage: Was muss unbedingt am Schluss noch benannt werden? Auch wenn es dann nur kurz angetippt wird, es ist aber unverzichtbar. Oder wenn wir dort oft dem spannenden Verhältnis „Unsere menschlichen Pläne – Gottes Plan“ auf die Spur gehen können. Oder: Wie gehen die Apostel mit den 1000 Fragen des Alltags und allerlei „Menscheleien“ um? Wir werden verblüffend oft wertvolle Fingerzeige für unseren Alltag als Christen erhalten.

Heute bin ich hängengeblieben (von hinten):

  • (V. 12) Ja, da gibt es diese Brüder (und Schwestern), die sind wie sie sind. Da kann man so viel reden wie man will. Und wie oft ist man selbst auch so einer... Apollos taucht gleich am Anfang des Briefes auf als einer der Parteienführer der gespaltenen Korinther Gemeinde (1,12). Aber er bleibt ein Bruder!!
  • (V. 9) Wenn Gott Türen öffnet, werden immer zugleich Widerstände auftauchen. Das ist normal. Wir brauchen andere Kriterien als „Das geht grad so schön leicht. Das kann nur Gottes Wille sein“. Kann es, muss es aber nicht. Ebenso wie andersherum nicht „Das ist alles so zäh und anstrengend. Das kann Gott nicht wollen“. Der Widersacher wird immer versuchen, vor Gottes offener Tür Hindernisse aufzutürmen. Davon bitte nicht irritieren lassen! Gottes Weg für uns wird klar, wenn wir im Gebet sind, die Optionen an der Schrift prüfen, Vertrauenspersonen zu Rate ziehen, am Ende Frieden darüber haben, auch wenn es dann viel Kraft kostet und gefährlich ist.
  • (V.2) Da steht doch in der guten alten Bibel eine geniale Idee für unsere Kollekten, wenn wir nicht in den Gottesdienst gehen können: Jeden Sonntag was beiseite legen! Die „Sammlung für die Heiligen“ war das Hilfsprogramm der jungen Christenheit für die verarmte Kerngemeinde in Jerusalem, die aber andererseits in sehr wichtigem Dienst stand für Mission, Lehrbildung und Gemeindeentwicklung. Besonders die allerersten Christen lebten in der Erwartung, dass Jesus sehr bald wiederkommt und das Reich Gottes aufrichtet, und hatten zu radikal den geregelten täglichen Broterwerb beendet.
Gebet:
Für unsere Lieben, die wir grad nicht sehen können.
Information:
Wem sollte ich heute einen Brief schreiben?

Gott befohlen,
Euer Gerald Brause


Mo., 20. April, Ich glaube - 1. Korinther 15, 50-58

Ihr Lieben,
wir sind wieder beim Korintherbrief, heute 1. Korinther 15, 50-58.
Um diesen Abschnitt richtig zu verstehen, muss man noch mal kurz zurückschauen, warum Paulus diese ganze lange Abhandlung über die Auferstehung schreibt. Er reagierte auf die Geringschätzung, ja Ablehnung der Auferstehung und des Lebens in der Ewigkeit bei einigen in der Korinther Gemeinde. Ein gesegnetes und erfülltes Leben findet ausschließlich in unserer Erdenzeit statt. Eine Auferstehung gibt es nicht.

Dagegen hatte Paulus argumentiert, wie sicher bezeugt die Auferstehung Jesu ist und wie klar seine Zusage, dass die zu ihm Gehörenden durch seine Kraft ebenfalls auferstehen werden. Und wir hatten den Vergleich Samenkorn-Pflanze. Das Erdenleben ist eben maximal „Samenkorn“, die „Pflanze“ entfaltet sich in der Ewigkeit. In allem aber setzt sich Paulus mit Christen auseinander, die also alle miteinander glauben wollen, auch wenn uns das nicht davor feit, anteilig schief zu liegen.

Im heutigen Bibelabschnitt erklingt eine regelrechte Siegesfanfare. (Viele Komponisten haben sich von dieser Stelle inspirieren lassen zu großartiger Musik, allen voran Johannes Brahms in „Ein Deutsches Requiem“.) Christus ist der Sieger über den Tod! Die Macht des Todes ist gebrochen, der Würgestrick der Sünde hat seine tödliche Kraft verloren. Und wir haben Anteil an diesem Sieg (V. 57)! Deshalb ist es so unbedingt wichtig, treu und standhaft bei Jesus und seiner Sache zu sein.

Danke, Jesus, für deine Auferstehung. Danke, dass du uns bei dir haben möchtest im Reich Gottes.

Die Verse 51 und 52 regen zu allerlei Spekulationen an. Es wird aber wohl bei einem hohen Maß an Geheimnis bleiben. Die Termine der Endzeitereignisse bis hin zum Jüngsten Tag, dem Endgericht, dem Durchbruch des Reiches Gottes usw. weiß eben nur Gott. Und was bringt es uns letztlich zu wissen, ob nun ein Christ erst entschläft oder gleich in das Reich seines lieben Sohnes versetzt wird? Entscheidend ist doch viel mehr, wirklich Christ zu sein, von ganzem Herzen zu glauben und sein Leben in Jesu Hände gegeben zu haben. Der wird das dann schon alles richtig machen.

Hier lauert noch ein Missverständnis: Dass „die Toten“, also alle, auferstehen werden, heißt nicht, dass sie alle in den Himmel kommen. In Joh 5,29 kann man das nachlesen. Auferstehen werden alle, aber entweder zum Leben oder zum Gericht. Das Gericht hat zwei Ausgänge, entweder ewiges Leben oder ewige Strafe (Mt 25, 46).

Gebet:
Wollen wir uns heute neu bekennen zum auferstandenen Jesus, unserem Heiland und Erlöser.
Information:
Ab heute werden wir das Auerswalder Morgengebet etwas aufweiten zu einem täglichen Bittgottesdienst in der Corona-Pandemie, in dem im Moment offiziell erlaubten Mini-Format mit 15 Personen. Wir wollen Gottes Beistand suchen, für uns, für die Menschen in unserem Umfeld, für die Not dieser Tage. Das ist ja auch ein wichtiger Dienst, den wir zu tun haben. Wir probieren, wie das gut funktioniert, und wollen auch eine tägliche Abendmahlsfeier versuchen, unter guter Einhaltung der Hygienemaßgaben. Kommt gern hinzu. 8.30 – kurz nach 9.00 Uhr.

In Dankbarkeit für den Sieg unseres Herrn Jesus Christus,
Euer Gerald Brause


So., 19. April, Ich glaube - Jesaja 40,26-31, Predigttext

Liebe Gemeinde,
ein herzlicher Gruß an euch alle am heutigen ersten Sonntag nach Ostern. Lasst uns die über Internet, Funk und Fernsehen verbreiteten Gottesdienste nutzen und darum beten, dass sie Kraft und Zuversicht vom HERRN vermitteln. Sicherlich wird uns etwas Gutes einfallen, wie wir bei uns die ab nächster Woche wieder zugelassene Möglichkeit von Gottesdiensten im Miniformat sinnvoll nutzen können.

Die Corona-Krise hat uns in der Passionszeit getroffen, der Zeit der Buße und Prüfung, und sie begleitet uns in der Oster- und wahrscheinlich noch Pfingstzeit, der Zeit voller göttlicher Kraft, voll Lebendigkeit und Aufbruch. Buße und lebendige Aufbrüche, beides soll geschehen, beides will Gott, immer schon und in dieser Zeit der Erschütterung besonders. Beides sind Gottesgeschenke, Buße und Lebenskraft.

Der Predigttext für den heutigen Sonntag mit dem schönen lateinischen Namen Quasimodogeniti (= „wie die neugeborenen Kinder“, 1. Petrus 2,2) malt uns vor Augen: Sieh auf Gott! Höre auf sein Reden! Also so – wir bleiben beim Sonntagsnamen – wie es ein Kind macht: Es sieht auf Mutter und Vater. Als Baby saugt es das ein, was ihm (hoffentlich) an Liebe im Kontakt mit den Eltern zuteil wird. Und es wird sich orientieren an dem, was die Eltern sagen und tun. Das prägt sein Leben.

Wir lesen Jesaja 40, 26-31. Mit Kapitel 40 beginnt ein großer zweiter Block im Jesaja-Buch (Kap. 40-55). Während im ersten Teil viel von Missständen und Gericht die Rede war, liegt jetzt der Schwerpunkt auf Erlösung, Trost, neuem Anfang und Verheißung. „Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott“ sind die ersten Worte des Kapitels. Und mit viel Zuspruch und Ermutigung geht es in unserem Abschnitt weiter, an Menschen, die sich vergessen fühlen - auch von Gott -, die sich unfähig vorkommen, müde und matt.
Was hilft uns in Niedergeschlagenheit und in Krisen?

Sicher einiges. Besonders aber, dass wir hinsehen und hinhören auf das, was in Gott ist und von ihm zu uns kommt.
Dass wir den Blick heben, weg von den Bedrückungen des Alltags, weg vom Kreisen um uns selbst, hin zum allmächtigen Gott, der alles erschaffen hat und es immerzu erhält – und das auch mit jedem von uns tut.
Dass wir hinhören auf eine Botschaft, die nicht unserem eigenen Denken und Grübeln entspringt und uns kein Mensch sagen kann.
Dass wir hinhören auf die Botschaft Gottes, die so voller Kraft und Liebe ist, die unsere Gedankenspiralen aufbricht und die Perspektiven zurecht rückt. Die von einer höheren Wahrheit ist als alle Klugheit von uns Menschen zusammen genommen.
Dass wir also gewissermaßen umschalten auf ein anderes Programm. Ein besseres.

„Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden.“ (V. 28-29)
Das soll uns göttlicher Zuspruch sein in den nächsten Tagen.
Euer Pfarrer Gerald Brause

Gebet:
- Mittwoch 14.00 Uhr Beerdigung von Roy Müller in Auerswalde, nur zugelassen im engsten Kreis. Bitte seid im Gebet verbunden.
- Dass es bei den ab morgen zugelassenen Lockerungen im öffentlichen Leben und der Wirtschaft nicht zu Rückschlägen kommt.
- Um Gottes Bewahrung an Leib, Seele und Geist für uns, unsere Lieben und besonders auch für die Menschen, die unter weitaus schwierigeren Umständen leben als wir.


Sa., 18. April, Ich glaube - 1.Korinther 15, 35-49

Ihr Lieben,
bei unserem gemeinsamen Lesen in der Bibel – bitte immer den Textabschnitt durcharbeiten, das ist wichtiger als meine unvollkommenen Gedanken dazu! – sind wir heute bei der bedrängenden Frage:
Was geschieht mit uns beim Sterben, und was dann bei der Auferstehung?

1. Korinther 15, 35-49
„Es könnte aber jemand fragen …“, jawohl, lieber Paulus, das könnte jemand. Viele tun es, Wir auch. Wie genau wird denn das dann gehen mit der Auferstehung? Jede Antwort bleibt zwangsläufig ein Versuch und bruchstückhaft. Das Bild „Samen – Pflanze“ hilft verstehen. Sowohl das Korn als auch die Pflanze ist Weizen, obwohl es ja ganz unterschiedlich aussieht. Heißt: Unsere Persönlichkeit bleibt erhalten, unser Leib aber erhält eine völlig andere Qualität.

Ich hatte viele Jahre eine Wohnstätte mit geistig behinderten Menschen im Gemeindegebiet. Wir hatten guten Kontakt. Einige musste ich beerdigen. Die Vorstellung ging uns an den Gräbern jedes Mal durch und durch: Wenn er geglaubt hat und der Herr ihn auferweckt, dann wird dieser Mensch ohne all die Beeinträchtigungen an Geist und Körper leben dürfen. In Ewigkeit! Welch großartige Perspektive!
Manchmal denke ich bei all unserem Fragen und Erklären, der HERR im Himmel wird schmunzeln und sagen: Lasst euch überraschen!

Bei den Ausführungen zum ersten und letzten Adam wird vermutlich die damit gewollte Erklärung nicht leichter zu verstehen sein als die Sache selbst, zumindest in Luther-Deutsch. Hier hilft eine gute neue Bibelübersetzung. Ich zitieren mal die Passage aus der Neuen Genfer Übersetzung (kostenfreies Bibelprogramm bibleserver.com):
„45 Dasselbe zeigt ein Vergleich zwischen Adam und Christus. Unser jetziger Körper entspricht dem, den Adam, der erste Mensch, bekam, als Gott ihn – wie die Schrift sagt – zu einem »lebendigen Wesen« machte. Unser künftiger Körper hingegen entspricht dem, den Christus, der letzte Adam, bei seiner Auferstehung bekam – Christus, der uns durch seinen Geist lebendig macht. …
47 Der erste Adam war aus dem Staub der Erde gemacht; der zweite Adam hat seinen Ursprung im Himmel. 48 So, wie der irdische Adam beschaffen war, sind alle beschaffen, die zur Erde gehören; und so, wie der himmlische Adam beschaffen ist, werden alle beschaffen sein, die zum Himmel gehören. 49 Genauso, wie wir jetzt das Abbild des irdischen Adams sind, werden wir einmal das Abbild des himmlischen Adams sein.“


Gebet:
- Um eine tiefe, persönliche, mitten ins Leben hineinstrahlende Freude auf die Ewigkeit.
- Dank, dass Sachsen deutschlandweit vorangeht bei der Lockerung der Einschränkungen für Gottesdienste (ab Montag nicht mehr untersagt, allerdings zunächst im Mini-Format mit 15 Personen).
Information:
Die Auerswalder Kirche ist am Sonntag, 19.4., von 9-10 Uhr zur persönlichen Besinnung und Gebet geöffnet. Ich würde mich freuen, wenn da auch die Gelegenheit genutzt wird, mal Bibelworte oder andere Impulse vom HERRN weiterzugeben.
Außerdem ist immer Mo-Fr 8.30-9.00 Uhr geöffnet. Die Gebetskapelle täglich ganztags. Man darf sich auch über die Chemnitz wagen …

Ich wünsche euch einen Tag, durchsonnt von Dankbarkeit, Zuversicht und Freude an Gottes unfassbaren Möglichkeiten,
Euer Gerald Brause


Fr., 17. April, Ich glaube - 1.Korinther 15, 29-34

Ihr Lieben,
im heutigen Abschnitt sprudeln, bevor morgen wieder ein größerer Gedankenzusammenhang kommt, erst noch ein paar Dinge aus Paulus heraus. Die sind allerdings nicht ganz ohne: 1.Korinther 15, 29-34

„Stellvertretende Taufe“ ist ein doppeltes Fehlverständnis: Man kann sich nicht stellvertretend für einen anderen taufen lassen. Und man bekommt auch nicht durch die Taufe das ewige Leben, sondern durch den Glauben. Das Sakrament entfaltet erst dann für den Empfangenden seine Kraft, wenn es im Glauben angenommen wird.

„Tägliche Todesgefahr“: Davon weiß Paulus nicht nur ein Liedlein zu singen. Im 2.Korintherbrief zählt er mal einiges auf (2.Kor 11, 23 ff). Besonders in der Todesgefahr wurden ihm die Auferstehung und die Gewissheit des neuen Lebens in der Ewigkeit zum Halt. Davon verstehen wir hoffentlich in diesen Tagen nun auch noch mal ein ganzes bisschen mehr.

„Schlechter Umgang“: Hier meint Paulus offensichtlich das Auftreten falscher Lehre mitten in der Gemeinde, bis hin zu „einige wissen nichts über Gott“. Das ist problematisch und beschäftigt/blockiert immerzu die Gemeinde in unguter Weise. Abschaffen wird man es nicht können. Wie soll man dem begegnen? Nüchtern, also mit Bedacht und Gelassenheit und möglichst festem eigenen Stand, und ohne selbst zu sündigen, im Blick auf die Lehre und sowieso.

Gebet:
- Um eine klare neue Besinnung auf den Schatz des Evangeliums unter uns Christen.
- Um die Fähigkeit, Falsches vom Richtigen zu unterscheiden.

Ganz viel Zuversicht auf die Ewigkeit!
Euer Gerald Brause


Do., 16. April, Ich glaube - 1.Korinther 15, 20-28

Ihr Lieben,
wir verfolgen weiter die Gedanken über die Auferstehung, die sich Paulus zusammen mit den Korinthern macht. Wir werden das sicherlich gerade unterschiedlich spannend finden. Aber bitte nicht abhängen. Das ist nämlich ein entscheidend wichtiges Thema! Ein Gespür für das Reich Gottes und eine Sehnsucht nach der Ewigkeit zu bekommen ist Teil des Erlösungshandelns Jesu an uns Menschen und eine wichtige Fähigkeit des von Gott erneuerten Herzens. Als unerlöste Menschen waren wir dafür blind und taub.

1.Korinther 15, 20-28
Es werden zwei Schlüsselmomente benannt, „in Adam“ und „in Christus“:

  • „in Adam“ der Sündenfall, also die Infizierung und Durchseuchung der gesamten Menschheit mit Sünde und deren 100%iger Todesfolge
  • „in Christus“ Kreuz und Auferstehung (das Kreuz, also den Sühnetod muss man bei Paulus unbedingt immer mitdenken, wenn er von Jesus Auferstehung spricht), also der Sieg über Sünde, Tod und Teufel
Bezüglich der „Ordnung“/ Abfolge der Auferstehung, die Paulus nennt, eine kleine Anmerkung: es gibt etliche biblische Hinweise, dass die Auferweckung derer, die Christus angehören (V. 23) nicht erst bei der Wiederkunft geschieht, z.B. ganz stark die Zusage Jesu am Kreuz zum reuigen Mitgekreuzigten „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“ oder das Jesus-Gleichnis vom Armen Lazarus, der bereits „in Abrahams Schoß“ geschildert wird, oder die prophetische Schau in der Johannesoffenbarung von den Gerechten am Thron Gottes. Na ja, wir wissen eben nicht Tag noch Stunde. Wichtig ist Jesus anzugehören!
Gab es denn gestern eine Gelegenheit, jemandem Mut zu machen durch die Kraft des Auferstandenen?

Gebet:
Um gute Ideen, wie wir in der jetzigen Zeit der Isolation als Christen und Gemeinden weiterhin – und erst recht! - Licht und Salz in unserer Umgebung sein können.
Information:
Gestern Abend haben die Bundes- und Länderregierungen die Verlängerung des Kontakt- und Versammlungsverbots bis 3. Mai beschlossen. Morgen wird es Absprachen der Bundesregierung dazu mit Religionsvertretern geben. In Sachsen laufen dazu bereits intensive Vorgespräche durch Bischof und Kirchenleitung. Dass die beiden Bischöfe und der Ministerpräsident gemeinsam zu Ostern auftreten, war keine Show.

Und noch mal mein Angebot einer Hausabendmahlsfeier.
Der Auferstandene schenke uns heute einen Tag voller Kraft und Ideen!
Euer Gerald Brause


Mi., 15. April, Ich glaube - 1. Korinther 15, 12-19

Guten Morgen alle miteinander, heute sind wir bei 1. Korinther 15, 12-19.

„Ich glaube an die Auferstehung der Toten“ ist ein so trostvoller Satz aus unserem Glaubensbekenntnis! Ich kann mir immer gar nicht vorstellen, wie man den freiwillig rausziehen kann aus den Fundamentsteinen des Glaubens. Trotzdem geschieht es, bis tief hinein in die Gemeinden. Bereits damals in Korinth haben das einige getan. Paulus macht deutlich, dass man damit letztlich auch die Auferstehung Jesu abgeschossen hat, wenn es grundsätzlich Totenauferstehung nicht gibt.

Leidenschaftlich tritt Paulus für die Anerkenntnis der Auferstehung ein, für die von Jesus und für die von jedem Gläubigen. Ohne diese „sind wir die elendsten unter allen Menschen“ (V. 19). Das ist für Paulus auch viel mehr als eine Lehraussage, die man eben glauben muss. Er hat seine sehr persönliche Begegnung mit dem auferstanden Jesus gehabt. Die hat sein Leben zutiefst verändert. Das war seine persönliche, rettende Ostererfahrung (siehe gestriger Abschnitt).

Halten wir für heute fest: Weil der Auferstandene lebendig ist, stark und real, wird es gleichermaßen auch der Glaube, der sich auf ihn stellt. „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ (Hiob 19, 25) wird zur tragenden Gewissheit des Lebens. Wir können nur von Herzen dankbar sein, wenn uns diese Erfahrung zuteil geworden ist. Und wir können Menschen ermutigen, den Auferstandenen in ihr Leben einzuladen. Halten wir heute einfach Ausschau, ob der HERR dafür eine offene Tür schenkt.

Gebet:
- Für die heutige Konferenz der Bundes- und Länderregierungsspitzen
- Um eine neue, unerschütterliche Gewissheit über die Kraft des Auferstandenen in unserem Leben
Information:
Glockengeläut Auerswalde: nun ist zu allem Überfluss auch noch der Motor, der derzeit die kleine Glocke zum Tagzeitgeläut antreibt, kaputt. Also bitte nicht wundern, wenn das Gebetsläuten fehlt. Beten dürfen wir trotzdem … Wir warten ja bekanntlich täglich darauf, dass die geplante Reparatur der gesamten Läuteanlage beginnt.

Gott segne uns!
Euer Gerald Brause


Di., 14. April, Ich glaube - 1. Korinther 15, 1-11

Liebe Geschwister,
wie Jesus Menschen rettet und Gemeinde baut, auf den Fundamenten von Kreuz und Auferstehung, lesen wir ab heute in Abschnitten aus den neutestamentlichen Briefen. Das Evangelium erweist seine Kraft. Menschen erfahren, wie durch Jesus ein Leben gut wird, wie man es nicht vor die Wand fährt, wie man Erlösung auch aus den übelsten Verstrickungen erfährt, wie man seine Bestimmung und inneren Frieden findet, wie Leben mehr wird als das biologische Existieren zwischen Zeugung und Tod.

Heute: 1. Korinther 15, 1-11
In diesem Brief des Apostels Paulus an die christliche Gemeinde in der florierenden Provinzhauptstadt Korinth sind vor unserem heutigen Abschnitt bereits eine ganze Reihe von Themen bearbeitet worden. Die Gemeinde besteht erst seit wenigen Jahren. Paulus hatte sie während seiner 2. Missionsreise ca. 50 n.Chr. gegründet und 1 ½ Jahre begleitet. Ca. 54/55 n.Chr. wurde der 1. Korintherbrief von Ephesus aus auf der 3. Missionsreise geschrieben. Es gibt in Korinth inzwischen ein breitgefächertes Frömmigkeitsspektrum, es gibt die Brüder mit dem starken Sendungsbewusstsein, es gibt noch keine Bibel und keine kirchlichen Ordnungen in unserem Sinne, dafür reichlich Klärungsbedarf.

Was rät Paulus in all den anstehenden Fragen? Er geht mit den Schwestern und Brüdern in Korinth zu den Quellen und Fundamenten des Glaubens. Wir wissen, wie schnell man vom eigentlich Wichtigen abkommen und sich verlieren kann in nachgeordneten Fragen.

Was sind die Kernfragen des Glaubens, die, an denen sich entscheidet, ob Glaube wirklich „Gottes Kraft zum Heil“ (Römer 1, 16) ist, oder menschengemachte Religion, vielleicht durchaus anständig und edelmütig, aber eben auch nicht mit mehr Substanz als andere menschliche Lebenseinstellungen?

Die Antwort von Paulus ist kurz und einfach: Dass Christus gestorben ist für unsere Sünden und dass er auferstanden ist (V. 3+4). Glaubt ihr das, ihr Korinther? Dann ist es gut. Dann können wir auch diskutieren über Folgedinge dieses Kerns. Wankt das, dann müssen wir vor allem anderen ran an dieses Problem. Wir Wittgensdorfer, wir Auerswalder, glauben wir das?

PS: Wer aufmerksam gelesen hat, wird unter den Osterzeugen die Frauen vermisst haben. Wollen wir mal dem Paulus keine böse Absicht unterstellen … Zu seiner Ehrenrettung: Die Evangelien mit ihrer ausdrücklichen Würdigung des Zeugendienstes der Frauen waren zu dieser Zeit noch nicht abgefasst.

Gebet:
- Um gute Entscheidungen der Verantwortungsträger in der Bewältigung der Corona-Krise
- Für alle, die gerade richtig Mühe haben, mit der häuslichen Isolation klarzukommen

Einen schönen Tag wünscht euch allen
Euer Gerald Brause


Ostermontag, 13. April, Ich glaube - Markus 16, 9-20

Gleichsam im Telegrammstil geht das Markusevangelium zu Ende. Wir lesen am heutigen Ostermontag noch Markus 16, 9-20.
Der heutige Abschnitt fehlt in den ältesten Handschriften. Es sieht so aus, als würden hier in einem knappen Anhang einfach noch ein paar wichtige Dinge ergänzt: weitere Osterereignisse, der Missionsauftrag, Himmelfahrt und der Start der Apostelaktivitäten nach Pfingsten.

Diese Ergänzung ist auf jeden Fall gut. Mk 16, 8 mag mit Sicherheit korrekt die Schockstarre der ersten Tage nach den Paukenschlägen von Kreuzigung und Auferstehung wiedergeben („Sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich“). Dann erleben ja aber die Jesus-Leute mehr und mehr von der Kraft ihres gekreuzigten und auferstandenen HERRN. Sie reden darüber und tun, wozu sie beauftragt worden sind. Der HERR hatte ihre Herzen verändert – und sie werden anderen zum Wegweiser, was Jesus auch bei ihnen tun kann.

Jedes Mal stolpere ich darüber, wenn Jesus wie hier seinen Leuten ihren Un- oder Kleinglauben bescheinigen muss und sie zugleich in Dienst nimmt. Unsere kleinen oder größeren Dienste für Jesus sind eben nicht darauf gegründet, wie geeignet wir uns finden oder tatsächlich sind, sondern wie geeignet ER uns findet und dass ER uns losschickt! „Geht und sagt ihnen …“ war der erste Osterauftrag. Wem hast Du in diesem Jahr schon etwas erzählt von der Kraft- und Lebensquelle in Jesus? Weil wir das „sie glaubten ihnen nicht“ ja gut kennen, werden viel zu oft viel zu viele es dann eben einfach nicht mehr tun. Bitte tun wir das nicht! Was braucht die Welt mehr in diesen Wochen der Erschütterung, Ratlosigkeit und Angst als die Rettungsbotschaft von Jesus?! Und wir sind seine Botschafter.

Ab morgen schauen wir in der fortlaufenden Bibellese in die Wirkungsgeschichte von Kreuz und Auferstehung. Es ist sehr aufschlussreich, in den Osterkapiteln des 1.Korintherbriefs und anschließend im 1. Petrusbrief die Korrespondenz der Apostel mit den Gemeinden zu diesem Thema mitzuverfolgen. Letztlich ist es eine Blaupause für unser „Ich glaube“.
Habt Ihr noch Lust? Würde mich freuen. Ich bin auf jeden Fall in den nächsten Tagen noch „auf Sendung“.
Euer Gerald Brause

Gebet:
- Dass in diesen Ostertagen vielen Jesus begegnet.
- Um das richtige Erkennen, was Jesus uns in dieser Zeit deutlich machen will.
- Für unsere Regierungsverantwortlichen, die morgen wieder reden werden über angemessene Maßnahmen in der Corona-Krise.
Information:
- Auf unseren Internetseiten www.kirchgemeinde-wittgensdorf.de und www.kirche-auerswalde.de sind noch ein paar Tage unsere Mini-Gottesdienste zu Karfreitag und Ostern nachzuhören.
- Ich komme gern ins Haus zu kleinen Abendmahlsfeiern. Die zusammen wohnen, können das auch zusammen feiern. Ich habe mir auch kleine Becher für den Wein besorgt. Bitte anrufen oder mailen, am besten gleich mit einem Terminwunsch.


Ostersonntag, 12. April, Ich glaube - Markus 16, 1-8

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja!
Mit dem wunderbaren alten Osterruf der Christenheit grüße ich euch an diesem Ostermorgen. Jesus lebt! Die Auferstehung unseres HERRN wird ja nicht annulliert, wenn die Christenheit das erste Mal in ihrer Geschichte zu Ostern nicht zu Gottesdiensten zusammenkommen kann. Gott wirkt trotzdem und dringt durch, in und trotz aller irdischen Plage. Wenn nicht zu Ostern, wann dann dürfen wir rechnen mit Gottes überschwänglicher Kraft, seinem heilvollen Wirken, seinen göttlichen Möglichkeiten?!!
Das uns klarzumachen haben wir Christen lange genug Zeit gehabt (und bitte glaubt es auch für all das Traurige, was euch vielleicht gerade jetzt konkret getroffen hat). Und es braucht auch seine Zeit! Es ist zu außergewöhnlich. Es sprengt alles menschlich Vorstellbare. Aber wenn die Auferstehungsbotschaft durchgedrungen ist in unser Herz, dann hat sie auch für dich und mich unüberwindliche Kraft im Leben und im Sterben.

Über das erste Ostern waren die Jesus-Anhänger erst mal einfach nur erschrocken:
Markus 16, 1-8

Es sind nicht zu fassende Realitäten, die Gott hier setzt. Der erste menschliche Impuls darauf wird immer erst mal sein, es einfach nicht glauben zu können und sich zu entziehen. Gott braucht viel Geduld, sehr viel Geduld, bis seine Rettungsbotschaft in einem Menschenherzen ankommt. Welch ein Glück, dass er sie hat! So sehr liebt er uns, dass er nicht nur die Fakten seines Erlösungshandelns für uns gesetzt hat, sondern dann auch bei uns beharrlich immer wieder einen Baustein hinzulegt, dass wir die verstehen. Das ist der eine, große, entscheidende Baustein, der Fundamentstein: „Ja, Jesus, ich nehme dein Erlösungshandeln an. Ich glaube!“ Und davor und drum herum jede Menge kleine.
Dieses Jahr gibt es auch wieder einen. Sicher!

In Dankbarkeit für Kreuz und Auferstehung,
Euer Pfarrer Gerald Brause

PS:
Das hatte ich mir am Karsamstag nicht getraut zu schreiben:
Josef von Arimathäa zu seiner Frau: Du, Liebste, bitte sei nicht böse: Ich habe unser Grab für Jesus zur Verfügung gestellt. Sie: Ja bist du denn verrückt, Mann, hast du denn völlig vergessen, wieviel wir dafür bezahlt haben? Und wo sollen wir denn hin, wenn wir mal nicht mehr sind? Er: Reg dich nicht auf, Liebste, es ist ja nur übers Wochenende.

Gebet:
Ein Riesen-Dankeschön an unseren großen Gott, an Jesus, unseren Heiland und Erlöser, und an den Heiligen Geist für sein beständiges Wirken unter uns!
Information:
- Heute 10.15 Uhr erklingt an ganz vielen Orten in unserem Land das uralte Osterlied „Christ ist erstanden“ (EG 99). In der Freien Presse hatte es gestern ein ganze Seite.
- Hier findet man den Osterbrief unseres Landesbischofs.


Karsamstag, 11. April, Ich glaube - Markus 15, 42-47
Ihr Lieben,
heute ist der Stille Samstag. Jesus liegt im Grab. Wir als die Nachgeborenen wissen, dass die Stille dieses Tages mitnichten eine Totenstille ist, sondern die vor dem Durchbruch des Lebens.
Wir lesen Markus 15, 42-47.

Chronologisch sind wir beim Beschriebenen am Spätnachmittag des (Kar-)Freitag. 15 Uhr starb Jesus. 18 Uhr begann der Sabbat (wir sind gewohnt, den Tag von Mitternacht zu Mitternacht zu rechnen, im Judentum ist es von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang). Es war also zunächst eine provisorische Beisetzung schnell noch vor Beginn der Sabbatruhe mit ihrem strikten Arbeitsverbot. Die Ordnungsgemäße sollte dann baldmöglichst am ersten Tag der Woche nachgeholt werden. Dazu wird es ja bekanntlich nicht mehr kommen. Tatsächlich blieb die Salbung in Betanien das einzige Bestattungsritual (Mk 14, 8 „sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis“).

Ein bisschen froh bin ich ja schon, dass es in der Gruppe der Priester, Schriftgelehrten und Ältesten, die so schmählich irregegangen sind, wenigstens den Einzelnen gab, der Gutes bewirkt hat. Solche Einzelnen gibt es immer! Also Vorsicht, wenn Gruppen verdammt werden.
Und im Übrigen: Erlösung erfahren wir immer als je Einzelne. Ja, das Erlösungswerk Jesu reicht aus für die ganze Menschheit. Erfahren werde ich es aber immer ausschließlich persönlich, wenn ich Buße getan habe, mein Leben in Jesu Hände gelegt habe und angefangen habe, an ihn zu glauben. „Ich glaube an dich, Gott.“
Heute ist so ein Tag, es zu tun oder Jesus von Herzen dafür zu danken.

Noch ein kleiner Exkurs:
Wir können davon ausgehen, dass selbstverständlich auch bei Jesus der Tod kein „Schluss-Aus“ und Stillstand gewesen ist. Ist er ja nie. Im Gegenteil! Im Glaubensbekenntnis sprechen wir „Hinabgestiegen in das Reich des Todes“. Was hat er da gemacht? Er hat den Toten gezeigt, dass ER die Schlüssel hat des Todes und der Hölle und dass ER der Erste sein wird in der Auferstehung und die Gerechten nachziehen wird. Und er hat dem Teufel die Illusion genommen, den Heiland und Erlöser besiegt zu haben. Wenn der Teufel wirklich Durchblick gehabt hätte, hätte er mit allen Mitteln den Sühnetod Jesu am Kreuz verhindert. Hat er aber nicht. Sein übles Handwerk als Verkläger der Kinder Gottes ist gelegt. Die Strafe ist von Jesus bezahlt.

Gebet:
- Dass die jetzige Zeit des Corona-Stillstands uns und vielen zum Segen wird.
Information:
- Ist Euch denn die kleine „Andacht für Zuhause“ aus unseren Kirchennachrichten eine Hilfe?

Herzliche Segenswünsche aus dem Pfarrhaus,
Euer Gerald Brause


Karfreitag, 10. April, Ich glaube - Markus 15, 24-41
Karfreitag, Gedenktag der Kreuzigung unseres Herrn Jesus Christus. Wir dürfen nicht zusammenkommen zum Gottesdienst. Sicher finden wir einen guten Gottesdienst im Fernsehen, Rundfunk oder Internet.

Aber was ist denn das Allerwichtigste? Dass ich in einem würdevollen Gottesdienst war? Oder dass mir wirklich das Kreuzesgeschehen im Herzen brennt, dass mir mein gekreuzigter Herr nahe kommt, wenn nötig auf die Pelle rückt? Dass es mich zutiefst trifft: „Für dich habe ich das alles getan“? Das kann in einem Gottesdienst geschehen. Genauso – und vielleicht gar eher?! – passiert es, wenn ich, ich persönlich, still werde vor meinem HERRN, z.B. jetzt, mit meiner Bibel in der Hand, wenn ich das Lebenswort durchbuchstabiere, kaue, verarbeite, mich vielleicht daran verschlucke, aber nicht ablasse…
Wir lesen die Worte über den Tod Jesu am Kreuz: Markus 15, 24-41. Vielleicht gleich noch ein zweites Mal.

Es fällt mir in diesem Jahr besonders auf, wie ausführlich miterzählt wird, was Jesu Tun mit den Menschen macht, wie sie es aufnehmen, wie es Teil ihres je eigenen Lebens wird – oder nicht.
Ich habe durchgezählt: Von den 18 Versen dieses Abschnitts reden 2 direkt von Jesus, 6 berichten die Geschehnisse – und 10 handeln von den mitbeteiligten Menschen! Bereits schon im Bericht über das Kreuzesgeschehen werden ständig die Verknüpfungen zu uns Menschen thematisiert. Von Anfang an ist das Kreuz etwas, das Jesus nicht für sich selbst durchkämpft, sondern immer schon und wesentlich ist es ein „für uns“. Von Anbeginn an bis heute sucht diese „Für uns“ das „ich glaube“.

„Ich glaube“ angesichts des Kreuzes heißt:

  • Ich glaube, dass ich ein Sünder bin und diese Sünde mir das Genick bricht, mein Erdenleben vergiftet und den Zugang zu meiner Bestimmung verbaut, ewig im Reich Gottes leben zu dürfen.
  • Ich glaube, dass ich das niemals aus eigener Kraft ändern kann.
  • Ich glaube, dass Jesus das kann, der Sohn Gottes. Er hat den Schlüssel zu dieser Tür.
  • Ich glaube, dass er durch seinen Tod am Kreuz das gültige und für alles ausreichende Opfer gebracht hat, um uns loszukaufen und diese Tür zu öffnen.
  • Ich glaube, dass in dem allen der von Gott autorisierte Plan umgesetzt worden ist, und dass das Kraft und Geltung hat, solange diese Erde besteht.
  • Ich glaube, dass ich gerettet bin, wenn ich mich an Jesus hänge.
Gott sei uns gnädig – und er ist uns gnädig!!
Euer Gerald Brause

Gebet:
- Danke, Jesus, für dein Rettungshandeln am Kreuz.
- Dass die Botschaft vom Kreuz in diesem Jahr Menschen besonders berührt
Information:
- Auf unseren Internetseiten kirchgemeinde-wittgensdorf.de und kirche-auerswalde.de kann man am Karfreitag und am Ostersonntag eine Andacht anhören. Die zu Karfreitag wurde von der Auerswalder und die für Ostersonntag wurde von der Wittgensdorfer Gemeinde aufgenommen.
- Die Landeskirche stellt zu jedem Feiertag einen eigenen Gottesdienst ins Internet.
- Unter Gottesdienste im Wohnzimmer finden sie wie immer weitere Angebote.


Do., 9. April, Ich glaube - Markus 15, 16-23
Ihr Lieben,
heute ist Gründonnerstag, der „Greine (=weinen)-Donnerstag“. Wir lesen den nächsten Abschnitt im Passionsbericht des Markus: Mk 15, 16-23.

In Mk 15, 25 wird der Zeitpunkt der Kreuzigung mit morgens 9.00 Uhr angegeben (man zählte von 6 Uhr an, 3. Stunde also 9 Uhr). D.h. die Verhandlung vor Pilatus, die Geißelung und Verspottung, der Weg mit dem Kreuzesbalken durch Jerusalem waren in den frühen Morgenstunden.
Jesus wird zutiefst erniedrigt und körperlich misshandelt, bis dann an ihm die qualvolle Schwerverbrecher-Todesstrafe des Römischen Reichs, die Kreuzigung, vollzogen wird. Darüber berichtet die Bibel erstaunlich distanziert. Wie grausam das alles war, weiß man spätestens, wenn man mal die Verfilmung „The Passion“ gesehen hat. Offensichtlich soll aber unser Blick immer zuerst auf das gezogen werden, was da im Eigentlichen passiert.
Wieder sind die mitbeteiligten Menschen im Fokus. Die Soldaten, die die Kreuzigung Jesu mit betreiben. Sie haben sie nicht zu verantworten, aber mit schrecklicher Leidenschaft haben sie daran teil. Nicht erwähnt wird die Masse der Gleichgültigen, der Wegschauer oder der mit Blindheit für den Christus Geschlagenen, auch nicht die ohnmächtig Mitleidenden.

Erwähnung findet hingegen einer, der unfreiwillig und überraschend in das Kreuzesgeschehen hineingezogen wird: Simon aus Kyrene. Er muss Jesus das Kreuz tragen helfen. Mancher wird ihn mit ihm verwechselt haben. Jedenfalls war er Jesus an diesem weltentscheidenden Morgen nah wie nur wenige andere. Nicht verwunderlich, dass es über diese in der Bibel sonst nicht weiter erwähnte Person so viele Legenden gibt. Es bleibt nicht ohne Auswirkung für ein Menschenleben, wenn das Kreuzesgeschehen derart hineinplatzt.

Gebet:
- Dass das Kreuz Jesu uns ganz stark und neu zutiefst berührt
- Dass das Gebetsnetz von gestern Abend über Deutschland bleibt und Offenheit schafft für geistliche Veränderung
- Für Pfarrer i.R. Ernst Beyer, der heute 14.00 Uhr im engsten Familienkreis beerdigt wird, und seine Lieben
Information:
Zu Besinnung und persönlichem Gebet ist die Gebetskapelle der Auerswalder Kirche täglich geöffnet und die Kirche selbst am Karfreitag 9.30-10.30 und 14.30-15.30 Uhr, jeweils 9.00-10.00 am Ostersonntag, Ostermontag und 19.4. sowie immer Mo-Fr 8.30-9.00 Uhr (außer an den o.g. Tagen).
Bitte die Hygienevorschriften, das Abstandsgebot und das Zusammenkunftsverbot einhalten.

Der Herr segne uns!
Gerald Brause


Mi., 8. April, Ich glaube - Markus 15, 1-15
Liebe Geschwister,
mein „Wissenstest“ von gestern: über dem Hahn auf der Auerswalder Kirchturmspitze ist das Kreuz. Über dem Symbol des Versagens steht das Zeichen unseres Retters. Was für ein Trost! Genau wie die heutigen Losungsverse. Wenn es eine Absturzsicherung gibt für unser Leben, dann ist es die durch Jesus. Petrus durfte sie erleben. Mehrfach. Wir auch.

Manchmal hören wir den Ausdruck, jemand sei „kirchlich gebunden“. Die ihn verwenden, wissen i.d.R. nichts von der lebensrettenden Bindung an Jesus und wie sehr diese trägt und frei macht.
In Markus 15, 1-15 stoßen wir heute gleich auf mehrere Versionen offensichtlich bindungslosen Lebens im o.g. Sinn.
Auf die Priester, Ältesten und Schriftgelehrten waren wir bereits an anderer Stelle gestoßen. Neu ins Spiel kommt Pilatus, der römische Gouverneur für die Provinz Judäa. Ihm kann man es letztlich nicht mal sonderlich übelnehmen, dass er mit diesem jüdischen Sonderling Jesus nichts anfangen kann. Er beugt sich der Stimmungsmache, will sichtlich keinen Ärger und fertigt das Todesurteil aus.
Und dann ist da das Volk, also „die Leute“, die meisten. Wie kann aus dem „Hosianna“ vom Sonntag am Freitag ein „Kreuzige ihn“ werden?! Wieviel Manipulierbarkeit steckt im „Volk“? Bis dahin, sich freiwillig selbst zu schaden. Sie lassen sich lieber die Landplage Barrabas freigeben. In den Evangelien-Paralleltexten finden wir hier noch weitere schlimme Entscheidungen für das Falsche.

Wie sehr bin ich „Volk“? Mindestens mit einem Ärmel werden wir uns die Jacke anziehen müssen. Letztlich wird uns nur davor bewahren, in falsche Dinge hineingezogen zu werden, dass wir uns an den Richtigen binden, an Jesus. Ohne Irren und Versagen werden wir nicht durchkommen, aber wenn wir hör- und bußbereit bleiben, rückt er uns zurecht und ist die Absturzsicherung.

Gebet:
- nicht vergessen: heute 17.00 – 18.30 Uhr https://deutschlandbetetgemeinsam.de (s. Montag)
- Dank für die Bindung an Jesus und Bitte um hör- und bußbereite Herzen
Information:
Das Aufsuchen einer Kirche zum persönlichen Gebet zählt auch unter Infektionsschutz-Einschränkungen neuerdings zu den triftigen Gründen, seine Häuslichkeit verlassen zu dürfen. (das man so was mal schreiben muss ...)

Gott mit uns,
Euer Gerald Brause


Di., 7. April, Ich glaube - Markus 14, 66-72
Liebe Geschwister,
im heutigen Abschnitt der Passionsgeschichte fällt der Blick noch einmal auf einen der Jesusnachfolger, auf Petrus, und zwar im wohl bittersten Moment seines Lebens. Wir lesen Markus 14, 66-72.
Steht es uns zu, mit Fingern zu zeigen auf Petrus? Er hat ja immerhin wenigstens so viel Mut gefunden, dann doch noch Jesus nachzugehen. Als Einziger! Und keine Frage, es war dort echt gefährlich. Erst recht, nachdem er nicht inkognito im Halbdunkel ausharren konnte, sondern erkannt worden ist und sich sehr schnell die Schlinge um ihn zuzog. Die Stimme seines Herzens hatte ihn zu Jesus gezogen – und die Angst würgt sie ab und treibt ihn in Lüge und Fluch. Was für ein innerer Zusammenbruch, als dann wie von Jesus angekündigt (14, 30) der Hahn kräht.
Nur noch ein Scherbenhaufen bleibt übrig von einem einstmals so stolzen „Ich glaube“! Jesus hat gewusst, dass es so kommen wird!! Und nun ist alles kaputt, oder? Wer möchte, lese Johannes 21, 15-17.

Übrigens: Der Hahn auf vielen Kirchturmspitzen erinnert an diese Geschichte und soll uns Nachfolgern heute Mahnung sein. Ihr Auerswalder, ihr wisst, dass auf unserer Kirchturmspitze über dem Hahn noch etwas ist?

Gebet:
- Um Standhaftigkeit und Treue in unserer Jesusnachfolge
- Dank für das, was der HERR oft genug gerade aus den Scherbenhaufen unseres Lebens zusammengefügt hat

Hier der Text des Liedes aus dem gestrigen Link: Ich bin in deiner Hand (Text & Musik: Norbert Binder)

1. Wirf deine Sorgen von dir, sie sind doch viel zu schwer.
Lass deine Ängste los, sie lähmen dich so sehr.
Vertrau dem Wort des Einen, der kein Versprechen bricht.
Er weiß, wohin der Weg dich führt,
hör hin, wie er mit dir spricht:

Refr.: Im finstern Tal gehst du nie allein,
ich werde immer mit dir sein.
Bin ich bei dir, hältst du allem Stand.
Was auch geschehn wird:
Du bleibst in meiner Hand.

2. Und wenn die Last des Lebens dich wieder niederdrückt.
So vieles scheint vergebens und du fühlst dich besiegt,
dann nimm die Hand des Einen, der stärker ist als du.
Er weiss wohin der Weg dich führt,
sei still und hör ihm zu:

Bridge: Und selbst im Angesicht der Feinde geht es dir gut,
du kommst nicht zu kurz, ich gebe dir genug!

Bleibt behütet,
Euer Gerald Brause


Mo., 6. April, Ich glaube - Markus 14, 53-65
Ihr Lieben,
die Karwoche hat begonnen. Sie hat in diesem denkwürdigen Jahr besonders die Chance, tatsächlich zur stillen Woche zu werden, zu einer Woche des Verzichts auf Überflüssiges, einer Woche des Betens und der Hinwendung zum gekreuzigten und auferstandenen Christus. Geben wir sie ihr!

Im heutigen Bibeltext, Markus 14, 53-65, erleben wir den miesen nächtlichen Scheinprozess gegen Jesus vor dem Hohen Rat. Der Hohe Rat ist die oberste jüdische Religionsbehörde, bestehend aus 72 Priestern und Ältesten unter Leitung des Hohen Priesters. Unter der römischen Besatzungsmacht waren seine weltlichen Befugnisse zwar sehr eingeschränkt, er blieb aber zuständig für die religiösen Belange und war im jüdischen Volk die mit Abstand einflussreichste Größe.
Gewiss, es ist der Heilsplan Gottes, dass Jesus durch den Tod am Kreuz zum letztgültigen Opferlamm wird für jede Sünde. Dadurch ist Vergebung möglich und kann Gnade fließen. Es bleibt ein Trauerspiel, wenn nun gerade Verantwortungsträger über den rechten Glauben zu Erfüllungsgehilfen werden.
In dem wenigen, was Jesus sagt, steckt eines der kostbaren „Ich bin“-Worte Jesu: Ich bin’s, der Christus, der Sohn des Hochgelobten.

Gebet und Information:
Für alles, was wir jetzt (wieder neu) lernen müssen in der häuslichen Isolation und wo es für selbstverständlich erachtete Kostbarkeiten neu zu entdecken gilt.
Für übermorgen, Mittwoch, lädt ein breites Bündnis von Christen, Politikern, Künstlern usw. ein zu einer deutschlandweiten Gebetszeit: 8. April, 17.00-18.30 Uhr.
Der Zeitpunkt ist der Beginn des jüdischen Pesachfestes. Bei diesem Fest wird in besonderer Weise das rettende Handeln Gottes gefeiert und neu erbeten. Karfreitag und Ostern sind zutiefst verknüpft mit den Inhalten dieses Festes. Es mündet in „Gott ist der Sieger!“
Bitte betet mit, „für unser Land“ und „für Kranke und Gesunde, für alle, die jetzt wichtige Dienste leisten“! Über diesen Link hört ihr etwas Schönes.

Gott befohlen,
Euer Gerald Brause


So., 5. April, Ich glaube - Markus 14, 1-9
Liebe Geschwister,
Sonntag, Tag des Herrn, Gottesdienstzeit. Ich bin, wie immer sonntags, zeitig aufgestanden, habe die Sonne durchbrechen sehen durch den Morgendunst, war kurz mal in der Kirche. Unsere Blumenfrauen haben immer frische Blumen hingestellt, der Auerswalder Altar ist jetzt zugeklappt und die Fastenzeit-Rückseite sichtbar. Irgendwann wird es mal eine Predigt geben zu der Darstellung der Maria mit dem Schwert durch ihre Seele wegen all der furchtbaren Dinge, die ihr Sohn auf sich nimmt.

Sonntags pausiert die fortlaufende Bibellese. Für den heutigen Palmsonntag ist Markus 14, 1-9 als Predigttext vorgegeben. Da waren wir schon mal am Montag. Aber lesen wir den Abschnitt ruhig noch mal.

Schauen wir auf die Frau, die mit ihrem irrsinnig teuren Nardenöl Jesus salbt. 300 Silbergroschen sind ein durchschnittliches Jahreseinkommen (…mal schnell rechnen …).
Was tut die Frau da eigentlich? Es wird mit Maßgaben der Vernunft nicht greifbar, weder mit Kosten-Nutzen-Abwägungen noch mit ethisch-sozial-solidarischen Argumenten. Es ist un-vernünftig, irgendwie „höher als alle Vernunft“ (eben diese Worte fallen ja nicht ohne Grund nach jeder Predigt, weil es offensichtlich diese andere Ebene gibt und braucht für unser „Ich glaube“, über alles sorgsam Abgewogene hinaus).

Es ist eine Herzenstat für Jesus. Gar nicht aus dem Affekt – sie ist ja extra hingegangen zu Jesus, obwohl sie offensichtlich in keiner Weise dort eingeplant war, und hat ihr kleines Vermögen mitgenommen. Aber aus tiefstem Herzen. Und genau das sieht Jesus. Wir sollen ja überhaupt nicht unseren Kopf ausschalten bei ihm. Aber unser Herz hinzuschalten - das müssen/ sollen/ dürfen wir! Dann kann all das hervorbrechen, was wir zutiefst brauchen zum Leben und Sterben.

Gebet:
- Um geisterfüllte Evangeliumsverkündigung in jedem Gottesdienst heute
- Um den besonderen Segen des HERRN und tiefe Berührung der Herzen jetzt in der Karwoche
Information:
- Unser Prädikant Uwe Fleischer hat seine Gedanken zum Palmsonntag auf Youtube gestellt.
- Wir haben jetzt mal statt Kollekte eine (zusätzliche) Spende an die Kirchgemeinde gemacht. Für die eigene Gemeinde werden bei uns monatlich jeweils ca. 1.000 Euro Kollekte gegeben. Die Bankverbindung steht in den Gemeindebriefen.

Euch allen einen gesegneten Sonntag – und sicher findet ihr einen guten Gottesdienst unter all den vielen Angeboten im Fernsehen, Radio und Internet. Ich freue mich drauf, wenn wir wieder beisammen sein können im Gottesdienst.
Euer Pfarrer Gerald Brause


Sa., 4. April, Ich glaube - Markus 14, 43-52
Ihr Lieben aus unseren Gemeinden,
eine traurige Nachricht heute Morgen: Gestern früh verstarb Pfr. i.R. Ernst Beyer. Er ist in Frieden aus dieser Welt gegangen. In beeindruckender Weise haben Beyers immer alles, auch viel Schweres, in Gottes Hände gegeben. So auch jetzt. Unsere Gebete begleiten sie. Nun öffne der allmächtige Gott diesem treuen, demütigen Arbeiter in seinem Weinberg weit die Himmelstüren und schließe ihn in seine Arme. Traurigerweise darf die Beerdigung nächste Woche nur im engsten Familienkreis stattfinden.

Heute lesen wir Markus 14, 43-52, die Gefangennahme Jesu.
Was fällt auf?
- Die große Gelassenheit Jesu. Sein Seelen-Kampf ist ausgestanden. Er ist wieder im Reinen mit dem Willen des Vaters. So schwer der für ihn ist.
- Der widerwärtige Judas-Kuss
- Priester, Schriftgelehrte und Älteste, die Gottes Messias aus dem Weg räumen. Wie gruselig! Wie konnten die da hin geraten?? Kann so was heute auch passieren?
- Jünger, die Jesus verlassen und fliehen. Alle. Kann auch das wieder passieren? Heute? Uns?
- Die einzigen einigermaßen Mutigen sind 2 Unbekannte, der mit dem Schwert und der mit dem Leinengewand.

Gebet:
- Für Beyers
- Um Weisheit und Durchblick für alle Obrigkeiten in ihren Überlegungen, wie die Corona-Restriktionen baldmöglich gelockert werden können
Information:
- Morgen gibt es wieder viele Gottesdienste in Funk und Fernsehen. Kennen Sie Bibel-TV, einen frei empfangbaren Fernsehsender mit christlichem Programm rund um die Uhr?
- Von der Landeskirche gibt es einen youtube Kanal
- Kirchgemeinde Burgstädt: Live-Gottesdienste
- Lutherkirchgemeinde Chemnitz auf ihrem youtube Kanal
- Siehe auch die Übersicht auf unserer Startseite unter "Gottesdienste im Wohnzimmer".


Fr., 3. April, Ich glaube - Markus 14, 32-42
Einen guten Morgen wünsche ich euch aus dem Pfarrhaus an die Küchentische oder euren Arbeitsplatz oder wo immer Ihr grad seid.
Heute ist eine der ganz traurigen Stationen im Passionsbericht an der Reihe: Gethsemane: Markus 14, 32-42
Man sollte es nicht für möglich halten, was hier mit Jesus passiert: der Sohn Gottes in Angst und Verzweiflung wegen der letzten, entscheidenden Wegstrecke seiner Erden-Mission. Dass es in den nächsten wenigen Stunden Schlag auf Schlag gehen wird mit Gefangennahme, Verurteilung, Folterung, Kreuzigung und Tod, weiß er. Was ihn aber bis in die tiefsten Gründe seines Seins erschüttert, ist die Aussicht, wirklich und real die Sünde der Welt zu tragen, ja „zur Sünde gemacht“ zu werden. Er, der Reine, Heilige, Gerechte.

Ich habe eine vielleicht bißchen naive Vorstellung von dem Kelch, der an Jesus vorübergehen sollte: irgendwie scheint da der Extrakt jeglicher Sünde der Menschheit drin zu sein. Grauenvoll.
Und man sollte es nicht für möglich halten, was hier mit den Jüngern passiert. Jesus hatte sie gebeten, mit ihm zu wachen und zu beten in diesem weltentscheidenden Moment. Und sie? Sie schlafen ein.
Das ist schon bemerkenswert, dass Jesus sogar um seiner selbst willen die Gebetsgemeinschaft will. Das wirft ein besonderes Licht auf jede unserer Gebetszeiten. Und offenbar ist es extrem wichtig für die Jesus-Nachfolger, nah beim HERRN zu sein, zu wachen und zu beten. „Damit ihr nicht in Versuchung fallt“.

Gebet:
- Dank und Beistand für alle, die in dieser Krise besonders gefordert sind in ihrer Position, in Familie, Gesellschaft und Beruf.
- Für die Unternehmen und Freiberufler, denen die Verdienstmöglichkeiten wegbrechen.
Information:
- Wir arbeiten z.Zt. an 2 Kurz-Gottesdiensten für Karfreitag und Ostern, die auf unseren Internetseiten abzurufen sein werden.


Do., 2. April, Ich glaube - Markus 14, 26-31
Ihr Lieben, ich bin sehr dankbar über wenigstens diese Kontaktmöglichkeit, die wir miteinander haben. Wollen wir auch diesen Tag heute als eine Chance Gottes annehmen. Bitte denkt an die Menschen in eurem Umfeld, die keine elektronischen Medien nutzen können und jetzt doppelt isoliert sind. Gespräch über den Gartenzaun, anrufen, einen Brief schreiben …

Hatten wir im gestrigen Bibelabschnitt gelesen, dass die Jünger ihrer selbst nicht sicher zu sein wagten bzgl. ihrer Treue zu Jesus – heute sind sie es auf einmal wieder:
Markus 14, 26-31
Selbstverständlich ist es nur richtig, Jesus treu bleiben zu wollen, was immer passiert. Was sonst auf dieser Welt soll uns denn durchbringen durch die Krisen? Das müssen wir doppelt und dreifach festhalten! Jesus kündigt den Jüngern ihr Versagen an. Aber er kündigt ihnen die Jüngerschaft nicht auf! Im Gegenteil, er gibt ihnen ein Auferstehungswort mit und die Ankündigung künftiger Weggemeinschaft.

Gebet und Information:
Gestern rief Matthias Scheiter/ OPEN DOORS an. Sie bitten uns:
„…beten Sie, dass viele Menschen Jesus annehmen. Erneuern Sie Ihre persönliche Beziehung zu Jesus. Und bitte verstärken Sie den Blutkreislauf zwischen Ihnen, Ihrer Gemeinde und Ihren verfolgten Geschwistern, solange wir noch Zeit haben. Jeden Samstag um 18:00 Uhr berichten wir über Livestream (www.opendoors.de/livestream) aktuell von verfolgten Christen und beten gemeinsam für sie. Der Livestream ist die ganze Woche abrufbar."

Unser großer Gott schütze uns,
Euer Gerald Brause


Mi., 1. April, Ich glaube - Markus 14, 17-25
Euch allen einen gesegneten Tag heute!
Nun ist schon April, mit dem neuen Monatsspruch "Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich." (1. Kor 15, 42)

Im heutigen Bibelabschnitt erleben wir den historischen Moment der ersten Abendmahlsfeier mit, eingebettet in das feierliche Passahmahl. Da denkt der gläubige Jude an eine der größten Rettungstaten Gottes an seinem Volk, der Errettung von der sicheren Vernichtung in Ägypten. Das Blut des Lammes, das schnell noch vor der bevorstehenden Flucht in den israelischen Häusern geschlachtet und verzehrt werden sollte, aufgestrichen an die Türrahmen, schützte vor dem Todesengel, und sein Fleisch gab Kraft für den Weg in die Freiheit.

Wir lesen Markus 14, 17-25
Jedes Mal beim Lesen dieser Stelle geht mir zu Herzen, dass es jeder der Jünger prinzipiell für möglich hält, zum Verräter an Jesus zu werden, bewusst oder unbewusst. Das ist sehr ehrlich. Und so ist das bis heute. Es ist eben nicht unsere Kraft, die uns bei Jesus hält, sondern es ist seine Kraft. Und auch das bis heute! Jesus feiert mit ihnen allen das Abendmahl, selbst mit Judas. „Ich glaube! Hilf meinem Unglauben.“
Gebet:
- für die getroffenen bzw. noch zu fällenden Entscheidungen über das gesellschaftliche Leben, die Wirtschaft, die Gesundheitsversorgung usw. (heute tagen wieder die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten)
- um Stärkung in aller Angst
Informationen:
- Das Kontaktverbot ist in Sachsen verlängert bis 20.4., also auch über das Osterwochenende hinaus. Haltet es bitte ein.
In Dankbarkeit für Gottes Fürsorge,
Euer Gerald Brause.


Di., 31. März, Ich glaube - Markus 14, 12-16
Guten Morgen, ihr Lieben,
heute lesen wir Markus 14, 12-16.

Warum sagt Jesus nicht einfach die Adresse? Und ich tippe sie dann gewissermaßen in mein Navi und komme selber zurecht (und brauche Jesus nicht weiter…).
Wo die Jünger (und Jesus) hinwollten, war klar: das Passahfest mit dem dazu gehörigen feierlichen Abendessen sollte gefeiert werden. Es ist so wichtig, dass Gottes große Ziele mit uns klar bleiben! Daran können wir prüfen, was jeden Tag an Schritten dran ist. Ich glaube, dass uns der HERR viel mehr konkrete Handlungsanweisungen zukommen lässt als uns bewusst wird - durch sein Wort, durch Impulse des Heiligen Geistes, durch Glaubensgeschwister … Darauf möchte ich heute besonders achten, und freue mich darauf, zu erleben, was da alles vorbereitet ist.
Gebet:
- Pfarrer i.R. Ernst Beyer in seiner schweren Krankheit und seine Familie
- dass Menschen neu die Impulse Gottes beachten
Informationen:
- Dieser tägliche Impuls steht auch auf den Internetseiten unserer Kirchgemeinden.
- Das Tagzeitengeläut unserer Kirchen lädt ein zu einem Augenblick des Gebetes.
Gott befohlen,
G. Brause


Mo., 30. März, Ich glaube - Markus 14, 1-11
„Ich glaube …“ ist der Schlüssel zur Hilfe bei Jesus. Da geht es um meine Herzenshaltung. Die kann letztlich niemand stellvertretend für mich aufbringen. Aber wir können uns gegenseitig unterstützen und miteinander trainieren.
Also: Bibel herholen, Staub abpusten, falls welcher drauf ist, und Markus 14, 1-11 lesen.
So unterschiedlich stehen Menschen zu Jesus, bis heute: ihn eiskalt aus dem Weg räumen, überschwänglich verehren, treulos verraten – und zig Varianten dazwischen.

Wie positioniere ich mich zu Jesus? Bewusst oder unbewusst tun wir das in jedem Augenblick. Damit treffe ich immerzu eine Vorentscheidung, ob er mir Retter und Helfer wird. Gewiss, Jesus kann das überspringen, aber erst mal respektiert er es.
Wie ist meine Vor-Einstellung zu Jesus? Ist es heute vielleicht dran zu sagen: Jesus, ich lege mein Leben in deine Hand. Du sollst mein Herr sein.
Gebet
- für die Corona-Erkrankten und ihre Familien
- für alle Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen
- für die Entscheidungsträger über das gesellschaftliche Leben
- ....
Information
Seit 50 Jahren wird in der Auerswalder Kirche jeden Werktag gebetet, 8.30 – 9.00 Uhr. Im Moment mache ich das allein am Altar und freue mich, im Geiste verbunden zu sein mit Mitbetern zu Hause. Gern kann man mir Gebetsanliegen zukommen lassen (Briefkasten, E-Mail, Telefon …).
Der Herr segne uns!


So., 29. März, Ich glaube - ein Einstieg zu den kommenden Andachten
Liebe Geschwister in den Gemeinden,
in diesen Tagen der Corona-Isolation höre ich die ersten beiden Worte unserer Jahreslosung mit besonderen Ohren. Die waren ja in dem Bibelbericht über den Vater mit dem schwerstkranken Sohn der Schlüssel zur wunderbaren Hilfe durch Jesus. Ein Glaubensbekenntnis, herausgeschrien. Nichts und niemand hat helfen können. Kann es Jesus? Er kann!

„Ich glaube“ – geschrien, geflüstert, dankbar bekräftigt, zwischendurch auch mal pflichtgemäß mitgesprochen – wie auch immer:
Mir scheint, dass der HERR uns diesen Schlüssel zur Hilfe neu in die Hand drücken möchte. „Ich glaube“, ich persönlich, mitten im Alltag, auf meinem konkreten Lebensweg, selbständig. Das ist meine Herzenshaltung. Dazu habe ich mich entschieden und so mache ich es. Unabhängig davon, wie viele das auch tun und ob ich es sichtbar mit ihnen gemeinsam praktizieren kann.

Ich möchte in der nächsten Zeit jeden Tag täglich eine kurze E-Mail an möglichst viele aus unseren Gemeinden schicken. Die kann weitergeleitet und auch ausgedruckt an die weitergegeben werden, die sie nicht erhalten. Für Auerswalde habe ich einen recht großen Mailverteiler zusammengestellt, in Wittgensdorf leitet es bitte Bernd Ulbricht weiter.

Grundlage ist die fortlaufende Bibellese, abgedruckt im Losungsbüchlein als „BL“. Lesen wir die gemeinsam? Außerdem sollen Gebetsanliegen und nötigenfalls Informationen weitergegeben werden.
Gott befohlen,
Euer Pfarrer Gerald Brause