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Dezember
Sehr geehrte, liebe Wittgensdorfer,

wir freuen uns an den neuen Glocken. Endgültig geprüft und abgenommen wird das Geläut zusammen mit der regenerierten Turmuhr durch den Sachverständigen der Landeskirche,
wenn die Uhr einige Tage gelaufen ist.

Die Gesamtausgaben für das Glockengeläut 72 088,- Euro  
Gestaltung mit den alten Glocken vor der Kirche 627,- Euro  
Summe: 72 715,- Euro  
 
Eigenleistung 164 h a 7,50 Euro entspricht 1 230,- Euro  


Einnahmen:

Spenden der Gemeinde, einige Teilkollekten 13 029,00 Euro  
Spende der Sparkasse Chemnitz 3 067,75 Euro  
Zuschüsse: Landeskirche 21 800,00 Euro
Denkmalsbehörde - Regierungspräsidium 12 826,00 Euro

Bisherige Einnahmen: 50 722,75 Euro  


Wir erwarten noch Zuschüsse von der Stadt Chemnitz und eine Restzahlung vom Regierungspräsidium.

Wir danken nochmals allen, die uns wieder Spenden gegeben haben. Über größere und kleinere Beträge haben wir uns sehr gefreut.

Unsere Turmuhr gilt als Technisches Denkmal und hatte eine Überholung nötig. Durch die Bauarbeiten für das Geläut musste die Uhr mit der gesamten Uhrenkammer und den Gestängen zum Zifferblatt und den Glockenhämmern (Stundenschlag) ausgebaut und mit neuen Glockenhämmern passend zu den neuen Glocken eingebaut werden. Anfang Dezember werden Sie dann wieder wissen, "was die Uhr geschlagen hat".

Kostenanschlag für die Turmuhr: 4 408,- Euro

Wir sind Gott dankbar für alle Arbeiten, die in diesem Jahr im und am Turm ohne Unfall durchgeführt und auch bezahlt (zum kleineren Teil vorläufig durch Darlehen) werden konnten.

Eine frohe Advents- und Weihnachtszeit und Gottes Segen für das neue Jahr 2003 wünscht Ihnen, auch im Namen der Kirchenvorsteher,

 
November
Liebe Freunde,

im Gottesdienst am Kirchweihfest, am Sonntag, dem 13. Oktober, geschah die Glockenweihe. Wir haben die neuen Glocken in den Dienst Gottes gestellt. Sie sollen die Gemeinde zum Gottesdienst einladen. Natürlich sind die Gottesdienste und anderen Veranstaltungen in unserer Kirche nicht nur für Kirchgemeindeglieder, sondern für alle offen.

Die Glocken rufen zum täglichen Gebet. Auch wenn wir nicht bei jedem Geläut beten, so können uns doch die Glocken immer wieder an Gott erinnern. In der Gott-Vergessenheit unserer Zeit könnten sie unseren Alltagsstreß oder unsere Alltagssorgen einmal heilsam unterbrechen - und sei es für Sekunden. Und wenn die Glocken über den Gräbern erklingen, so sollen sie uns sagen, dass unsere Zeit in Gottes Händen steht.

Die kleine Glocke läutet an jedem Arbeitstag früh 7.00 Uhr und ermuntert uns, jeden Tag im Namen Jesu zu beginnen. Sie trägt die Inschrift: Rufe mich an in der Not.
Viele werden dies Wort aus Psalm 50,15 kennen: "Der Herr spricht: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen." Die kleine Glocke läutet außerdem während einer Taufhandlung.

Die mittlere Glocke läutet an jedem Werktag 12.00 Uhr.
Sie trägt die Inschrift: Christus spricht: Kommt her zu mir alle.
Jeden Mittag ruft uns die mittlere Glocke in Erinnerung: Jesus lädt uns ein. Bei ihm können wir zur Ruhe, zum Frieden kommen. Die mittlere Glocke läutet während der Trauhandlung, bei der Einsegnung zur Silbernen oder Goldenen Hochzeit, bei der Konfirmation oder Jubelkonfirmation.

Die große Glocke trägt die Inschrift: Ehre sei Gott in der Höhe.
Sie läutet an jedem Abend 18.00 Uhr. Sie kann uns daran erinnern, Gott für den vergangenen Tag zu danken und alle Arbeit, alles Erlebte an Gott zurückzugeben. Am Sonnabend Abend erklingen dann alle drei Glocken. Sie läuten den Sonntag ein.

Die große Glocke allein hören wir vor einer kirchlichen Trauerfeier, bei der Bestattung eines Kirchgemeindegliedes auf dem Weg zum Grab und am Ewigkeitssonntag während der Verlesung der Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres

Vor jedem Gottesdienst läutet 8.30 Uhr die kleine, 9.00 Uhr die mittlere Glocke, 9.30 Uhr und dann nach dem Gottesdienst alle drei Glocken. 30 Minuten läuten alle drei Glocken in der Silvesternacht, sie läuten das neue Jahr ein, und am Ostermorgen 5.30 Uhr.

Wir danken Gott und auch Ihnen, die Sie mit Ihren Spenden und Ihrer Unterstützung das neue Geläut ermöglicht haben. Bisher wurden in unserer Gemeinde 14 130,- Euro gespendet. Eine Aufstellung der gesamten Ausgaben und Einnahmen einschließlich der landeskirchlichen Beihilfen und Fördergelder hoffen wir im nächsten Monatsplan veröffentlichen zu können.

Es grüßt Sie herzlich

 
Oktober
Liebe Freunde,

es war eine Freude, zum Erntedankfest den geschmückten Altarraum zu sehen. Wir danken allen, die Erntedankgaben in die Kirche gebracht haben - auch im Namen der Empfänger.

Wenn Sie den Monatsplan in den Händen haben, sind die neuen Glocken schon im Kirchturm. In den ersten Oktobertagen werden sie in den Glockenstuhl eingehangen, mit den Antrieben und der elektrischen Steuerung versehen. Dann werden die Glocken probeweise schon mal zu hören sein.
Die Glockenweihe findet im Kirchweih-Gottesdienst, am Sonntag, dem 13.10., statt. Herzlichen Dank möchten wir allen sagen, die uns Spenden für die neuen Glocken gegeben haben.

Ebenso für die neue Glockenanlage soll der Erlös der nächsten Altpapiersammlung am 5. und 6. November bestimmt sein. Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge (bitte keine Pappen und Bücher) können Sie in den Container werfen, der wieder auf dem Parkplatz gegenüber vom Kantorat, Kirchweg 6, stehen soll.

Bei der Kirchenvorstandswahl sind gewählt worden:
Steffen Fischer, Ingrid Irmscher, Thomas Lauterbach, Michael Lüke, Monika Esche, Jens Nitzsche und Bernd Ulbricht. Diese neuen Kirchenvorsteher berufen am Freitag, 04.10., noch drei zum Kirchenvorstand hinzu. Die Einführung wird am 2. Advent, am 08.12., stattfinden.

Der Apostel Petrus schreibt (1. Petrus 4,10): \\\"Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat als die guten Haushalter (Ökonomen) der vielgestaltigen Gnade Gottes.\\\"
Dieses Wort Gottes gilt nicht nur für die Kirchenvorsteher, die zur Leitung der Gemeinde berufen sind. Gott beschenkt jeden von uns mit mindestens einer Gabe, die wir für Gott und Menschen einsetzen können. Dabei gibt es in der Gemeinde manchen Einsatz für andere, für das Reich Gottes, den wir äußerlich kaum wahrnehmen. Solcher Dienst bringt Freude bei aller Mühe - weil sich auch Gott darüber freut.
Dass dies viele immer wieder erleben, dafür lasst uns beten.

Es grüßt Sie herzlich,
auch im Namen der Kirchvorsteher,

 
September
Liebe Freunde,

die Wassermassen der Flutkatastrophe haben sich verlaufen. Die Zerstörungen sind geblieben. Das menschliche Elend ist für uns kaum vorstellbar.

Wir denken an die von den Fluten Betroffenen. Wir beten für sie. Einzelne haben mit Schaufel und in Gummistiefeln mitgeholfen, die Schlammmassen zu beseitigen. Als Kirchgemeinde und persönlich haben wir gespendet. Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe scheint das uns wie „ein Tropfen auf den heißen Stein“ zu sein.

Erfreulich, wie viel echte Anteilnahme und Solidarität es mit den Betroffenen in unserem Land gibt, auch im Westen.

Die materiellen Schäden schätzt man auf viele Milliarden. Fragen wir neu nach dem, was nicht zerstört werden kann, nach dem Sinn des Lebens, nach bleibenden Werten des Zusammenlebens, nach dem Willen Gottes? Dabei denke ich an uns Deutsche, die wir von dem Jahrhunderthochwasser verschont geblieben sind, nicht an die Betroffenen.

Eine Zeitung schrieb: "In Deutschland brechen die Dämme". Die Dämme im ethischen Sinne sind schon längst in unserer Gesellschaft gebrochen. Die Dämme der echten menschlichen Werte, wie sie uns im Wort Gottes, in der Bibel gegeben sind. Ichbezogene Selbstverwirklichung, egoistische Selbstbestimmung und ungezügelter Freiheitsdrang sollten nicht „eingedämmt" werden, schon gar nicht durch die Gebote Gottes. 

Die Dämme der Gebote, die Gott in seiner Liebe und Fürsorge gegen alle zerstörerischen Kräfte und Mächte uns gegeben hat, haben wir durchlöchert oder abgebaut - durch die Sünden, wie die Bibel das nennt.

Zwanzig Tote durch die Wasserfluten. Jeder einzelne ist einer zuviel. Aber was sagen wir zu den etwa 105 000 Kindern, die in diesem Jahr in Deutschland bis Ende August im Mutterleib getötet worden sind?

Dabei ist die entscheidende Frage nicht, was wir dazu sagen, sondern, was Gott dazu sagt. Nach biblischen Maßstäben ist es ein Gräuel vor Gott, wenn der Deutsche Bundestag mit dem Lebenspartnergesetz homosexuelle Partnerschaften der Ehe fast gleichstellt und das Bundesverfassungsgericht im Juli dieses Jahres die Beschwerde der Länder Sachsen, Thüringen und Bayern abschmettert. Diese Länder hatten das Lebenspartnerschaftsgesetz als unvereinbar mit dem in der Verfassung verankerten Schutz der Ehe und Familiebezeichnet.

Auch das tragische Ereignis in Erfurt zeigt nur die Spitze des Eisberges an ethischer Verwahrlosung in unserer Gesellschaft. An wie viel Stellen sind die Dämme der guten Ordnungen Gottes durchlöchert? Ich möchte nicht andere verurteilen, sondern, dass wir Christen uns fragen: Wo trage ich dazu bei durch unerkannte oder bewusst geduldete Sünde?

Gott wartet in seiner Liebe darauf, dass wir mit unserer Schuld zu ihm kommen. Nur in der Umkehr zu Gott, zu einem Leben nach seinem Willen haben wir persönlich und unser Volk eine Zukunft.

Es grüßt Sie herzlich,