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Ab wann es in unserer Kirche eine Orgel gab, ist nicht überliefert. Berichtet wird, dass 1739 aus Maxen ein Orgelwerk in die Wittgensdorfer Kirche übernommen wurde. Maxen, ein Ort südlich von Heidenau, war zeitweise Wohnsitz der Familie von Schönberg, Gerichtsherren von Wittgensdorf, die auch zeitweilig hier gewohnt haben. Übrigens liegt in unmittelbarer Nähe von Maxen der kleine Ort Wittgensdorf, den die Schönberger gründeten und seinen Namen nach unserem Ort gaben, der also eine kleine Schwester unseres Ortes ist.

Eine Orgelreparatur erfolgte 1822 und im Jahr 1845 wurde eine neue Orgel von der Firma Mende aus Leipzig eingebaut.
Eine umfangreiche Orgelreparatur machte sich in den Jahren 1894 bis 1896 erforderlich. Die Orgel bekam neue Bälge, sämtliche Register wurden neu intoniert, da die Orgel einen ganzen Ton zu hoch stand und die Disposition bekam drei neue Register, einige Register wurden erneuert.

Schließlich baute die Firma Jehmlich aus Dresden 1921 unsere jetzige Orgel ein.
Bei einer Orgelrenovierung 1953 wurde leider eine Dispositionsänderung nicht mit vorgenommen, wie der damalige Kantor Helbig beklagte. Schon 1965 machte sich erneut eine Reparatur der Orgel erforderlich. Dabei wurde unter anderem auch die Disposition überarbeitet.

Ergänzungen durch unseren Kantor Harry Münsel im September 2012:

Unsere Kirchenorgeln in Wittgensdorf

Bereits im 18. Jahrhundert gab es in Wittgensdorf eine Orgel. Wie ein Bericht über die Orgel in Maxen überliefert, hat die Kirchgemeinde Wittgensdorf 1739 die Maxener Orgel erworben. Diese mechanische Orgel hat bis mindestens 1840 ihren Dienst hier getan.
Die nächste Orgel wurde 1845 von der Leipziger Firma Mende erbaut und büßte während des ersten Weltkriegs 1917 ihre gesamten zinnernen Prospektpfeifen ein, die vermutlich im Sommer 1917 beschlagnahmt wurden.

Unsere heutige pneumatische Orgel ist 1921 von den Gebrüdern Jehmlich aus Dresden gebaut worden. Sie hatte damals 30 Register. Herr Kirchenmusik-Direktor Meinel als verpfl. Orgelsachverständiger schreibt in seinem Bericht von 1921, dass die Orgel einen Wert von 235 000 M hatte. Es wird auch erwähnt, dass der Fabrikant Steinbach eine Summe von 200 000 M beschaffte. Die Disposition der damaligen Orgel war romantisch. Sie besaß Register wie Violine 8´, Äoline 8´ oder Violoncello 8´.

1965 wurde unsere Orgel repariert, das Fernwerk stillgelegt und in Zusammenarbeit mit dem Orgelsachverständigen Günter Metz eine Barockisierung der Disposition vorgenommen. Die o.g. Register wurden entfernt und Register wie Glöcklein 1´, Sesquialtera 2 fach und Zimbel 3 fach eingebaut. Das Zungenregister aus dem Hauptwerk wurde verkauft und das Zungenregister aus dem Fernwerk in das Schwellwerk umgesetzt. Der streichendere Klang der Orgel von 1921 wurde durch einen strahlenderen Klang, der der gern gespielten Orgelliteratur um den bedeutendsten deutschen Komponisten und Organisten Johann Sebastian Bach entgegen kam, ersetzt. Bei einer Orgel sind natürlich immer wieder Nachstimmungen und auch Reparaturen erforderlich. Aber bei einer Orgel mit pneumatischer Traktur und Registratur müssen etwa im Abstand von 30-40 Jahren die Ziegenlederbälgchen, die durch den Orgelwind aufgeblasen werden und die Ventile zu den Pfeifen öffnen und beim Abstellen des Registers oder der Taste wieder zusammenfallen und die Ventile schließen, erneuert werden.

So wurden um das Jahr 2006 bereits erste Kostenvoranschläge von drei Orgelbaufirmen eingeholt. Nach der grundhaften Sanierung unseres Pfarrhauses konnte dann Dank der Unterstützung durch den Wittgensdorfer Heimatverein, besonders durch Herrn Schneider, die Generalreparatur unserer Orgel in Angriff genommen werden. Schon seit etwa dem Jahr 2000 wurden Vermächtnisse und größere Spenden von ehemaligen und gegenwärtigen Gemeindegliedern für die Orgelreparatur gegeben. Der Heimatverein, der durch die Veranstaltung „Große Kunst in kleinem Ort“ über viele Kontakte verfügt, organisierte in Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden Wittgensdorf und Auerswalde ein Orgelkonzert mit Matthias Eisenberg, das nicht nur einen musikalischen, sondern auch einen finanziellen Gewinn erbrachte. So wurden weitere Fördermittel beantragt, die Kostenvoranschläge aktualisiert, Spenden gesammelt, die Voten vom Orgelsachverständigen und vom Kirchenmusik-direktor eingeholt, bis am 07.06.2011 mit dem Orgelbaumeister Georg Wünning ein Orgelbauvertrag abgeschlossen werden konnte.

Am 12.9.2011 um 13.00 Uhr begann dann mit einer Bauanlaufberatung die Generalreparatur unserer Orgel. Mit dem Orgelsachverständigen Herrn Böhmig-Weißgerber und dem Orgelbaumeister wurden kleine, aber sehr sinnvolle Dispositionsänderungen abgesprochen. Die Stiftung Orgelklang und das Sächsische Denkmalspflegeamt, die unsere Reparatur mit unterstützen, waren besonders an der Wiederherstellung des Fernwerkes interessiert. Durch die vorgeschriebene Dekontaminierung der Orgel vom giftigen Hylotox und durch den starken Befall durch Holzwürmer stiegen die Kosten bis auf über 108 000 €.

Am 25. Mai 2012 erfolgte im Beisein des Orgelsachverständigen, des Denkmalpflegeamtes , des Kirchenmusikdirektors, des Kirchenvorstandes und des Kantors und des Heimatvereins die Orgelabnahme. Nun steht der Kirchgemeinde Wittgensdorf wieder eine intakte Orgel zur Verfügung, die am heiligen Pfingstsonntag das erste Mal nach achtmonatiger Bauzeit wieder zum Lob Gottes erklang.
Ein Orgelkonzert mit dem Ausnahmeorganisten Matthias Eisenberg am Pfingstmontag lockte ca. 450 Zuhörer in unsere Kirche. Zur Zeit ist der Orgelsachverständige dabei, die Schlussrechnung des Orgelbauers zu begutachten. Danach kann die Schlussrechnung beglichen und die restlichen Fördermittel vom Denkmalpflegeamt und der Sächsischen Landeskirche abgerufen werden. Damit müsste die Reparatur bezahlt sein.

Im November findet ein weiteres größeres Konzert mit Prof. Ludwig Güttler und KMD Friedrich Kircheis statt.

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